FENIX Trophy

Emotional, aber ohne Krönung: „Helle“ verliert letztes HFC-Spiel auf Hamburger Boden!

26. Mai 2022, 01:20 Uhr

Foto: HFC Falke

Er war der erste und bis dato einzige Cheftrainer des HFC Falke, führte den Verein seit seiner Amtsübernahme zu zwei Aufstiegen und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Verein eine Zweite Herren ins Leben rief: Umso emotionaler wurde Dirk Hellmann von Präsident Timo Oehlenschläger in seinem letzten Heimspiel als Falke-Dompteur vor dem Duell gegen den italienischen Vertreter AS Lodigiani Calcio (alle Highlights im LIVE-Ticker) in der „FENIX Trophy“ verabschiedet. Unmittelbar vor dem Anpfiff, nachdem der Club bereits einige warme Worte an die Keeper Jonas Köhler, Marco Wendt und Benjamin Ernst sowie Elija Sinemus, Nikolas Schemmerling und Benjamin Baarz richtete, wurde „Helle“ für seine Verdienste geehrt.

Die emotionalen Worte des Präsidenten gibt es hier im Video:

Und auch nach den 90 Minuten an der Hagenbeckstraße, als sich Hellmann mitten im Interview befand, huldigten die Falke-Anhänger ihren scheidenden Coach mit einem Banner: „Sieben Jahre voller HELLER Momente - Danke, Dirk!“ Währenddessen feierten zwei Falke-Fans ihren Übungsleiter mit lautstarken „Hellmann, Fußballgott“-Sprechchören. „Man kann schon sagen, dass das ziemlich emotional war“, entgegnete der 39-Jährige auf Nachfrage – und fügte an: „Ich wusste nicht, was mich erwarten wird und es war auch gar nicht so sehr in meinem Kopf drin. Klar wusste man, irgendwann ist es zu Ende. Aber wenn es dann so weit ist, dann ist der Tag schon auch ein bisschen anders und man denkt an gewisse Situationen zurück, die man in den letzten Jahren gemeinsam erlebt hat.“

"Man wusste, dass es das letzte Heimspiel als Trainer des HFC Falke auf Hamburger Boden war"

Die Gäste vom AS Lodigiani Calcio aus Rom bei der Ankunft an der Hagenbeckstraße. Foto: HFC Falke

Viele Momente und Erinnerungen, die er auch „ein bisschen in die Ansprache reingebracht“ habe. „Es war schon etwas Besonderes“, gestand Hellmann. „Wenn man so toll verabschiedet wird, ist das auf der einen Seite ein richtig schönes Gefühl. Auf der anderen Seite schwingt natürlich ein bisschen was mit“, machte er keinen Hehl daraus, dass sich eine gewisse Wehmut breit machte. „Ich glaube schon, dass es greifbar ist – es hat sich ja auch über einen längeren Zeitraum entwickelt. Man wusste, dass es das letzte Heimspiel als Trainer des HFC Falke auf Hamburger Boden war. Das war auch wirklich etwas Besonderes – und vor so einer Kulisse natürlich nochmal umso geiler. Jetzt freue ich mich auf eine richtig schöne Prag-Fahrt und hoffe, dass ich sie nochmal anders genießen kann.“

"Es war einfach viel mehr drin"

Der sportlich gesehen krönende Abschluss blieb den „Hellmännern“ vor heimischer Kulisse jedenfalls verwehrt. Der Einzug ins Endspiel der „FENIX Trophy“ ist Geschichte. „Wenn man sich das heutige Spiel anschaut, dann war einfach viel mehr drin“, konstatierte „Helle“, der mit seinem Team bereits aber der 39. Spielminute vor 344 Zuschauern in Überzahl agierte, als Mattia Pompei nach einem Foulspiel an Andre Patzel den Platzverweis für die Gäste von AS Lodigiani Calcio sah. Doch aus der numerischen Überlegenheit konnte der Hamburger Bezirksligist kein Kapital schlagen.

Mit dem Pausenpfiff brachte Francesco Panella (45. +2) die Mannen aus Rom in Front. „Das war natürlich bitter“, sprach Hellmann nicht nur auf den Zeitpunkt an. „Die haben uns so viele Räume gelassen. Aber die ersten zehn Minuten nach der Halbzeit bringen uns um den Erfolg. Da lassen wir vier oder fünf Dinger zu, die der Gegner besser ausspielen kann, wo wir auch zwei oder drei Dinger fangen können gegen zehn Mann – und das ist einfach nur uns geschuldet, weil wir es nicht sauber gespielt haben und irgendwie nicht bissig und gierig genug waren. Das begleitet uns leider so ein bisschen durch die Saison.“

Riemer lässt Falke hoffen

Ein besonderes Trikot für den scheidenden Cheftrainer Dirk Hellmann. Foto: HFC Falke

Nach einem Foul von Nikolas Schemmerling an Andrea Bonino zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Ganz cool und sicher verwandelte Daniele Massella zum 0:2 – wohlgemerkt mit einem Mann weniger (57.)! Aber Falke schlug zurück: Timo Riemer verwertete – nach toller Ballannahme – einen Diagonalball von Benjamin Baarz mit dem zweiten Kontakt zum Anschluss (62.)! Doch die Gäste aus Italien wirkten abgeklärter und cleverer – auch mit zehn Akteuren. Als HFC-Fänger Jonas Köhler bereits mit aufgerückt war, setzte Lodigiani in der sechsten Minute der Nachspielzeit den entscheidenden Konter zum 1:3-Endstand. Torschütze: Panella (90. +6)!

"Es wäre natürlich die Körnung gewesen"

Im Nachhinein war der Platzverweis für die Gäste alles andere als ein Vorteil für die Falken. „Einerseits war es so, dass die Römer für sich ein bisschen aufgewacht sind und mit einem Mann weniger den einen Schritt mehr gemacht haben. Und andererseits haben wir es nicht mehr geschafft, den Zug und den Druck zu entwickeln. Das war schade. Denn es wären so viele Torchancen möglich gewesen. Aber es sollte nicht sein“, resümierte Hellmann nach seinem letzten Heimspiel als HFC-Coach. „Es wäre natürlich die Krönung gewesen. Alle wären explodiert, wenn wir nochmal zurückgekommen wären. Aber so ist Fußball. Das klappt halt auch nicht immer.“ Damit sind die Träume des HFC auf den Sieg bei der FENIX Trophy ausgeträumt. Während AS Lodigiani Calcio beste Karten auf den Einzug ins Endspiel hat...

Falke-Präsident Timo Oehlenschläger nach dem Spiel im Gespräch über die Verabschiedung von Chefcoach Hellmann und die FENIX Trophy

Autor: Dennis Kormanjos

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