Oberliga

Blomkamp-Bastelarbeiten: Obloch bleibt, Gümüs kommt – Ärger über den AFC!

16. Juni 2022, 12:09 Uhr

Da geht's lang: Philipp Obloch (Mi.) gibt auch in der kommenden Saison die Richtung beim TuS Osdorf vor. Foto: noveski.com

Lange hat man am Blomkamp die Füße stillgehalten – aber im Hintergrund wurde eifrig gearbeitet und am Team für die kommende Oberliga-Saison 2022/23 gebastelt. Der TuS Osdorf, „Meister“ der Abstiegsrunde, hält an Cheftrainer Philipp Obloch fest. Diese Meldung an sich ist keine Überraschung – dafür gibt es aber im „Staff“ die eine oder andere Veränderung. Auch im Kader der „Blomkampler“ herrscht ein reger Betrieb…

Osdorf-Manager Cemil Yavas gibt uns einen detaillierten Einblick in die Planungen seiner "Blomkampler" für die kommende Saison. Foto: KBS-Picture.de

„Ich war auf jeden Fall überrascht“, gesteht Cemil Yavas – und fügt auf Nachfrage an: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir die Spiele so locker-flockig runterspielen und gewinnen – und dass, obwohl wir dreimal mit unserem Co-Trainer im Kader antreten mussten. Wir hatten personelle Probleme und haben trotzdem – bis auf eine Ausnahme – alle Spiele gewonnen“, spricht der Manager des TuS auf die überaus eindrucksvolle Serie seiner Mannen in der Oberliga-Abstiegsrunde an. Ein Lauf, der angesichts des fast schon tragischen Last-Second-Knockouts im letzten Match im Kampf um die Teilnahme an der Meisterrunde beim TSV Buchholz 08 (2:2) in dieser Form tatsächlich nicht zu erwarten war.

„Es wurde ja immer gesagt, dass die Parallel-Staffel stärker sei. Es mag auch sein, dass die ersten drei, vier Mannschaften besser waren, als in unserer Staffel. Aber ich glaube, dahinter war dann ein sehr großes Gefälle. Im Großen und Ganzen war unsere Liga ausgeglichener“, begründet Yavas, warum die Mannschaften aus der Zweier-Staffel am Ende die ersten fünf Plätze in der Abstiegsrunde belegten – während sich die Teams aus der Einser-Staffel allesamt dahinter einreihen und sogar absteigen mussten.

"Der Zeitpunkt war ganz bewusst ausgewählt"

Daniel Lopez, hier noch in Diensten des FC Teutonia 05 II, wird neuer Co-Trainer von Philipp Obloch in Osdorf. Foto: noveski.com

Doch zurück zum bitteren Scheitern der Osdorfer in der Nordheide, womit klar war dass die Obloch-Mannen eben nicht in der Meisterrunde landen, sondern um die Klasse kämpfen müssen. Für „Tüftler“ Yavas genau der richtige Zeitpunkt, in der schweren Stunde ein klares Bekenntnis abzugeben: „Wir haben mit Philipp Obloch verlängert. Allerdings haben wir es erst offiziell gemacht – auch der Mannschaft gegenüber –, als klar war, dass wir es nicht in die Meisterrunde geschafft haben. Wir wollten damit dem Trainer und der Mannschaft unser Vertrauen aussprechen und ein Zeichen setzen. Deshalb war dieser Zeitpunkt ganz bewusst ausgewählt, denn ich war mir sicher, dass er der absolut richtige Mann ist.“ Er habe „auf diesen Effekt gehofft – und der kam dann auch“, so Yavas.

