Oberliga

ETSV-Eskalation und Wengorra-Comeback in Düneberg!

17. Mai 2024, 22:31 Uhr

Vedat Düzgüner (li.) bejubelt seinen Führungstreffer kurz vor der Pause mit seinen Teamkollegen und einem guten, alten Fotoapparat. Foto: noveski.com

Es ist keine anderthalb Monate her, als der Düneberger SV in einer Pressemitteilung unsere Informationen bestätigte und die Trennung von Cheftrainer André Wengorra bekannt gab. Am Freitagabend um 19:01 Uhr, also beinahe zeitgleich zum Anpfiff des letzten Saisonspiels des abgeschlagenen Schlusslichts beim ETSV Hamburg, ging jedoch eine neuerliche Meldung des Vereins im Postfach ein. Überraschender Inhalt: „Welcome back, André Wengorra!“ Und weiter: „Der Geesthachter kehrt zum Düneberger SV zurück und übernimmt den Cheftrainer-Posten.“

Beim 2:0 von Niklas Kiene kurz nach der Pause kann DSV-Keeper Arne Hantusch dem Ball nur hinterherschauen. Foto: noveski.com

Das abschließende Ergebnis war schon fast nebensächlich. Nachdem der DSV in den ersten 45 Minuten mit einer reinen Rumpf-Elf noch gut dagegenhielt gegen einen allerdings auch schwerfälligen und bereits im Sommermodus befindlichen ETSV Hamburg, stand am Ende ein 1:7 aus Sicht der Gäste vom Silberberg zu Buch. Dank der Treffer von Vedat Düzgüner (40.), Niklas Kiene (51.), Lesley Karschau (55.), Marco Schultz (71., 89., 90.) und Vincent Boock (72.) – bei einem Gegentor von Tarik Cosgun (70.) – wurde es aus Sicht der Eisenbahner hintenraus doch noch standesgemäß. Und das nach einer turbulenten Woche.

ETSV entlässt zwei Spieler fristlos

Denn: Nach unseren Informationen hat der Verein die Spieler Marcel Andrijanic und Fabio Parduhn nach einem Trainingszwischenfall mit Max Düwel fristlos entlassen! Den ambitionierten Eisenbahnern steht im Sommer abermals ein riesengroßer Umbruch bevor. Die Zahl der verbleibenden Akteure soll dem Vernehmen nach gerade so am zweistelligen Bereich kratzen. Dem gegenüber stehen wohl an die 15 Abgänge. Und das, obwohl der Club vom Mittleren Landweg im ersten Jahr nach dem Aufstieg den dritten Tabellenplatz klargemacht hat! Da der USC Paloma dem Niendorfer TSV in der Nachspielzeit noch einen Punkt abluchste, zog der ETSV im Tableau an den „Sachsenweglern“ vorbei. Trotz dessen herrschte keineswegs Friede, Freude, Eierkuchen.

DSV-Freude wird schnell getrübt

In der 68. Spielminute wurde ETSV-Torhüter Gianluca Babuschkin als Feldspieler eingewechselt. Foto: noveski.com

Währenddessen wurde in Düneberg ein Neustart mit einem alten Bekannten eingeläutet. „Der DSV hat sich in der Saison 2023/24 an das Abenteuer Fußball-Oberliga herangewagt. Die Freude war groß: Nach einer überragenden Saison mit einem eingespielten Team und erfahrenem Trainer erstmals seit 1959 wieder in der höchsten Spielklasse des Bundeslandes Hamburg – ein fußballerisches Highlight der Vereinsgeschichte. Jedoch stand schon der Start unter keinem guten Stern, da sich unmittelbar vor den Relegationsspielen der langjährige Trainer und die drei Säulenspieler ohne jegliche Vorwarnung in Richtung lukratives Lüneburg verabschiedeten“, blickten die Verantwortlichen in der Pressemitteilung zurück.

"Es gab eine große Übereinstimmung über den gemeinsamen Weg"

ETSV-Dreifachschütze Marco Schultz (Mi.) überspringt seinen Gegenspieler und macht das halbe Dutzend voll. Foto: noveski.com

„Trotz dieses Rückschlags gelang es, unter neuer sportlicher Leitung und mit wenig finanziellem Spielraum eine engagierte Truppe zusammenzustellen. Die Hinrunde zeigte jedoch klar, dass die Oberliga für den DSV sportlich eine Nummer zu groß ist. Der Kader wurde deshalb in der Winterpause nochmal wesentlich verstärkt.“ Aber: „Leider fand die neuformierte Mannschaft nie zu sich, auch die hinzugekommenen, erfahrenen Oberliga- und Landesligaspieler konnten den Mangel an Teamspirit und Einsatzwillen nicht verändern. Zum Teil indiskutable und lustlose Auftritte mündeten in hohen Niederlagen. Der Abstieg nach nur einer Saison in der Oberliga war zwangsläufig.“

Deshalb führten die Verantwortlichen des DSV in den letzten Wochen „zahllose, intensive Gespräche, um alle Optionen für die kommende Landesligasaison zu sichten und zu bewerten. Personelle Veränderungen in den Vorständen führten zu einer Neubewertung der Situation.“ Und zu einer Rückkehr. „Es wurde beschlossen, dass der DSV seinem ehemaligen Oberligatrainer André Wengorra ein Angebot für die neue Saison macht, dass dieser angenommen hat. Die Gespräche mit ihm waren sehr konstruktiv, und es gab eine große Übereinstimmung über die Art und Weise des gemeinsamen Weges. Es ist klar, dass dieses ein sehr schwerer Weg wird, da der neue Kader vor einem enormen Umbruch steht. André, der im März von seinen sportlichen Aufgaben befreit worden war, nimmt nun seinen Cheftrainer-Posten wieder auf.“

Özer muss gehen

Am Ende feierten die Eisenbahner einen versöhnlichen Saisonabschluss - und den dritten Tabellenplatz. Foto: noveski.com

Der Düneberger SV werde sich also neu aufstellen. Der aktuelle Interims-Trainer Erdinc Özer, der das Team in der „Bergedorfer Zeitung“ zuletzt als „armselige Kicker“ und „Tipp-Kick-Kicker“ betitelte, stand beim letzten Saisonspiel in Billwerder zum letzten Mal an der Seitenlinie. Der 49-jährige hatte das Team Anfang April 2024 übernommen. „Der Düneberger SV dankt Erdinc ausdrücklich für seinen Einsatz. Er hat die Aufgabe zu einem schwierigen Zeitpunkt mit sehr viel Leidenschaft angenommen und sich immer selbstlos für den Verein und die Mannschaft eingesetzt.“ Doch nun ist Wengorra zurück…

Autor: Dennis Kormanjos

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