Oberliga 01

Nur das "Finish" fehlt: Sechs Tore bei spektakulärem Spitzenspiel-Schlagabtausch!

04. Dezember 2021, 17:19 Uhr

Viele heiße Duelle an der Brucknerstraße: Hier kämpfen Kjell Ellerbrock (li.) und Kevin Lohrke um den Ball. Foto: noveski.com

Es war ein heißer Schlagabtausch, ein Kampf auf Biegen und Brechen, zuweilen auch ein fußballerischer Leckerbissen mit vielen taktischen Kniffen und überraschenden Wendungen - vor allem aber war es ein Spitzenspiel, das seinem Namen gerecht wurde und alle Ehre machte: Obwohl die TuS Dassendorf einsam ihre Kreise zieht und mit Siebenmeilenstiefeln bereits enteilt ist, wollten der USC Paloma und der TSV Sasel im Kräftemessen um den "Vize-Platz" ein Ausrufezeichen setzen und wichtige Punkte für die Meisterrunde mitnehmen (alle Highlights im LIVE-Ticker).

Die "noveski.com"-Lupe klärt auf: Colin Blumauer (Mi.) bekommt die Hereingabe von Tim Jeske in den Bauch. Schiri Rudolph sah ein Handspiel und gab Strafstoß. Krasse Fehlentscheidung!

Der Tabellendritte von der Brucknerstraße erwischte einen wahren Traumstart, fand auf Anhieb den richtigen Zugriff und die richtige Einstellung zum Spiel. Die Folge: Ein blitzsauber herausgespielter Führungstreffer zu Beginn, als Tom Bein einen wunderbaren Vortrag über Moritz Niemann und Lennard Wallner, der nach dem punktgetimten Diagonalball scharf quer spielte, krönte (6.). Doch nur 180 Sekunden später trat Schiedsrichter Gerhard Alexander Ludolph (Hoisbütteler SV) das erste Mal in weniger positive Erscheinung: Colin Blumauer blockte eine wuchtige Hereingabe von Tim Jeske aus anderthalb Metern. Der Unparteiische wollte ein Handspiel ausgemacht haben und stand mit dieser Wahrnehmung ganz alleine da. Wie dem auch sei. Lukas-Gabriel Kourkis nahm das Geschenk dankend an und egalisierte (10.).

Rot-gefährdeter Kourkis muss raus - Blunck besorgt erneute USC-Führung

Das Elfer-Geschenk nahm Lukas Kourkis (Mi.) zum 1:1 an. Wenig später musste er Rot-gefährdet vorzeitig raus. Foto: noveski.com

Ein äußerst munterer Aufgalopp - und es ging so weiter. Michel Blunck hatte beinahe die postwenden Antwort parat (11.). Auf der anderen Seite zielte Kourkis etwas zu ungenau (21.). Der Saseler Torschütze machte auch wenig später von sich reden, als er abseits des Ballgeschehens Lion Mandelkau einfach umcheckte. Eine mehr als nur dumme Aktion, die lediglich mit Gelb geahndet wurde (29.), woraufhin Danny Zankl den Rot-gefährdeten Angreifer folgerichtig vom Platz nahm (32.). Nur Kourkis selbst konnte die Entscheidung offenbar nicht verstehen und lamentierte. 


Seine Teamkollegen hätten das Spiel in Person von Jeske auf den Kopf stellen können, wenn Jannis Waldmann im Eins-gegen-Eins nicht glänzend zur Stelle gewesen wäre (40.). Stattdessen ließ Blumauer seinen Frust von der Elfmeterszene in einem 30-Meter-Schuss raus. Todd Tuffour wehrte zur Seite ab und Blunck staubte ab (42.).

Gerken dreht auf, Sasel das Spiel

Michel Blunck (Mi.) bejubelt seinen Treffer zum 2:1 für die Hausherren. Foto: noveski.com

Als sich beide Teams bereits in der Pause wähnten, schlugen die Gäste vom Parkweg - sehr zum Unmut der Hausherren - noch einmal zu: Paloma echauffierte sich über die zu lange Nachspielzeit - während Leon Tonder von links nach einem ganz feinen Spielzug im Rückraum den eingelaufenen Jean-Lucas Gerken sah. Mit dem ersten Kontakt und der linken Innenseite traf "Jonny" aus 14 Metern ins rechte Toreck - 2:2 (45. +3). 


Der Vorlagengeber war es auch, der inmitten der Saseler Druckphase nach Wiederbeginn und nach einem Einwurf das Auge für den aufgerückten Kjell Ellerbrock hatte. Dieser feuerte die Kugel mit dem linken Fuß von der Strafraumgrenze ins kurze Eck - Spiel komplett gedreht (59.)! "Weiter so, Sasel", trieb Gerken seine Mannen im Anschluss lautstark an. Und Sasel machte zunächst auch weiter, hätte durch Nick Gerken die Vorentscheidung herbeiführen können. Doch der Joker konnte den stark reagierenden Waldmann freistehend nicht überwinden (75.).

Blunck läutet spannende Schlussphase ein

Nicht nur Moritz Niemann (Mi.) haderte nach Abpfiff mit dem Remis. Foto: noveski.com

Quasi im Gegenzug: Über Christian Merkle und Dominic Ulaga kam das Spielgerät zu Blunck, der in den Sechzehner des Gegners eindrang und unter tosendem Jubel in den Knick vollendete - 3:3 (77.)! Ein spektakuläres Fußballspiel, das noch keinen Sieger und auch noch kein Ende gefunden hatte. Der eingewechselte Marko Tadic hatte den Luckypunch zugunsten der Zankl-Zocker gleich zweimal auf dem Fuß, zögerte aber zu lange und vergab jeweils kläglich (86., 89.). Mit der allerletzten Aktion war es jedoch den Hausherren vorbehalten, den Siegtreffer zu markieren. Aber Blunck köpfte eine Flanke von Ulaga am zweiten Pfosten stehend in die Arme von Tuffour und schlug die Hände vors Gesicht (90. +4). Es wäre der perfekte "Appetizer" für die Weihnachtsfeier der "Tauben" am Abend gewesen...

Was hatten die beiden Trainer nach dem Spektakel zu sagen? Hier gibt's die PK im Video:

Autor: Dennis Kormanjos

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