Regionalliga Nord

Zwei Tore in der Nachspielzeit: Lukowicz-Wahnsinn verhindert totalen Teutonia-Fehlstart!

13. August 2022, 19:09 Uhr

Maik Lukowicz (li.) dreht nach seinem 2:2-Ausgleichstreffer jubelnd ab. Dicht gefolgt vom aufgerückten Keeper Yannick Zummack (Mi.). Foto: noveski.com

Am Dienstagnachmittag gab der FC Teutonia 05 die Verpflichtung von Maik Lukowicz bekannt. Der einstige polnische U-Nationalspieler stieß vom Drittliga-Aufsteiger VfB Oldenburg zu den Mannen von der Kreuzkirche. Keine vier Tage später feierte eben jener Lukowicz sein Pflichtspiel-Debüt für die Equipe aus Ottensen – und was für eins! Aber der Reihe nach…

Spätestens nach dem 2:0 für die Kieler durch Laurynas Kulikas (Mi.), der die T05-Hintermannschaft nach einer Ecke ganz schlecht aussehen ließ, schien der Drops gelutscht. Foto: noveski.com

„Natürlich haben wir uns alle einen anderen Start gewünscht. Aber das ist Fußball. Und auch dafür lieben wir ihn“, nahm Liborio Mazzagatti, Sportlicher Leiter der Teutonen, den Druck nach zwei Niederlagen zum Start ein wenig raus. „Die Mannschaft ist gegenüber der letzten Saison personell stark verändert. Die spielerischen Qualitäten sind super hoch, jetzt müssen die einzelnen Zahnräder noch sauber ineinandergreifen. Dann sind wir ein starker Gegner“, so Mazzagatti vor der Partie bei der U23 von Holstein Kiel.

Aber: Lange sah es nach der dritten Schlappe am Stück aus. Die bis dato ebenfalls punktlosen Jung-Störche stachen zweimal nach einer Ecke zu. Marcel Benger (34.) und Laurynas Kulikas (87.) waren jeweils nach einem ruhenden Ball zur Stelle und sorgten mit ihren Treffern für eine 2:0-Führung der Kieler. Da Torjäger Kulikas kurz vor Schluss zuschlug, lief den Teutonen die Zeit davon. Es schien so, als würden den Bergner-Boys die Felle davonschwimmen und der Fehlstart perfekt sein.

Lukowicz-Einwechslung bringt komplette Wende

Schon zuvor hätte der eingewechselte Manuel Schwenk (li.) den Deckel draufmachen können, versiebte aber völlig freistehend die Megachance. Foto: noveski.com

Doch: Die „Kreuzkirchler“ hatten da ja noch einen gewissen Maik Lukowicz. In der 50. Minute ersetzte der neue Angreifer den wirkungslosen Ole Wohlers. Keine 360 Sekunden später hatte er nach einer Ecke von Diamant Berisha per Volleyabnahme die Chance zum zwischenzeitlichen Ausgleich (56.). Aber Noah Oberbeck entschärfte den spektakulären Versuch. Der Ex-Oldenburger riss das ganze Team mit, kam zu zwei weiteren Möglichkeiten, zielte aber einmal knapp vorbei und ein weiteres Mal etwas zu hoch.


Als die Schlussminute anbrach und wohl selbst kein Hellseher dieser Welt auch nur noch einen Pfifferling auf die Gäste gesetzt hätte, sorgte der 27-jährige Offensivakteur zunächst für den Anschlusstreffer und damit verbunden auch für spannende sowie dramatische Schlusssekunden.

"... dann ist der eine Punkt am Ende des Tages fast zu wenig"

Schon vor seinen punktbringenden Toren sorgte Maik Lukowicz (hi.) für jede Menge Gefahr. Hier verzieht er nur haarscharf. Foto: noveski.com

Und aus Teutonen-Sicht sollte es noch besser kommen. In buchstäblich letzter Sekunde gelang den Gästen tatsächlich noch der Ausgleich. Torschütze? Maik Lukowicz! „Wir haben ihn geholt, damit er diese vakante Position im Zentrum als Wandspieler und Kopfballmaschine ausfüllt. Das hat er von der ersten Sekunde gezeigt, als er eingewechselt wurde“, lobhudelte Trainer David Bergner seinen Neuzugang – und bilanzierte: „Am Ende des Tages ist es ja so: Wenn dir einer nach dem 0:2 sagt, du holst noch einen Punkt, dann nimmst du den natürlich mit. Wenn man aber das ganze Spiel sieht und wie wir das angegangen sind, dann ist der eine Punkt am Ende des Tages fast zu wenig.“

"Das darf uns als Herren-Mannschaft einfach nicht passieren"

Das 2:2! Maik Lukowicz (li.) behält kühlen Kopf und sorgt für kollektive Teutonen-Ekstase. Foto: noveski.com

Genauer gesagt: „Wir haben extrem viel investiert, die Jungs waren willig, haben die Idee umgesetzt – und wir hatten einen vernünftigen Plan. Kiel ist eigentlich eine sehr spielstarke Truppe, hat aber nur lange Bälle gespielt. Wir haben gut verteidigt, kriegen aber durch zwei Standardsituationen die Gegentore. Das darf uns als Herren-Mannschaft einfach nicht passieren – das muss man so klipp und klar sagen. Insofern ist der Punkt sehr wichtig für die Moral, so dass wir wenigstens mit etwas nach Hause fahren“, konstatierte der 48-Jährige.

"Ein Einstand, den man sich genau so vorstellt!"

Grenzenloser Jubel bei den Teutonen nach dem Last-Second-Ausgleich. Foto: noveski.com

Und wie sah der Teutonen-Held sein Debüt im neuen Dress? „Das ist natürlich ein Einstand, den man sich genau so vorstellt. Aber nichtsdestotrotz finde ich, wenn man den Spielverlauf sieht, dass wir die deutlich bessere Mannschaft waren und auch ruhig hätten gewinnen können. Aber am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein, weil Kiel auch noch ein, zwei gute Dinger hatten“, befand Lukowicz – und fügte an: „Für uns ist das einfach unfassbar wichtig für die Moral.“ Allerdings müsse man „die Fehler abstellen, weil jeder einzelne in der Regionalliga bestraft werden kann“. Was seine eigene Leistung angeht, entgegnete Lukowciz auf Nachfrage: „Es freut mich einfach, dass ich der Mannschaft helfen konnte mit Toren. Dafür bin ich hier. Und ich hoffe, dass es genau so weitergeht!“

Autor: Dennis Kormanjos

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