Während Obloch also an Bord bleibt, stößt zur kommenden Saison ein neuer Co-Trainer zum TuS: Daniel Lopez, der mit dem FC Teutonia 05 II auf tragische Art und Weise den Landesliga-Aufstieg verpasst hat und in der Vergangenheit auch schon als Chefcoach bei Roland Wedel, der SV Blankenese und Eintracht Norderstedt II tätig war, wird neuer Obloch-Assistent. „Es standen ein paar Kandidaten zur Auswahl“, verrät Yavas. „Aber wichtig ist, dass Philipp mit dem Co-Trainer eng und gut zusammenarbeitet. Deshalb habe ich die Wahl auch ihm überlassen und die Entscheidung in seine Hände gegeben. Beide haben sich drei-, viermal getroffen und super verstanden.“

Gümüs wird zweiter Co-Trainer - "Malle" bleibt, Aptoula geht

Nach einjähriger Pause zurück auf der Fußballbühne: Koray Gümüs wird zweiter Co-Trainer beim TuS. Foto: Heiden

Doch damit nicht genug. Nach einer fast einjährigen Pause und seinem damals überraschenden Ausscheiden beim Eimsbütteler TV kehrt Koray Gümüs auf die Fußballbühne zurück. „Koray stößt als zweiter Co-Trainer dazu“, bestätigt uns Yavas. „Er wird auf dem Feld sein, den Trainern zur Seite stehen, ihnen helfen und zuspielen.“ Dazu werde Gümüs auch in organisatorische Aufgaben mit eingebunden sein. „Er fungiert sozusagen als Brücke zwischen der Mannschaft und mir“, so Yavas, der betont: „Wir wären dumm, wenn wir sein unglaubliches Netzwerk nicht nutzen würden. Er wird mir, der Mannschaft und vor allem den Trainern helfen“, ist er sich sicher.

Der bisherige Co-Trainer Mahmoud Ben-Djebbi bleibt dem Club ebenfalls erhalten, allerdings in neuer Funktion: „Er ist der Mannschaft und mir richtig ans Herz gewachsen. ‚Malle‘ ist ein geiler Typ – und der ganze Verein liebt ihn. Er wird ins Management gehen, dort Aufgaben übernehmen und mich unterstützen. Hinzu kommt, dass er als lizensierter Fitnesstrainer einmal in der Woche die Jungs, die aus einer Verletzung kommen oder anderweitigen Nachholbedarf haben, in einer Extra-Einheit ‚herumscheuchen‘“, scherzt Yavas, der mit Ediz Aptoula seinen Scout, Spielbeobachter und eine wichtige Vertrauensperson im Verein verliert. „Er hat leider aufgehört, da er es zeitlich nicht mehr schafft. Ediz ist ein super Typ, der akribisch und detailbesessen. Ich bin unglaublich dankbar für seine Arbeit! Denn er hat unheimlich viel für den Verein und für mich getan. Obwohl er Familie hat, war er immer da, wenn wir ihn gebraucht haben.“

"Werde den Verantwortlichen von Altona 93 Dauerkarten zuschicken"

Linksverteidiger Abdul Saibou (li.) hat in Osdorf auf sich aufmerksam gemacht - und wechselt nun zu Altona 93. Foto: noveski.com

Was den Kader angeht, wird es am Blomkamp ebenfalls die eine oder andere Veränderung geben. Den Verein verlassen werden Kay-Fabian Adam (SV Eichede), Moritz Rosemeier (hört auf), Felix Schlumbohm (FC Union Tornesch), Mustafa Ercetin (Ziel unbekannt) und Abdul Saibou (Altona 93). Letztgenannter kam vor der vergangenen Saison aus der A-Jugend des Eimsbütteler TV und hat in Osdorf auf sich aufmerksam und den nächsten Schritt gemacht. Nun zieht es ihn an die „AJK“. Unseren Informationen zu Folge haben die Verantwortlichen des AFC gleich fünf (!) Spieler von Osdorf angesprochen. Dieser Umstand sorgt bei Yavas für verständlichen Unmut. Etwas süffisant entgegnet er auf Nachfrage: „Ich werde den Verantwortlichen von Altona 93 für die kommende Saison Dauerkarten zuschicken, damit sie schneller reinkommen und nicht mehr an der Kasse anstehen müssen – so oft, wie Herr Bergmann, der fast kein Spiel von uns verpasst hat, Herr Körner und Herr Golz da waren.“

