Regionalliga Nord

„Alles wie immer!“ – Norderstedt zieht gegen „abgewichste“ Flensburger den Kürzeren

22. November 2021, 11:03 Uhr

Weiches Patrick Thomsen (li.) im Duell mit Eintracht-Kapitän Jordan Brown. Foto: noveski.com

„Alles wie immer“, brachte es Jens Martens in drei knappen Worten auf den Punkt. Sein zurückgekehrter Kapitän Jordan Brown ergänzte: „Es war das übliche Spiel: Weiche ist extrem abgewichst – eine sehr clevere Mannschaft. Die wissen genau, was sie machen“, sprach er vor allem auf das zweite Gegentor an, als sich der FC Eintracht Norderstedt „extrem dumm“ anstellte, wie auch Chefcoach Martens unumwunden zugab (alle Highlights im LIVE-Ticker).

Das 0:1: Ilidio Pastor Santos (2. v. li.) ist vor Dane Kummerfeld am Ball und schiebt zur Weiche-Führung ein. Foto: noveski.com

Nach einem Foulspiel von Philipp Koch warf dieser den Ball entnervt in Richtung Weiches Spielertraube, die sich um die Situation herumtummelte. Kapitän Torge Paetow legte sich den Ball zurecht, erkundigte sich kurzerhand beim Unparteiischen, ob dieser den Ball freigeben werde oder ob er direkt schießen könne, ehe er das Runde über die noch nicht formierte Eintracht-Mauer hinweg in die Maschen beförderte (39.). „Den Ball müssen wir blocken, das war dumm von uns“, echauffierte sich Martens nicht nur über die Entstehung des zweiten Gegentores. „Dem 0:1 geht ein glasklares Handspiel voraus. Das war genau vor unserer Nase!“

"Fünf chaotische Minuten"

In die gleiche Kerbe sprang sein Captain – doch der Pfiff blieb aus und Flensburg spielte den Angriff zu Ende. Über Paetow und Marcel Cornils kam die Kugel zu Ilidio Pastor Santos, der nur noch den Fuß hinhalten musste (37.). „In fünf chaotischen Minuten können wir auch das 0:3 kriegen“, machte Martens keinen Hehl daraus, dass Eintracht-Fänger Stefan Rakocevic sein Team nach einem schlimmen Ballverlust von Nils Brüning im Spiel hielt, als Paetow für Cornils durchsteckte und dieser freistehend am Schlussmann scheiterte (41.).

"Die Mannschaft hat einmal mehr gezeigt, dass sie nicht schlechter ist"

Norderstedt-Keeper Stefan Rakocevic versteht nach dem schnell ausgeführten Freistoß, der zum 0:2 führte, die Welt nicht mehr. Foto: noveski.com

„Irgendwie ist das immer so, dass man gegen Weiche den Kürzeren zieht“, lautete das ernüchternde Fazit von Brown. „Aber grundsätzlich haben wir eine gute Leistung gezeigt. Damit bin ich zufrieden.“ Auch Martens befand: „Wir machen nicht nur ein gutes Spiel. In der ersten Halbzeit war es noch ausgeglichen, nach der Pause hatten wir deutlich mehr Feldanteile und haben es auch gut verteidigt.“ Und: Unmittelbar nach Wiederanpfiff meldeten sich die Garstedter zurück. Über Jasper Hölscher und Brown kam das Spielgerät zu Jonas Behounek, der sich am gegnerischen Sechzehner behauptete und für Jan Lüneburg durchsteckte. Dieser schloss wuchtig zum Anschluss ab – 1:2 (49.).

Aber: „Weiche ist extrem stabil und erfahren. Die lassen wenig zu. Im letzten Drittel fehlte uns die Durchschlagskraft“, konstatierte Brown, der dennoch meinte: „Ein 2:2 wäre verdient gewesen.“ Sein Coach erklärte, dass „der letzte Punch gefehlt“ habe. „Trotzdem ist das sehr traurig für die Mannschaft, die einmal mehr gezeigt hat, dass sie nicht schlechter ist als dieser Gegner.“ Weiche sei „einfach clever, total abgebrüht, extrem zweikampfstark und verteidigt sehr gut“, so Martens abschließend.

Autor: Dennis Kormanjos

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