Bezirksliga West

„Freundschaftsdienst“ beendet: Gossow hört in Lurup auf

28. Dezember 2022, 09:32 Uhr

Florian Gossow sprang dem tief gestürzten SV Lurup unterstützend zur Seite. Nun hat er sein Engagement am Vorhornweg beendet. Foto: KBS-Picture.de

Im Jugendbereich trainierte er beim FC St. Pauli einst einige hoffnungsvolle Talente, von denen der eine oder andere - zum Beispiel Dennis Daube oder auch Tunay Torun - den Sprung in das ganz große Fußball-Geschäft vollbracht haben. Im Herrenbereich erarbeitete sich Florian Gossow bei TBS Pinneberg erste Sporen als Cheftrainer. Damals übernahm er den Club an vorletzter Stelle in der Bezirksliga und führte das Team nicht nur zum Klassenerhalt, sondern auch zum Aufstieg in die Landesliga, wo man unter Gossows Regie sogar die Herbstmeisterschaft und den dritten Tabellenplatz erringen konnte. Nie dagewesene Sphären für TBS. Und eine Momentaufnahme, „die man genießen soll“, so Gossow damals.

Vor seiner Tätigkeit in Lurup war Gossow, der unter anderem auch schon den FC Teutonia 05 und Concordia coachte, beim SC V/W Billstedt tätig. Foto: KBS-Picture.de

Nachdem er die Mannen von der Müßentwiete verließ, heuerte Gossow als Co-Trainer unter Lutz Göttling beim SC Victoria Hamburg an. Es folgten Stationen beim TuS Germania Schnelsen und FC Elmshorn. Zwei Vereine, die inzwischen in den Niederungen des Amateurfußballs verschwunden sind, zur damaligen Zeit aber noch ambitionierte Ziele verfolgten. Nach einem etwas über einjährigen Gastspiel in Schleswig-Holstein beim WSV Tangstedt kehrte der 49-Jährige nach Hamburg zurück und war beim FC Teutonia 05 sowie Concordia Hamburg - dort als Tainer und Liga-Manager - tätig.


Obwohl Gossows Engagement bei Cordi inzwischen über vier Jahre zurückliegt und von viel Unruhe im Drumherum geprägt war, war er mit den damaligen „Bekkamplern“ sportlich erfolgreicher, als es der mit Regionalliga-Ambitionen ausgestattete Traditionsverein zuletzt oft war. Beim SC V/W Billstedt vereinte Gossow Erfahrung mit reichlich „Jugend forscht“ und führte einige Nachwuchsspieler an den Herrenbereich heran. Eine neue Ausrichtung, die er mit anschob und in Gang setzte. Bis zuletzt „half“ er beim SV Lurup aus.

Gossow erweckt gefallenen "Riesen" zum Leben

Jeton Arifi, zu dem Gossow bereits eine langjährige Verbindung hat, lotste den Coach in der Not nach Lurup. Foto: KBS-Picture.de

Mitte September tauchte der erfahrene Chefcoach urplötzlich am Vorhornweg auf. Da sich Daniel Domingo von der Mannschaft verabschiedet hatte, sprang Gossow seinem ehemaligen und langjährigen Schützling Jeton Arifi, der noch immer als Spieler beim SVL aktiv ist, unterstützend zur Seite. Die Bilanz des einst so ruhmreichen Clubs zu diesem Zeitpunkt: Sieben Spiele, sechs Niederlagen, ein Punkt. Die Situation: Nahezu aussichtslos! Doch schon in seinem ersten Spiel als neuer Interimstrainer der „Vorhornwegler“ durfte Gossow - dank Last-Minute-Torschütze Arifi - einen 1:0-Sieg bei Rantzau II bejubeln.

"Macht es einem als Trainer nicht möglich, die Mannschaft weiterzuentwickeln"

"Der zu kleine Kader und die daraus resultierende geringe Trainingsbeteiligung machen eine Weiterentwicklung nicht möglich", sagt Gossow. Foto: KBS-Picture.de

Insgesamt holte er mit Lurup 16 Zähler aus elf Spielen und führte das Team über den berühmt-berüchtigten Strich. Nun hat Gossow seine ohnehin nur bis Dezember angedachte Tätigkeit in Lurup wieder beendet, wie er uns auf Nachfrage bestätigt. „Der zu kleine Kader und die daraus resultierende geringe Trainingsbeteiligung machen es einem als Trainer nicht möglich, die Mannschaft weiterzuentwickeln.“ Allerdings brennt in ihm noch immer das Feuer, weiter als Chefcoach tätig zu sein. „Der Amateurfußball bietet so viele spannende und unvergessliche Geschichten“, sagt er - und hofft, schon bald wieder in einem ruhigen Umfeld mit sportlichen Ambitionen tätig sein zu können.

Autor: Dennis Kormanjos

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