"Das zeigt, was für gute Arbeit wir machen"

Angreifer Mats Lahrtz (li.) wechselt vom SC Victoria an den Blomkamp. Foto: noveski.com

Was Yavas besonders tangiert: „Altona ist für mich hinter dem HSV und St. Pauli normalerweise die drittgrößte Kraft in Hamburg“ und müsste als Regionalliga-Absteiger das Ziel haben, wieder aufzusteigen, „interessiert sich aber für die halbe Osdorfer Mannschaft, die in der abgelaufenen Oberliga-Saison Zehnter geworden ist. Das zeigt einerseits, was für eine gute Arbeit wir machen, ist aber gleichzeitig auch nervig und wirkt ein bisschen unglaubwürdig“, geht er auf die Zielsetzung des AFC ein. Nach sage und schreibe 14 (!) Abgängen – weitere könnten hinzukommen – sprechen die bisherigen Neuzugänge beim AFC in der Tat nicht gerade für einen Großangriff auf die Meisterschaft und schon gar nicht für eine gewisse Nachhaltigkeit.

Sechs Neue am Blomkamp

Doch zurück zum TuS. Den fünf Abgängen stehen bisher sechs Neuzugänge gegenüber. Dabei handelt es sich um Ahmed Ak (Meiendorfer SV), Jeremy Miljevic (FC Teutonia 05 II), Mats Lahrtz (SC Victoria Hamburg), Jesse Schmahl (Rasensport Uetersen), Kadir Katran (FC Roland Wedel) und Oscar Amankwaah (Dersimspor Hamburg). „Mit ein, zwei Spielern sind wir noch in Gesprächen“, berichtet Yavas, der mit der bisherigen Ausbeute aber schon sehr zufrieden ist – und wieder den einen oder anderen talentierten, jungen Spieler an den Blomkamp losten konnte.

Trainerduo der U23 macht weiter - "BK4"-Zukunft "noch in der Schwebe"

Liga-Kapitän Bennet Krause (Mi.) macht als Cheftrainer der U23 weiter, liebäugelt aber mit einem Karriereende als Aktiver. Foto: noveski.com

Zur Konstanz in Osdorf gehört auch, so ein glücklicher Manager, dass Bennet und Torben Krause ihre erfolgreiche Arbeit als Trainer-Gespann bei der U23 fortsetzen werden. Allerdings stehe noch nicht fest, ob „Captain“ Bennet Krause seine Spieler-Laufbahn in der Liga-Mannschaft fortführen wird. „Er ist sich noch nicht sicher. Das ist leider noch in der Schwebe“, hofft Yavas aber darauf, seinen „Leader“ weiter an Bord zu haben. 


Was die Zielsetzung angeht, erklärt der 37-Jährige: „Wir sind vergangene Saison Zehnter geworden. Heißt: Wenn wir einen guten einen einstelligen Tabellenplatz belegen, machen wir schon viel richtig.“ Allerdings weiß er auch: „Wir haben jetzt einen sehr großen ‚Staff‘ und auch in der Mannschaft die eine oder andere Veränderung. Deshalb muss das alles erstmal zueinander finden, was ein bisschen Zeit brauchen wird. Vor allem auch, bis alle verstehen, was wir wollen.“ Doch das wichtigste Vorhaben ist (mal wieder) gelungen: „Wir wollten das Team ums Team breiter aufstellen, wollen Osdorf immer weiter- und in die richtige Richtung bringen – und das mit jungen, hungrigen Talenten.“ Eines dieser jungen und hungrigen Talente wurde dem TuS jedoch vom AFC weggeschnappt…

Autor: Dennis Kormanjos

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