LOTTO-Pokal

Corona-Krise und Pokalspiel-Pause bescheren dem ASV Hamburg einen Sportschau-Auftritt

23. Mai 2020, 18:34 Uhr

Im Interview: ASV-Spieler Daoud Raji. Foto: ARD-Sportschau/Screenshot

Eigentlich wäre der Blick am heutigen Samstag auf das Stadion an der Hoheluft gerichtet gewesen. Aber was ist in Zeiten des Corona-Virus allgemein und in Sachen Fußball schon normal? Und so rollte – es ist fraglos wenig überraschend – der Ball beim Finale um den LOTTO-Pokal eben nicht. Stattdessen herrschte Ruhe auf dem Kunstrasen – und auch die Zuschauer, die nicht im Stadion gewesen wären, sondern an den TV-Bildschirmen die Pokal-Endspiele der Landesverbände beim „Finaltag der Amateure“ verfolgt hätten, schauten in die Röhre. Für die ARD, die übertragen hätte, war der Ausfall des „Tags der Amateure“ Anlass genug, sich bei den Vereinen, die in den Wettbewerben noch vertreten sind, einmal umzuhören. Und so landete der ASV Hamburg am heutigen Samstag um 18 Uhr in der Sportschau.

ASV-Manager Mansoor Ahmadi trommelte den Coach und ein paar Spieler zum Termin an der Snitgerreihe zusammen. Foto: ARD-Sportschau/Screenshot

„Da heute die Live-Übertragung der Pokal-Endspiele gewesen wäre und die nicht stattfinden, wollte die ARD für die Sendung Interviews zu dem Thema. Dazu war ein Kamerateam bei uns auf dem Platz an der Snitgerreihe“, berichtet Mansoor Ahmadi. „Ich habe ein paar fünf Spieler aus unserem Kader rausgesucht, die zum Platz kommen und für Interviews zu Verfügung stehen sollten. Auch unser Trainer war da“, erzählt der Manager des Hansa-Landesligisten, der gemeinsam mit Hammonia-Club SV Halstenbek-Rellingen der klasentiefste, noch im Wettbewerb vertretene Verein in der Hansestadt ist. Zuvor war der ASV von den Redakteuren, die bei der ARD den Beitrag zu diesem Thema zu verantworten hatten, per E-Mail angeschrieben worden. In dem Schreiben bat der Sender um eine Videobotschaft – entweder „kritisch oder lustig“ – in der die Vereine ihre Erwartungen und Hoffnungen bezüglich der Pokalwertungen oder aber Lösungsvorschläge kundtun sollten.

Farahi schlägt „Schachturnier“ vor – Raji: „... damit wir den FC Bayern nicht raus werfen“

Auch Abdul-Nafe Farahi stand Rede und Antwort aus ASV-Sicht. Foto: ADR-Sportschau/Screenshot

Und so standen heute dann unter anderem Ahmadi selbst, Trainer Ghazi Mustapha sowie die Spieler Daoud Raji, Mike Appiah und Abdul-Nafe Farahi auf dem Kunstrasen an der Snitgerreihe vor der Kamera des Norddeutschen Rundfunks (NDR), der für die ARD die Stimmen aus Hamburg einsammelte. Im TV liefen letztlich nur die beiden Statements von Farahi und Raji. Ersterer schlug bei der Frage nach einer Idee, wie man denn einen Pokalsieger in Hamburg noch ermitteln könne – der Hamburger Fußball-Verband (HFV) will den Wettbewerb anders als die Meisterschaft zu Ende spielen lassen – spaßeshalber „ein Schachturnier“ als Alternative vor.

Das übrigens hatte er auch schon via „Facebook“ in einem Kommentar getan, nachdem wir berichtet hatten, dass im Falle dessen, dass der Pokalwettbewerb nicht zu Ende gespielt wird, laut den HFV-Regularien der FC Eintracht Norderstedt als klassenhöchster und dort bestplatzierter Verein der Hansestadt für die Erste DFB-Pokal-Hauptrunde gemeldet werden müsse. Beim ASV sehen sie das derzeitige Warten und die Frage nach einem möglichen Pokalsieger und dem Weg, wie er ermittelt wird, also mit einem Augenzwinkern – was auch das Zitat von Daoud Raji, das über den Bildschirm flimmerte, beweist: „Der DFB hat Corona selbst ins Leben gerufen, damit wir nicht in der Ersten Runde den FC Bayern aus dem Wettbewerb werfen“, grinste der 28-Jährige in die Kamera.

BU-Akteur Mandel: „Wir wollen spielen und den Pokal gewinnen“

Louis Mandel (li.) vom HSV Barmbek-Uhlenhorst durfte in einem kleinen Einspieler ein paar Worte loswerden. Foto: ARD-Sportschau/Screenshot

Bei der Frage, wie lange die acht noch im Wettbewerb um den LOTTO-Pokal vertretenen Mannschaften in Hamburg denn warten müssen, bis es weitergeht und bis wann der HFV überhaupt definitiv einen Teilnehmer für die Erste Runde des DFB-Pokals gemeldet haben muss, herrscht derweil weiterhin noch keine Klarheit. „Wir müssen warten, bis der DFB eine Entscheidung getroffen hat, wann er die Erste Pokalrunde spielen will und von da an müssen wir dann zurückrechnen“, sagte im ARD-Beitrag Dirk Brennicke, der Hauptgeschäftsfüherer des Fußball-Verband Mittelrehein (FVM), der für die Organisation und Abstimmung des „Finaltag der Amateure“ verantwortlich ist. 


Dass in Hamburg nicht nur der ASV, sondern auch alle anderen Mannschaften den Wettbewerb gerne sportlich zu Ende bringen wollen, ist klar. „Wir wollen spielen und den Pokal gewinnen“, sagte Louis Mandel in der ARD-Sportschau. Der Mittelfeldspieler des HSV Barmbek-Uhlenhorst war einer von zwei Akteuren, die in einem kurzen Einspiel-Filmchen des Oberligisten in dem Beitrag gezeigt wurde.

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