Landesliga Hansa

Düneberger Debüt: Behrens ballert bei Berendes' besonderer Premiere!

30. Juli 2022, 23:19 Uhr

Joe Warmbier (Mi.) setzt zum Tackling an. Der Abwehrchef und sein Düneberger SV waren in den zweiten 45 Minuten nicht zu stoppen. Foto: Rob Kruber

Er lauschte dem Meeresrauschen und wurde dabei vom fußballerischen Rausch seiner Mannschaft verzückt: Urlaubsbedingt konnte Dennis Tornieporth dem Liga-Auftakt seines Düneberger SV zwar nicht aus nächster Nähe beiwohnen - aber: "Alle haben sich für das Team aufgeopfert. Da wächst was Gutes zusammen, worauf man aufbauen kann. Dementsprechend sind wir voller Vorfreude auf die gesamte Saison und ich kann dann auch mal mit der Familie beruhigt in den Urlaub fahren, weil ich weiß, dass die Jungs und Indre das auch ohne mich gewuppt bekommen", sprach "Tornie" auf seine Co-Trainern Indre Berendes an, die ihn überaus erfolgreich vertrat.

Zu Beginn war die Freude beim Bramfelder SV nach einem Kunstschuss von Maurice Freudenthal (3. v. li.) noch groß. Foto: Rob Kruber

Obwohl man "unmittelbar nach dem Anpfiff durch einen Fehlpass, den Bramfeld sofort ausgenutzt hat, direkt überrumpelt wurde", und der anfängliche Schock auch bei Berendes groß war, als Bramfelds Maurice Freudenthal aus gut und gerne 50 Metern sein Glück versuchte und DSV-Fänger Domenic Kikillus auf dem völlig falschen Fuß erwischte (1.), hatte die Co-Trainerin der Silberberg-Schützlinge nach 90 Minuten allen Grund zur Freude. "Wenn du heute mal als Headcoach an der Linie bist und diese geile Mannschaft dich einfach nur stolz macht", jubelte die "Chefin" nach Spielende auf ihrem Instagram-Account über eine fulminante zweite Halbzeit ihrer Jungs - und über ihren ersten Sieg als hauptverantwortliche Landesliga-Trainerin an der Seitenlinie.

"Das war leidenschaftlicher Fußball, der Spaß gemacht hat!"

Dabei übertölpelte der Oberliga-Absteiger die Gäste schon nach nicht einmal 60 Sekunden. "Danach hatten wir Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden, haben mit vielen langen Bällen operiert und nicht als Mannschaft zusammengespielt", haderte Berendes zunächst noch. "Wir haben uns viele Fehlpässe geleistet und nicht wirklich Fußball gespielt." Ein Manko, das sie in der Halbzeit thematisierte: "Wir haben nochmal besprochen, was unsere Stärken sind - nämlich: gemeinsam zu spielen, den Ball laufen zu lassen und darauf zu warten, dass Bramfeld uns Räume anbietet, die wir dann ausnutzen können. Und das haben wir getan! Wir sind super in die zweite Halbzeit gestartet. Dann haben die Jungs gezeigt, wie schöner Fußball aussieht - mit vielen schnellen Bällen, Pässen und tollen Laufwegen. Es wurde immer wieder der Weg nach vorne gesucht und die Jungs haben sich gegenseitig unterstützt. Das war leidenschaftlicher Fußball, der Spaß gemacht hat!"

Behrens erzielt Hattrick - DSV nicht mehr zu stoppen

Lorenz Lahmann-Lammert (re.) versucht, an seinem Gegenspieler vorbeizuziehen. Foto: Rob Kruber

Erst nickte Julian Mertsch eine perfekt getimte Flanke von Julien Wolter zum Ausgleich in die Maschen (46.). Dann setzte Neuzugang Corvin Behrens einen Doppelschlag: Technisch stark beförderte er eine Freistoß-Flanke von Pascal Nägele per Direktabnahme zur Führung ins Bramfelder Netz (58.), ehe er keine 60 Sekunden später nach einer Stafette über Mert Akkus und Paul Jürß per Linksschuss aus 16 Metern auf 3:1 für den Gast stellte (59.). Bramfeld guckte nur zu - während sich Düneberg in einen Rausch spielte. Nägele vernaschte die viel zu passive Hintermannschaft des BSV und markierte den vierten Treffer (67.). 


Den Schlusspunkt setzte wiederum der bärenstarke Behrens nach einem Chip-Pass von Tarik Cosgun über die Kette (81.). "Corvin ist für uns natürlich ein absoluter Führungsspieler, eine Bereicherung für das ganze Team - sowohl auf als auch neben dem Platz. Er ist - wie alle anderen Neuzugänge auch - sofort super integriert gewesen", so Tornieporth über den Ex-Curslacker, um prompt anzufügen: "Das ganze Team ist herauszuheben. Auch die Abwehr, die nach dem frühen Rückstand nicht eine 100-prozentige Torchance zugelassen hat."

"Es war noch nicht alles Gold, was glänzt"

Auch der über viele Jahre bei der TuS Dassendorf aktive Pascal Nägele (re.) trug sich in die Torschützenliste ein. Foto: Rob Kruber

Der Chefcoach weilte im Urlaub, war aber "per Live-Ticker aus der Mannschaft direkt am Spielgeschehen dran". Und so konnte sich auch "Tornie" eine Meinung bilden: "In der ersten Halbzeit haben wir gebraucht, um reinzufinden, hätten aber dennoch vor der Pause schon den Ausgleich machen müssen. Der Start in die zweite Halbzeit war natürlich fulminant. Durch schnelles Kurzpassspiel haben wir das Heft des Handelns in die Hand genommen und es nach dem Doppelschlag sauber und souverän zu Ende gespielt." Es sei "wichtig gewesen, gut in die Saison reinzustarten und die gute Vorbereitung auch im ersten Ligaspiel zu untermauern", betonte der Ex-Profi. Allerdings meinte er auch: "Es war noch nicht alles Gold, was glänzt - gerade in der ersten Halbzeit."

Nichtsdestotrotz: Ein perfekter Start für die Geesthachter - und das bei einem Oberliga-Absteiger. Ein nicht minder erfolgreicher Abend für Indre Berendes, die das "geilste Spiel des Jahrhunderts", wie die Social Media-Abteilung des DSV ihren Spieler Shawn Rudat zitierte, als Cheftrainerin im wahrsten Sinne genießen konnte...

Autor: Dennis Kormanjos

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