Regionalliga Nord

Aus großer Distanz und zu ganz später Stunde: Atamimi sieht ETV-Pleite gegen Mit-Konkurrent!

09. März 2024, 19:34 Uhr

ETV-Keeper Viktor Weber bewahrte sein Team vor einem früheren Gegentor, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern. Archivfoto: noveski.com

Aus einer Entfernung von sage und schreibe 11.046,49 Kilometern Luftlinie verfolgt Khalid Atamimi nun schon seit mehreren Wochen seine Mannschaft. Der immer noch in Indonesien, dort in der Hauptstadt Jakarta, weilende Chefcoach des Eimsbütteler TV saß auch am Freitagabend vor dem Bildschirm, als sein ETV um 01:30 Uhr indonesischer Zeit beim SC Weiche Flensburg gastierte und im direkten Duell gegen einen Mit-Konkurrenten wichtige Punkte im Abstiegskampf der Regionalliga Nord einfahren wollte.

Die Kommunikation aus der (großen) Entfernung mit dem Trainerteam: „Wir sprechen unter der Woche viel, auch vor jedem Training tauschen wir uns aus, wie es läuft, ob es irgendwelche Besonderheiten oder Probleme gibt. Auch in Bezug auf die Aufstellung gibt es vorher eine kurze Konversation. Aber ich habe das allergrößte Vertrauen in das Trainerteam, weil die das zu 100 Prozent besser beurteilen können, da ich einfach nicht vor Ort bin und das Trainerteam sieht, wie die Jungs drauf sind und trainieren“, so Atamimi, der trotz dessen versucht und bemüht ist, möglichst nah an der Mannschaft dranzubleiben. „Es ist immer unterschiedlich. Beim vorletzten Mal habe ich die Spieler alle individuell angeschrieben. Beim letzten Mal habe ich ein Video rumgeschickt.“

"Nach vorne waren wir zu ungenau"

ETV-Coach Khalid Atamimi fieberte vor dem TV-Bildschirm mit seinen Jungs. Geholfen hat es am Ende nicht. Archivfoto: noveski.com

Vor dem Spiel in Flensburg wurde Atamimi bei der Besprechung live dazugeschaltet, „damit ich nochmal mit den Jungs sprechen und ihnen warme Worte aus Indonesien zuschicken kann“, verriet er. Geholfen hat es am Ende jedoch nicht – obwohl Atamimi vor dem Stream bis zur letzten Sekunde mitfieberte. „Meiner Meinung nach haben wir, außer bei Standards, wenig zugelassen. Ehrlicherweise hatten wir da aber auch etwas Glück“, gab der ETV-Coach unumwunden zu. „Nach vorne waren wir zu ungenau. Hätten wir es besser ausgespielt, hätten wir auch unsere Möglichkeiten bekommen. Das Gute ist: Wir sind fähig, in der Liga zu spielen und brauchen einfach auch mal nötige Spielglück und das Momentum auf unserer Seite“, bilanzierte er.

"Man muss zugeben, dass Weiche sich das verdient hat"

Am Ende machte ein Tor den Unterschied aus – und natürlich fiel das nach einem ruhenden Ball. Ein Einwurf von rechts wurde zu Bjarne Schleemann durchgesteckt. Dessen Chip-Flanke auf den zweiten Pfosten nickte der eingewechselte Yusri El-Kandoussi in die Maschen (86.)! „Natürlich wären wir froh gewesen, wenn wir den Punkt mitgenommen hätten. Man muss aber auch ehrlich zugeben, dass Weiche sich das absolut verdient hat, weil sie die bessere Mannschaft waren“, gestand ETV-Co-Trainer Jonas Struckmann – und fügte an: „Wir haben es nicht geschafft, das umzusetzen, was wir gegen Havelse und Meppen wirklich gut gemacht haben.“

In einem fußballerisch zähen Spiel waren vor allem die zweiten Bälle und eine gute Zweikampfführung gefragt – oder auch mal, „den Ball hinter die Kette zu bringen, so dass der Gegner ins Rückwärtslaufen kommt. Das hat Weiche heute deutlich besser gemacht“, konstatierte Struckmann, dessen Mann von Glück sagen konnten, nicht schon früher in Rückstand zu geraten. „Wir müssen gucken, dass wir die Sachen, die wir heute nicht gut hinbekommen haben, analysieren und versuchen, wieder besser reinzukommen und in der Trainingswoche besser zu werden“, erklärte Atamimis Vertreter abschließend.

Autor: Dennis Kormanjos