LOTTO-Pokal

2000 Karten-Anfragen am ersten Tag – Zankl bereit für den „Pokal-Fight“

04. August 2020, 14:31 Uhr

Am Montagabend war Nico Zankl in der Amateur-Talkshow "Kalles Halbzeit im VERLIES" zu Gast und plauderte unter anderem über das Pokalspiel gegen BU. Foto: Screenshot

Dass der TSV Sasel für ihn „eine große Herzensangelegenheit“ ist, ist in diesem Fall keine lapidar daher gesagte oder in der heutigen Zeit gar typische Phrase. Vielmehr steht Nico Zankl für den Verein, wie kaum ein anderer. Am 06. August wird der „Edel-Techniker“ der „Parkwegler“ 29 Jahre jung – seit 26 Jahren (!) ist er inzwischen beim TSV. „Natürlich“, gestand Zankl im Amateurtalk „Kalles Halbzeit im VERLIES“, habe es „ein- oder zweimal die Überlegungen gegeben“, einer neuen Herausforderung nachzugehen. Aber das sei inzwischen schon eine Weile her. Zudem ist der TSV Sasel ein „sehr fair und familiär“ geführter Club.

Mit Kiez-Legende Kalle Schwensen (li.) und Moderator Niklas Heiden (Mi.) sprach Zankl auch über seine Leidenszeit, Ziele und Vereinstreue. Foto: Screenshot

Er selbst, so erklärte Zankl, sei nun „nicht mehr der Jüngste“ und habe „die letzten zwei Jahre gar nicht mehr darüber nachgedacht, den Verein zu verlassen. Wenn ich das hätte machen sollen, dann schon vor fünf, sechs oder sieben Jahren. Jetzt aktuell sehe ich da wenig Bedarf, den Verein zu verlassen.“ Er habe sich in den zehn Jahren, in denen er inzwischen für die Liga-Mannschaft seines Vereins kickt, „immer alles angehört – und da waren auch einige interessante Clubs dabei“, verriet er. Aber: „Es hat immer irgendwas gefehlt.“ Zudem habe er mit seiner Jugend-Mannschaft, die er am Parkweg trainiert, Ziele verfolgt – und schließlich auch für sich festgestellt: „Es gibt wenig bis gar keine Gründe, Sasel zu verlassen!“

"Dieselbe Verletzung wie vor sieben Jahren"

Nach ewig langer Leidenszeit will Zankl (li.) wieder auf dem Platz angreifen und sieht sich selbst "bei 90 Prozent". Foto: KBS-Picture.de

Nachdem er die letzte Saison nahezu komplett verpasst hat, da er sich in der Sommer-Vorbereitung im Testspiel gegen den HSV II verletzt habe (Zankl: „Ich hatte zunächst ein leichtes Zwicken in der Wade, die Schmerzen wurden immer stärker. Im Endeffekt war es dieselbe Verletzung, wie schon einmal vor sieben Jahren – damals war es auf der linken Seite. Deshalb habe ich den gleichen Spezialisten in Berlin aufgesucht – und es wurde eine Nervenentzündung, eine Schambeinentzündung und ein Leistenbruch diagnostiziert"), will Zankl nun wieder auf dem Platz angreifen. Trotz seines Fehlens erreichten die Zankl-Zocker einen starken fünften Platz. Und wer weiß, wohin die Reise noch geführt hätte, wenn die Saison aufgrund der Corona-Pandemie nicht vorzeitig beendet worden wäre.

"Man merkt die Vorfreude"

Mit seinem genialen linken Fuß hat Zankl den Gegnern in der Vergangenheit das Fürchten gelehrt. Foto: KBS-Picture.de

