Landesliga Hansa

Ballermann Bachir: Erst führt Lohbrügge, dann schlägt Mou doppelt zu

30. November 2019, 00:27 Uhr

Traf für Kosova gegen den Spitzenreiter gleich zwei Mal: Mou-Inzou Bachir (li.). Foto: Both

Es sah alles so aus, als sollte es den normalen Gang der Dinge nehmen. In seinem Auswärtsspiel beim Klub Kosova führte der VfL Lohbrügge nach Treffern von Onur Saglam (14.) und Nikola Benkovic (41.) bereits mit 2:0 und die Mannschaft des Trainer-Duos Sven Schneppel und Elvis Nikolic steuerte auf ihren 18. Sieg in dieser Saison zu. Aber: Nachdem Kosova schon im Hinspiel beim knappen 2:1-Sieg des VfL beinahe zum Stolperstein geworden wäre, stellten die Kicker von Coach Daniel Sager den „Wild Boys“ diesmal derartig ein Bein, dass der Favorit und Top-Kandidat auf den Aufstieg zumindest ins Straucheln geriet. Als Schiri Leif Jischkowski (VfL 93) die Begegnung n der Slomanstraße abpfiff, stand es nämlich aus Sicht der Gäste vom Binnenfeldredder „nur“ noch 2:2.

Zunächst hatte Saglam nach noch nicht einmal einer Viertelstunde „KK“-Fänger Amevi Olivier Sossou mit einem Freistoß bezwungen, den der Schlussmann der Gäste nur noch an den Innenpfosten lenken konnte. Von da prallte das Leder ins Netz. Auch nach Saglams Vorarbeit für Benkovic, der am zweiten Pfosten einnetzte, war der Gastgeber-„Goalie“ chancenlos. Doch Mou-Inzou Bachir sollte sich letztlich zu dem Mann entwickeln, der dem VfL bildlich gesprochen in die Suppe spuckte. Bislang hatte der Neuzugang der Sager-Equipe in sechs Spielen sechs Mal eingenetzt – diesmal brachte er den Ball innerhalb der zweiten Hälfte gleich zwei Mal im Ziel unter. Zunächst nach einer Flanke von Albin Bektesi per Kopf nach 60 Minuten, dann mit einem noch abgefälschten Schuss in der 70. Minute – und futsch war der 18. Sieg in Serie für den Tabellenführer. Auch, weil Sossou in der 85. Minute gleich doppelt überragend hielt: Erst im Eins-gegen-Eins gegen den eingewechselten Danijel Suntic und anschließend bei einem von Duro Maskaljevic getretenen Freistoß.

Nikolic: „Wir sind viel zu wild aufgetreten und haben es nicht mehr geschafft, Ruhe reinzukriegen“

Lohbrügges Trainerduo Elvis Nikolic (re.) und Sven Schneppel konnte mit dem Auftritt an der Slomanstraße nicht ganz zufrieden sein. Foto: Bode

Und so kam Elvis Nikolic nicht umhin, im Anschluss an die Partie lobende Worte für den Kontrahenten auszupacken. „Kosova war in der zweiten Hälfte echt stark. Stärker als wir. Sie waren richtig griffig und willig. Wir konnten nicht mehr unser Spiel entwickeln, nachdem wir aus der Kabine gekommen sind“, konstatierte der eine Teil des VfL-Trainerduos, dessen Mannschaft in der Entstehung beider Gegentreffer auf der rechten Bahn keine gute Figur machte und jeweils Hereingaben nach innen zuließ. „Am Ende war es ein wilder Schlagabtausch“, bilanzierte Nikolic – und das war es auch, was dem Lohbrügger Übungsleiter nicht so gut gefallen hatte: „Wir sind viel zu wild aufgetreten und haben es nicht mehr geschafft, Ruhe reinzukriegen.“ Insgesamt, so Nikolic, „geht das 2:2 in Ordnung. Wir sind froh, dass wir einen Punkt mitnehmen.“ Auch, wenn der Sieg ausblieb, ist der VfL seit nunmehr 18 Spielen ohne Niederlage und will „am nächsten Wochenende gegen Billstedt die nächsten drei Punkte holen. Diesmal müssen wir allerdings mit einem Punkt zufrieden sein“, schloss Nikolic sein Fazit zum Spiel.

Jan Knötzsch 

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