Bezirksliga 06

Falke und Alsterbrüder verlieren Kontakt zur Spitze

29. November 2021, 09:57 Uhr

In der Schlussphase hatte Elija Sinemus (Mi.) die Chance auf den Falken-Luckypunch - doch der blieb aus. Foto: Klaas Dierks

Am Samstagnachmittag empfing der Fünfte der Bezirksliga-Staffel 6, der HFC Falke, die Alsterbrüder zum Duell der Tabellennachbarn an der Vogt-Kölln-Straße. Die Spieler beider Mannschaften wissen um die Brisanz der Partie. Denn: Wer nach dem Spiel als Verlierer vom Platz geht, wird den Kontakt zur Tabellenspitze verlieren und sich vorerst ins Mittelfeld verabschieden. Nur der Sieger wird erstmal in Schlagdistanz zum Tabellenprimus Lurup bleiben. Die drehen ihr Spiel fast zeitgleich auswärts bei Komet Blankenese nach 0:2-Rückstand und zementieren mit 4:2 ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit. 

Nach einem Lupfer von Gian Luca Verago (li.) wären sowohl Andreas Bartel (Mi.) als auch Marco Wendt machtlos gewesen. Foto: Klaas Dierks

Das Match beim HFC beginnt bei Nieselregen. Der verwandelt sich bis zum Anpfiff der zweiten Halbzeit in einen veritablen Schneefall und erschwert akkurates Passspiel zunehmend. Trotzdem dauerte es nur fünf Minuten, bis die Alsterbrüder durch Gian Luca Verago, der sich im Verlauf des Spiels immer wieder gut in Szene setzen kann, zu ihrer ersten Großchance kommen. Nachdem er steil geschickt wird, überlupft er, hart bedrängt durch Falkes Andreas Bartel innerhalb des Strafraums, aus sieben Metern Torwart Marco Wendt. Doch der zurückgeilte Marcel Peters klärt deutlich vor der Linie. Alsterbruder Philipp Dechow setzt bei seiner Chance nach zwölf Minuten aus fünf Metern den Ball knapp neben den rechten Pfosten.

Ein Freistoß der Alsterbrüder wenig später bringt keine große Gefahr. Die geht von den Platzherren erstmal nur latent aus. Erst in der 15. Minute können die Anhänger der Falken den ersten halbwegs gefährlichen Abschluss ihrer Mannschaft durch Elija Sinemus feiern, der Moritz Kühn aber nicht vor Probleme stellt. Beide Teams bemühen sich, ihre Spitzen einzusetzen. Dabei stehen die Alsterbrüder hoch; die Falken versuchen über die Flügel mit langen Bällen hinter die Abwehrreihe der Gäste zu kommen. Aber die Alsterbrüder Philipp Dechow und Jannik Kretschmar stehen über die gesamten 90 Minuten gut. An ihnen gibt es kaum ein Vorbeikommen. Auch die Abwehr der Falken steht relativ sicher. So kommt es zu vielen Zweikämpfen im Mittelfeld und häufigen Ballbesitzwechseln, ohne dass sich daraus viele nennenswerte Möglichkeiten ergeben.

FCA-Akteur Philipp Dechow (re.) zielt knapp neben den rechten Pfosten. Foto: Klaas Dierks

Auf Seiten der Alsterbrüder fehlt nach wie vor Langzeit-Rekonvaleszent und Torjäger im Wartestand Noah Freyer sowie Luca Drude, der eine Gelbsperre absitzt. Das macht sich heute bemerkbar. Einziger Aufreger in der ersten Halbzeit ist daher eine Rudelbildung mit Körperkontakt, wofür je ein Spieler pro Team die Verwarnungskarte bekommt. Ansonsten verläuft das Spiel zwar hart umkämpft, aber im Grunde fair. Beide Trainer geben an der Seitenlinie Gas, feuern ihr Team an und geizen nicht mit Anweisungen.

Auch in der zweiten Halbzeit findet das Spiel erstmal vorwiegend im Mittelfeld statt. Trotzdem bleibt das Spiel spannend, denn beide Mannschaften versuchen weiter nach vorne zu spielen. Oft fehlen nur ein Bruchteil einer Sekunde oder ein paar Zentimeter, damit nach einem Pass oder nach einer Flanke Torgefahr entsteht. Doch die Abwehrspieler auf beiden Seiten haben das Glück der Tüchtigen auf ihrer Seite und können in kritischen Situationen klären. Nachdem die Alsterbrüder die ersten 30 Minuten nach Wiederanpfiff leicht überlegen gestalten, geht ihnen danach etwas die Linie verloren. Vielleicht liegt es auch daran, dass der wieder gut agierende Kapitän Felix Niebuhr in der 68. Minute nach einem Foul verletzt ausgewechselt werden muss. Ein erstes Bulletin spricht von einer schweren Wadenprellung. Von dieser Stelle gute Besserung.

Philipp Dechow (li.) und Jannik Kretschmar nehmen Falkes Benjamin Baarz (Mi.) in die Mangel. Foto: Klaas Dierks

Falke kommt jetzt zunehmend besser ins Spiel, während sich neben dem Platz der gewohnt stimmfreudige Anhang der Falken Anfeuerungs-Duelle mit der überraschend zahlreich angereisten Fan-Base der Alsterbrüder liefert.

In den letzten zehn Minuten hat Sinemus zweimal den Siegtreffer für die Raubvögel auf dem Fuß. In der 82. Minute dringt er über seine linke Seite in den Alsterbrüder-Strafraum ein. Dechow an seiner Seite kann noch etwas stören, so dass Sinemus leicht in Rücklage gerät und den Ball aus knapp zehn Metern an Moritz Kühn vorbei über das Tor setzt. Nicht lange danach versucht er es von rechts, aber Alsterbrüder-Keeper Kühn zeigt sich der Herausforderung gewachsen und pariert den stramm geschossenen Ball mit einer sehenswerten Parade. Da ein Tor der Falken quasi mit dem Abpfiff wegen Abseits nicht gegeben wird, bleibt es zwischen den torgefährlichsten Mannschaften der Staffel beim torlosen, leistungsgerechten Unentschieden.

Damit liegen die Falken jetzt sieben Punkte hinter Spitzenreiter Lurup, die Alsterbrüder sogar acht. Nach einem Fußball-Ausflug nach Valencia treffen die Falken am letzten Spieltag vor der Winterpause auf den Mitkonkurrenten um vordere Plätze, die Teutonia von 1905 Die Alsterbrüder können immerhin den ersten Punktgewinn der Saison gegen ein Team verbuchen, das vor ihnen in der Tabelle liegt. Zudem können sie im nächsten Spiel gegen Kellerkind Sternschanze Boden gut machen. Wenn die Schanzer es zulassen. Man wird sehen.

Klaas Dierks

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