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Aogo knipst für den ETV - Gümüs rätselt über „Pinneberger Show“

ETV pirscht sich mit 5:0-Kantersieg auf den dritten Platz vor

28. September 2019, 00:15 Uhr

Leon Bolz sorgte nach seiner Einwechslung für frischen Wind und setzte den Schlusspunkt zum 5:0 für seinen ETV. Foto: Heiden

„Wir haben richtig guten und gepflegten Fußball gespielt“, freute sich Koray Gümüs, „einen souveränen und verdienten Sieg“ eingefahren, fügte der Manager des Eimsbütteler TV an. Und doch gab es etwas, das ihn im Nachhinein arg störte: „Wenn Leute ein bisschen übers Ziel hinausschießen und abdrehen.“ Was und wen er damit meinte? „Es war ein relativ friedliches Spiel mit einem Schiedsrichter-Gespann, das auf einem sehr guten Niveau gepfiffen hat“, befand Gümüs, „und ich bin eigentlich eher ein Schiedsrichter-Kritiker, auch wenn ich nach den 90 Minuten immer gut mit den Referees klarkomme. Aber was der Co-Trainer von Pinneberg da heute für eine Show abgezogen hat, ist mir ein Rätsel. Da frage ich mich echt: Warum und wofür?!“

Mit 5:0 schickte der ETV die Gäste aus Pinneberg, die aus den letzten vier Spielen sieben Punkte holten, wieder gen Heimfahrt. Das deutliche Ergebnis sorgte letzten Endes auch bei Gümüs für den Unmut gegenüber des Assistenztrainers der Mannen von der Fahltsweide. Denn: „Wenn eine Mannschaft spielerisch unterlegen ist und eine Partie klar und deutlich verliert, dann brauche ich mich nicht im Nachhinein über die Schiedsrichter aufregen. Der schießt keine fünf Tore für den Gegner. Ich finde, das ist der Situation einfach nich angemessen. Wäre es ein Spiel, das auf Augenhöhe ist und wo es Spitz auf Knopf steht, dann kann ich es verstehen, dass man sich über vereinzelte Situationen beschwert oder sie anders wahrnimmt. Aber in meinen Augen gab es keine Phase, wo Pinneberg mal ein bisschen Oberhand hatte. Da muss man einfach nicht überdrehen“, fand er deutliche Worte – und nannte noch ein „krönendes Highlight“, als der „Co“ des VfL den Unparteiischen nach Spielende dazu „aufforderte, einen Sonderbericht zu verfassen, weil unser Spieler Alper Bas nicht die Nummer auf dem Trikot hatte, die auf dem Spielbericht stand. Da sollte man sich vielleicht mal hinterfragen…“ Aber: „Wir stehen da drüber!“

„Es hat mich berührt, mit welcher Begeisterung die Spieler aus der U19 mitziehen“

Agostinho Miler D‘Oliveira, kurz „Aogo“ (re.), bei seiner Rückkehr mit Liga-Manager Koray Gümüs. Foto: ETV

Stattdessen ließ der ETV auf dem Ausweichplatz an der Bundesstraße das Sportliche sprechen – und zwar mit zwei Debütanten in der Startelf: Neben Luc-Noah Klasen aus der U19 wirbelte in der Offensive der reaktivierte Agostinho Miler D’Oliveira – von seinen Teamkollegen nur „Aogo“ genannt. Und wie er das tat! Nach einer Ecke von Bamo Mohamed brachte „Aogo“ die Hausherren in Front (14.), ehe Hammed Nawaz nach einem Zuspiel von Lennart Mierow von außen nach innen zog und auf 2:0 erhöhte (25.). „Es hat mich sehr berührt, wie gut die einzelnen Mannschaftsteile harmoniert haben – auch die Spieler, die aus der U19 hochkommen und mit 100-prozentigen Begeisterung mitziehen. Davor habe ich richtig Respekt“, schwärmte Gümüs von seinen Youngstern und den Bedingungen, „auf die der eine oder andere Verein neidisch sein kann“.

„Wenn er da ist, schießen wir einfach viel mehr Tore“

Die Eimsbütteler „standen gut“, so der Manager, „hatten weiter viele Chancen, aber wir schaffen es nicht, den Ball über die Linie zu drücken“. Zumindest nicht bis zur Einwechslung des wiedergenesenen Leon Bolz (65.). „Dann war wieder Abfahrt. Wenn er da ist, schießen wir einfach viel mehr Tore.“ Keine 60 Sekunden auf dem Platz, da erhöhte „Aogo“ nach einer Ecke von Jan-Ole Eggers auf 3:0, ehe der 19-jährige Offensivakteur den Ball scharf reinspielte und Dominik Füßmann unglücklich in die eigenen Maschen traf (83.). Zu jenem Zeitpunkt waren die Gäste nach einer Ampelkarte gegen Donat Xhelili nur noch zu zehnt auf dem Platz (71.). Den Schlusspunkt setzte schließlich Leon Bolz, der erst ein Solo startete, vom eingewechselten U19-Jungspund Arwid Dykier die Kugel durchgesteckt bekam und gekonnt vollendete (88.). „Über 90 Minuten haben wir nichts zugelassen und es hochkonzentriert runtergespielt“, bilanzierte ein zufriedener Gümüs, der mit seinem Team nicht nur zum Tabellendritten HR aufschloss, sondern die Mannen vom Lütten Hall aufgrund es um einen Treffer besseren Torverhältnisses sogar überholte. Während Oberliga-Absteiger Pinneberg an vorletzter Stelle rangiert.

Autor: Dennis Kormanjos

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