Zankl Junior sieht sich selbst wieder nach einem anstrengenden Wochenende mit Spielen für Sasel und die HSV-Panthers „bei 90 Prozent“ und ist „grundsätzlich schon wieder sehr gut in Form und bereit, gegen BU zu spielen“. Apropos BU: Am kommenden Samstag eröffnen Sasel und der HSV Barmbek-Uhlenhorst den Pokal-Wettbewerb und duellieren sich nach schier ewig langer Amateurfußball-Pause im Viertelfinale des LOTTO-Pokals am Saseler Parkweg (15 Uhr). „Man merkt die Vorfreude. Auch wenn man am Sonntag um 9 Uhr in Heidenau spielt und eine Stunde und 50 Minuten Autofahrt vor sich hat. Es ist nicht nur das klassische Testspiel, sondern es geht auch um etwas.“ Nämlich um die Plätze im Team. Denn der Konkurrenzkampf wurde noch einmal neu entfacht. Mit Zugängen wie Tim Jeske, der gleich auf seinen Ex-Club trifft, oder auch Deran Toksöz (FC Teutonia 05), Marin Mandic (Niendorfer TSV), Kjell Ellerbrock (FC Union Tornesch) und Selmin Dogic (Bramfelder SV) wurde der Abgang von Topscorer Stefan Winkel (SC Poppenbüttel) mehr als nur kompensiert.

"Sasel kommt ins Halbfinale!"

„Wir freuen uns auf das Spiel und hoffen, dass es ein ansehnlicher Kick wird“, so der Standard-Spezialist, der auch dem Verein ein großes Lob aussprach: „Man hat eine Euphorie entfacht und tut wirklich alles, um noch ein paar Zuschauer mehr reinzubekommen.“ 236 Karten durfte der TSV absetzen – die waren in Windeseile weg. „Am selben Tag, wo das bekanntgegeben wurde, wurde das Spiel am Abend bereits als ausverkauft gemeldet. Es gab an die 2000 Anfragen!“, plauderte der Linksfuß aus dem Nähkästchen. „Ich kann verstehen, dass die Resonanz so hoch ist, weil es das erste Spiel in Hamburg nach langer Zeit ist, wo es auch um etwas geht. Dazu kommt, dass es für ein Pokal-Viertelfinale auch kein so schlechtes Spiel ist.“ Ein Spiel, das seine Equipe am Ende als Sieger verlassen wird – davon ist Zankl überzeugt: „Sasel kommt ins Halbfinale!“, entgegnete er auf vehemente Nachfrage von Kiez-Legende Kalle Schwensen.

"Wenn Havertz weg ist, hätten wir eine Chance"

Seit nunmehr 26 Jahren ist Nico Zankl beim TSV Sasel - und will den Verein auch nicht mehr verlassen. Foto: Screenshot

Sollte es so kommen, würde man dem großen Traum vom Finale an der Hoheluft ein Stückchen näherkommen. Und auch einem möglichen Aufeinandertreffen in der ersten DFB-Pokalrunde mit Vorjahresfinalist und Top-Bundesligist Bayer Leverkusen. „Ich hätte auch gegen andere Bundesligisten große Lust gehabt, zu spielen. Aber Leverkusen ist schon eine sehr gute Hausnummer! Sie arbeiten in der Bundesliga sehr gut mit den vielen jungen Leuten. Deshalb wäre es schon sehr schön, gegen sie zu spielen“, warf der Spielmacher einen Blick voraus – und scherzte: „Wenn Havertz weg ist, hätten wir eine Chance!“ Auch in der Liga will man an die Erfolge der vergangenen Spielzeiten anknüpfen. „Platz fünf ist sicherlich nicht schlecht. Man sieht, wer die letzten Jahre unter den ‚Top Fünf‘ gespielt hat – da sind wir von den Mitteln her ganz gut aufgehoben. Aber natürlich ist es auch so, dass man sich die letzten Jahre stetig verbessert hat und in diesem Bereich angekommen ist – dann ist es schwachsinnig, zu sagen, dass man mit Platz sieben zufrieden ist. Ich hätte nichts dagegen, nochmal ein oder zwei Plätze hochzurutschen.“ Dass die „Parkwegler“ als Widersacher der TuS Dassendorf in die Saison gehen, sieht Zankl aber (noch) nicht: „Da gibt es schon noch andere Mannschaften, die probieren, Dassendorf zu ärgern. Die sind mittlerweile aber eine eigene Liga in der Oberliga.“ Das Wichtigste sei aber ohnehin – und das kann kaum einer mehr beurteilen, als Nico Zankl nach langer Leidenszeit: „Ich bin gesund – und das ist das, was mich positiv stimmt.“

Autor: Dennis Kormanjos

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