Oberliga

Ein neues Trio am Reinmüller: HEBC mit „punktuellen Verstärkungen“

06. Juni 2024, 12:07 Uhr

Gian Luca Verago (re.) wechselt vom FC Alsterbrüder zum Nachbarn - und geht künftig für den HEBC auf Torejagd. Foto: Bode

Özden Kocadal tüftelt bereits eifrig an der neuen Saison mit seinem HEBC und sieht trotz des herausragenden fünften Tabellenplatzes noch mögliche Entwicklungsschritte bei seinen Eimsbüttelern. Die wichtigsten Fragen: „Wo soll die Reise hingehen? Was wollen wir verbessern? Und wie können wir das verbessern?“, befasst sich der Erfolgscoach der Lila-Weißen – in Zusammenarbeit mit dem gesamten „Staff“ – bereits mit den Antworten. Auch in Bezug auf die Kaderplanung. „Wir sind der Meinung, dass das Personal, was wir haben, dazu imstande ist, das zu leisten“, so Kocadal, der anfügt: „Generell ist es so, dass wir nicht unbedingt das Gefühl hatten, extrem viel machen zu müssen. Wir sehen uns eigentlich ganz gut aufgestellt – sowohl von der Qualität als auch in der Breite. Daher ist es so, dass wir uns ‚nur‘ punktuell verstärkt haben.“

Für den FC Alsterbrüder hat Verago 14 Saisontore erzielt - und damit genauso viele Treffer markiert wie Johann Buttler als bester HEBC-Schütze. Foto: Klaas Dierks

Man könne sich „die Spieler nicht schnitzen oder aussuchen“, zumindest nicht in sämtlichen Fällen. Denn die Mittel am Reinmüller sind doch eher bescheiden – vor allem im Vergleich zu anderen zahlungskräftigen Adressen im Hamburger Oberhaus. Aber: Der HEBC hat wieder das Maximum aus den Möglichkeiten gemacht. „So ist es dazu gekommen, dass wir das Gefühl hatten, insbesondere auf der Neuner-Position noch ein bisschen an Größe gewinnen zu wollen.“, verrät Kocadal. Gesagt, getan. Denn vom FC Alsterbrüder wechselt Gian Luca Verago zum Nachbarn. „Seine Torquote und seine generelle Beteiligung an Toren sind wirklich gut für eine Mannschaft, die in dieser Liga nicht unbedingt Ballbesitz-Fußball spielt.“

"Ein Zielspieler, der auch gut kicken kann"

Das neue HEBC-Duo vom FC Alsterbrüder: Flügelflitzer Benjamin Lerida (li.) und Torjäger Luca Verago. Foto: Klaas Dierks

Mit 14 Saisontreffern hat Verago für den Aufsteiger ebenso viele Tore erzielt, wie Johann Buttler als bester HEBC-Schütze. „Abgesehen von seiner Größe hat er Fähigkeiten, die wir uns zu Nutze machen wollen“, spricht Kocadal darauf an, dass Verago auch gerne mal außerhalb des Sechzehners oder an der Strafraumgrenze eine gewisse Torgefahr ausstrahlt. „Das fehlte uns so ein bisschen“, erläutert der HEBC-Coach – und meint: „Mit ihm bekommen wir einen Zielspieler, der auch gut kicken kann. Das wird uns auf jeden Fall guttun, dass wir nicht nur Johann haben, der Bälle behaupten, festmachen und uns Ruhe geben kann, sondern jetzt auch einen zweiten Stürmer, der Größe hat und gerne auch mal Abschlüsse außerhalb des Sechzehners sucht.“

"Flügelflitzer" wechselt ebenfalls von den Alsterbrüdern zum HEBC

Lerida (re.) bringt jede Menge Tempo mit an den Reinmüller - und soll den HEBC noch torgefährlicher machen. Foto: Klaas Dierks

Ebenfalls von den Alsterbrüdern zieht es „Flügelflitzer“ Benjamin Lerida zu Lila-Weiß. „Auf ‚Benji‘ wurden wir bereits aufmerksam, als wir in der Hinrunde das erste Mal gegen Alsterbrüder gespielt haben und er eingewechselt wurde. Er hat ein unfassbares Tempo, viele Torbeteiligungen und kann Standards mit rechts schießen“, ist Lerida künftig eine Alternative zu den Linksfüßen Semir Demirovic und Fabian Lemke. Was den 20-jährigen Youngster aber besonders auszeichnet: „Dass er Ball-fern immer wieder gute Wege in die Box schafft. Das spricht für seine Kondition und Ausdauer, aber auch für sein Fußball-Verständnis“, hat Lerida beim Eimsbütteler TV eine gute Ausbildung genossen.

Nicht nur deshalb ist man beim HEBC überzeugt davon, „dass er uns auf jeden Fall weiterhelfen wird. Abgesehen davon hat er ein super Eins-gegen-Eins auf Außen – nicht nur aufgrund seiner Geschwindigkeit, sondern auch wegen seiner guten Technik. Da hoffen wir, dass er uns noch torgefährlicher macht.“

ETV-Youngster soll Lücke in der Innenverteidigung schließen

Aus der A-Jugend-Regionalliga-Mannschaft des ETV kommt Manuel Schmitz (li.), der beim HEBC seine ersten Gehversuche im Herrenbereich machen wird. Foto: Heiden

Da der Oberliga-Fünfte – neben Keeper Lucas Lamm (Ahrensburger TSV) und Lasse Peters (Karriereende) – mit Erciyes Palo (TuS Dassendorf) und Kevin Houndjame (HT 16) zwei Innenverteidiger verloren hat, „mussten wir uns in der Hinsicht verstärken“, berichtet der 40-jährige Übungsleiter. Dass ist dem HEBC mit der Verpflichtung von Manuel Schmitz (Eimsbütteler TV U19) gelungen. „Das passte wie die Faust aufs Auge“, nahm Kocadal den Jungspund beim Spiel der Eimsbütteler A-Jugend-Regionalliga-Mannschaft gegen den TSV Havelse unter die Lupe. „Er hat einen super Spielaufbau, für einen A-Jugendspieler ein sehr ordentliches Kopfballspiel, eine gute Zweikampfstärke und spielt super Diagonalbälle“, konnte Schmitz seinen neuen Trainer vollauf überzeugen.

Allerdings weiß Kocadal auch: „Es wird schwer, ‚Erci‘ zu ersetzen. Aber vielleicht kriegen wir es anders hin, die Qualität von ‚Manu‘ auf den Platz zu bekommen. Wir hoffen, dass er bei uns den nächsten Schritt gehen kann. Er macht einen selbstbewussten und sehr ehrgeizigen Eindruck - das wird uns definitiv guttun.“

Autor: Dennis Kormanjos