Oberliga-Abstiegsrunde

Bei Tornesch-Triumph: „Keine Erklärung“ für Meiendorfer Wehrlos-Auftritt

06. März 2022, 18:01 Uhr

Fabian Knottnerus (li.) köpft ohne große Gegenwehr zum 1:0 für seinen FC Union Tornesch ein. Foto: KBS-Picture.de

Thorben Reibe wusste zunächst nicht so recht, wie er den Sieg im absoluten „Kellerkick“ zwischen seinem FC Union Tornesch und dem Meiendorfer SV (alle Highlights im LIVE-Ticker) bewerten soll. Auf die etwas provokante Frage, ob er in seiner Oberliga-Laufbahn schon einmal zuvor so einfach drei Punkte eingefahren habe, entgegnete der Tornesch-Trainer: „Tatsächlich war es ein bisschen so – und auch hochverdient. So sicher haben wir hinten bisher auch noch nicht gestanden.“ Und weiter: „Es war nicht unser am härtesten erkämpfter Sieg. Trotzdem muss man den erstmal mitnehmen.“

Fabian Knottnerus (re.) - hier gegen Necati Agdan - hatte als Sturmspitze bereits im ersten Durchgang zweimal die Chance zur Führung. Foto: KBS-Picture.de

Zweimal versuchte er sein Glück und scheiterte nur knapp (28., 32.). Im dritten Anlauf fand Fabian Knottnerus aber den Weg ins Glück. Und selten zuvor wird der Spieler des FC Union Tornesch, der als Sturmspitze agierte, so frei, unbedrängt und ohne jegliche Gegenwehr bei einem Torerfolg gewesen sein. Eine Freistoß-Flanke von Maik Stahnke schädelte Knottnerus innerhalb des „Fünfers“ (wo war eigentlich Meiendorf-Schlussmann Torben Grether?!) gänzlich unbehelligt ein. 1:0 (53.)!

Meiendorf zeigt sich wehrlos

Der Auftritt der Gäste im Sportpark Torneum hatte nicht nur rein gar nichts mit Abstiegskampf, sondern auch nichts mit Oberliga-Fußball zu tun! Meiendorf fiel nichts ein. Die Yavuz-Mannen agierten mit planlosen langen Bällen ins buchstäbliche Nichts und präsentierten sich nach der Pause wehrlos – eben wie ein Tabellen-Schlusslicht! Die Unioner witterten derweil ihre Chance, einen Satz zu machen - und legten nach. Erst vollendete der werdende Vater Maik Stahnke eine tolle Stafette über Christian Kulicke und Morris von Winckelmann (58.), dann bugsierte MSV-Kapitän Necati Agdan eine Hereingabe des eingewechselten Adrian Ghadimi in die eigenen Maschen (76.). Bezeichnend!

"Man hatte das Gefühl, dass wir nicht voll dagegengehalten haben"

Maik Stahnke (li.) markierte das 2:0 und bejubelte seinen Treffer mit bevorstehenden Vaterfreuden. Foto: KBS-Picture.de

„Ich muss sagen, dass ich schon ein bisschen enttäuscht über unsere Leistung in der zweiten Halbzeit bin, weil der Gegner eine Schippe draufgelegt hat, man aber schon das Gefühl hatte, dass wir nicht voll dagegenhalten gehaben“, gestand Meiendorf-Coach Yavuz. „Wir wollten den Gegner weiter beschäftigen – aber das ist nicht passiert“, haderte Yavuz – auch über die Gegentore. „Das war eigentlich gut zu verteidigen, aber wir haben es nicht hingekriegt.“ Die erste Halbzeit seiner Schützlinge sei noch „passabel“ gewesen. „Da hatte ich schon das Gefühl, dass wir noch eine Schippe drauflegen und den Gegner vor Probleme stellen können. Aber genau das Gegenteil ist passiert.“

"Unsere Situation ist deutlich schlechter geworden"

Christian Kulicke (Mi.) im Kampf um den Ball mit Edin Tanovic. Foto: KBS-Picture.de

Dabei machte der MSV-Dompteur auch keinen Hehl daraus, dass er für die Leistung seiner Elf „keine Erklärung“ habe. „Die Enttäuschung bei mir ist größer, als die Fähigkeit, die richtigen Worte dafür zu finden. Es ist einfach nur bitter und unnötig. Auch wenn sich der Gegner das in der zweiten Halbzeit verdient hat.“ Obwohl Yavuz niedergeschlagen wirkte, glaube er nicht, „dass irgendein Team in dieser Abstiegsrunde so stark ist, dass man keine Punkte gegen diese Mannschaft holen könnte“. Aber: „Wenn du solche Spiele nicht gewinnst, dann darfst du sie zumindest nicht verlieren. Das haben wir letzte Woche schon nicht geschafft und heute auch nicht. Dementsprechend ist unsere Situation deutlich schlechter geworden. Ich spreche den Jungs ja nicht ab, dass sie es nicht wollen. Allerdings waren wir nicht dazu in der Lage, Druck auszuüben oder in die Zweikämpfe zu kommen.“

"Haben gesagt, dass wir die Hälfte der Spiele gewinnen wollen"

Adrian Ghadimi (re.) und Morris von Winckelmann zelebrieren den Treffer zum 3:0. Foto: KBS-Picture.de

Sein Gegenüber meinte: „Am Ende braucht man nicht darüber zu reden, dass es hochverdient war. Im Endeffekt hätten wir sogar noch ein, zwei oder drei Tore mehr machen können. Aber wir sollten ein bisschen Demut zeigen und froh sein, dass wir überhaupt die Punkte hierbehalten haben.“ Die Marschroute für die Abstiegsrunde: „Wir haben gesagt, dass wir die Hälfte der Spiele gewinnen wollen. Man weiß ja auch gar nicht, wie viele Mannschaften letztendlich absteigen werden. Deshalb müssen und wollen wir zusehen, möglichst viele Punkte zu sammeln.“

Autor: Dennis Kormanjos

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