Landesliga 02

Bärenstarke Billstedter Ballvirtuosen überrennen Düneberg!

14. November 2021, 19:46 Uhr

Große Freude bei den Spielern des SC V/W Billstedt nach dem deutlichen 4:0-Erfolg über Verfolger Düneberg. Foto: Kormanjos

Bereits in den ersten 45 Minuten kommentierte er auf dem Platz nahezu jede Aktion, stellte seine Mitspieler, gab ihnen Tipps und taktische Anweisungen – allein es half nichts. Auch der langjährige Oberliga-Recke und Serienmeister mit der TuS Dassendorf, Joe Warmbier, konnte im Landesliga-Verfolgerduell der Zweier-Staffel die Klatsche seines Düneberger SV beim SC V/W Billstedt (alle Highlights im LIVE-Ticker) nicht verhindern. Eine Chance kurz vor der Pause, als mit Tarik Cosgun ein weiterer höherklassig erfahrener Akteur freistehend kläglich vergab (42.) – ansonsten liefen die Mannen vom Silberberg der Musik zu jeder Phase hinterher!

DSV-Goalgetter Sandro Schraub (li.) ließ sein Können zwar aufblitzen, war bei der Defensive der Hausherren aber bestens aufgehoben. Foto: Kormanjos

„Das ist frustrierend“, haderte „der beste Stürmer der Liga“, obhudelte Ex-Profi und V/W-Coach Carsten Kober Düneberg-Torjäger Sandro Schraub, eine Viertelstunde vor Ultimo in Richtung seines Trainers Dennis Tornieporth. Der Angreifer mühte sich, sah aber kaum einen Stich gegen einen dieser vielen Youngster der Billstedter: Marshall Murray Ngassa Faleu. Im letzten Spiel unterlief dem Innenverteidiger noch das entscheidende und unglückliche Eigentor bei der 0:1-Niederlage beim ASV Hamburg. Davor die Woche stellte der Jungspund bereits Benjamin Bambur kalt (3:0 gegen Kosova). Und nun eben Schraub. „Eine überragende Partie“, attestierte Kober seinem talentierten Verteidiger.

"In der zweiten Halbzeit hat sich die Mannschaft belohnt"

Für den bereits angeschlagen ins Spiel gegangenen Pascal Nägele (li.) war die Partie bereits nach 20 Minuten beendet. Foto: Kormanjos

Aber nicht nur ihm. „Das ist der Weg, den wir jetzt seit Jahren gehen. Die Jungs sind klasse und haben mein absolutes Vertrauen“, machen die vielen „Juwelen“ dem langjährigen HSV-Profi jede Menge Spaß. Ein Attribut, das Vorwärts-Wacker 90 Minuten lang am Öjendorfer Weg versprühte. „Wir haben Düneberg analysiert, die Mannschaft gut vorbereitet und ihr einen klaren Plan mit an die Hand gegeben“, verriet Kober, der zwei Wochen lang auf den Gegner hingearbeitet habe – mit klaren Vorgaben: „Gegen den ASV haben wir zu viel durch die Mitte gespielt. Da Düneberg mit zwei Viererketten spielt, wollten wir heute den Weg über die Außen suchen. In der ersten Halbzeit hatte die Mannschaft schon Chancen, in der zweiten hat sie sich belohnt und den Plan hervorragend umgesetzt!“

"Tornie" muss früh reagieren - Drei Tore binnen sieben Minuten

V/W-Coach Carsten Kober (Mi.) sah einen bärenstarken Auftritt seiner Schützlinge. Foto: Kormanjos

Düneberg sah keinen Stich mehr und wurde förmlich überrannt. Immer – und immer wieder! Dass er bereits in der ersten Halbzeit zweimal verletzungsbedingt wechseln musste (Pascal Nägele und Marcel Jeremias mussten angeschlagen weichen), wollte DSV-Coach Tornieporth nicht als Entschuldigung geltend machen: „Natürlich war das sehr ärgerlich. Aber das muss eine Mannschaft wie unsere auffangen. Daran lag es nicht.“ Vielmehr war das, was die Billstedter Ballartisten „in der ersten Viertelstunde nach der Pause, was unser Umschaltspiel – sowohl durch die Mitte als auch über die Außen – angeht, wirklich hervorragend“, befand selbst Kober.

Und auch aus neutraler Sicht kam man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Der starke Felix Niedwetzki luchste Gegenspieler Sanshiro Okui, der für Jeremias in die Partie kam und später wieder ausgewechselt wurde, den Ball ab, scheiterte zwar an Domenic Kikillus, aber der überragende Emrah Ates war im Nachsetzen zur Stelle – 1:0 (52.)! Der Beginn von sieben torreichen Minuten. Denn nur wenige Augenblicke später kam die Kugel über Niedwetzki und Ates halblinks im Strafraum zu Routinier Gökhan Iscan, der sich die Chance nicht nehmen ließ und mit links trocken ins lange Eck einschweißte (55.)!

Düneberg leistet Geleitschutz, Heidmann fliegt

Düneberg leistete nur noch Geleitschutz, ließ sich mal um mal vorführen und düpieren, wie auch 120 Sekunden nach dem zweiten Treffer: Ates narrte die gesamte Defensivabteilung und wurde dann von Warmbier gefällt. Elfmeter! Beraat Sarikaya konnte Kikillus zwar nicht überwinden, aber diesmal schaltete Filip Joost am schnellsten und markierte das 3:0 (59.)! „In der zweiten Halbzeit spielt Vorwärts das einfach gut. Wir verlieren ein bisschen die Ordnung und die Ruhe – gerade nach dem 0:1. Mit der Gelb-Roten Karte wurde es dann nochmal enorm schwerer“, sprach Tornieporth auf die folgende Ampelkarte von Fabian Heidmann an, der von Referee Thomas Bauer (Rahlstedter SC), mit dessen Leistung die Gäste alles andere als zufrieden waren, wegen Meckerns vom Platz gestellt wurde (61.).

"Daheim sind wir bärenstark"

Joe Warmbier (li.) im Duell mit dem überragenden Emrah Ates. Foto: Kormanjos

Den Schlusspunkt eines einseitigen Kicks setzte Linksfuß Ates nach einer vorangegangenen Stafette über Iscan und Joost, dessen Schussversuch noch geblockt wurde, zum 4:0-Endstand (69.). „Vorwärts hat das sehr gut gemacht und absolut verdient gewonnen – letztendlich auch in der Höhe“, gestand ein sportlich-fairer Tornieporth. „Sie hatten mehr vom Spiel, aber das war uns klar. Denn sie sind sehr heim- und spielstark. So einen gebrauchten Tag hat man mal. Das passiert“, müsse man schnell die richtigen Lehren daraus ziehen. Während Kober bilanzierte: „Im Endeffekt war das der Anschluss an die Kosova-Leistung. Zuhause ist bei uns und vor allem bei den jungen Spielern die Brust ganz weit draußen. Da sind wir bärenstark“, hofft der Übungsleiter, der gleichzeitig auch Präsident des Vereins ist, nun auch auf ähnliche Darbietungen in der Fremde.

Autor: Dennis Kormanjos

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