Oberliga

„Für mich ist Sasel die spielerisch beste Mannschaft in der Oberliga!“

20. September 2022, 16:02 Uhr

Abdullah Abou Rashed (li.) möchte beim TSV Sasel nach einem Kreuzbandriss wieder zu alter Stärke zurückfinden. Foto: noveski.com

Unmittelbar vor Schließung des Transferfensters hat Danny Zankl seine Kontakte noch einmal spielen lassen – und einen Akteur an den Parkweg gelotst, mit dem ihm eine gemeinsame Vergangenheit verbindet: Abdullah Abou Rashed soll beim TSV Sasel – nach langer Verletzungspause – wieder zu alter Form zurückfinden und den „Parkweglern“ bei den ambitionierten Zielen helfen. Der 25-jährige Offensivakteur, der drei Länderspiele für die U23-Nationalmannschaft des Palästina absolviert hat, kam von Regionalligist Phönix Lübeck und absolvierte einst für den Lokal-Rivalen VfB Lübeck elf Regionalliga-Einsätze (ein Tor). Am vergangenen Wochenende feierte Abou Rashed seine Premiere und verhalf der Saseler Zweitvertretung zu einem 1:1-Unentschieden gegen den SC V/W Billstedt. Schon sehr bald soll er aber in der Liga-Mannschaft durchstarten. Wir haben mit ihm über seinen Wechsel zum TSV, den Unterschied zwischen der Regional- und Oberliga sowie Ziele mit Sasel gesprochen…

FussiFreunde: Wie kam der Wechsel zum TSV Sasel zustande?

Abou Rashed und Zankl kennen und schätzen sich aus der gemeinsamen Zeit in der Jugend bei Concordia Hamburg. Foto: noveski.com

Abdullah Abou Rashed: „Danny (Zankl, Anm. d. Red.) war in der B-Jugend mein Trainer bei Concordia Hamburg. Damals sind wir zusammen in die Bundesliga aufgestiegen. Seitdem ist der Kontakt zu ihm nicht abgerissen. Ich war jetzt länger verletzt, bin mit einem Kreuzbandriss einige Zeit ausgefallen. Deshalb ist es wichtig, jetzt wieder in einen gewissen Spielrhythmus reinzukommen. Da war mir wichtig, dass ich einen Trainer habe, der mich kennt, der weiß, was ich brauche und was mir fehlt. Deswegen passt das mit Danny und Sasel perfekt.“

Unseren Informationen zu Folge lagen dir auch Angebote aus der Regionalliga vor. Warum kam das für dich aktuell nicht in Frage?

Abou Rashed: „Das stimmt, es gab zwei konkrete Anfragen. Aber dafür hätte ich umziehen müssen. Ich wohne in Mölln und die Vereine wären im Osten gewesen. Und da habe ich für mich gesagt: Wenn ich das mache, dann muss das alles auch Hand und Fuß haben. Und es war im Endeffekt nicht so professionell, wie ich es davor hatte. Hinzu kommt ganz einfach, dass es für mich nach der langen Verletzung wichtig ist, dass ich wieder viele Spiele mache. Es bringt mir ja nichts, wenn ich in die Regionalliga wechsle, dort aber erstmal nicht spiele.“

Du kommst aus der Regionalliga. Wie siehst du denn das Niveau und die Qualität beim TSV Sasel?

Abou Rashed schätzt vor allem die fußballerische Qualität am Parkweg. Foto: noveski.com

Abou Rashed: „Das ist absolutes top Oberliga-Niveau! Ich kenne viele Jungs und habe Sasel auch die letzten Jahre über immer schon ein bisschen verfolgt – allein durch den Kontakt zu Danny. Für mich ist Sasel in der Oberliga die spielerisch beste Mannschaft. Deshalb passt das auch so gut, deswegen bin ich hier – und auch glücklich darüber.“

Wenn du das auch von der Intensität her mit der Qualität bei Phönix Lübeck vergleichst: Wie groß sind da die Unterschiede?

Abou Rashed: „Der größte Unterschied zur Regionalliga liegt im athletischen Bereich. Da trainiert man jeden Tag – auch mal zweimal am Tag. Deshalb ist da athletisch gesehen schon ein kleiner Unterschied. Aber fußballerischen nimmt sich das absolut nicht viel.“

Nun steht Sasel an der Tabellensitze. Wie sieht denn dein persönliches Ziel mit dem TSV aus?

Abou Rashed: „Ich kenne mich noch nicht so gut in der Liga aus. Aber wir wollen schon weiter daran anknüpfen, mit den besten Fußball in Hamburg zu spielen und natürlich auch oben mitspielen. Was am Ende dabei herauskommt, wird man sehen. Aber unter die ‚Top Drei‘ zu kommen, ist schon mein Ziel. Und ich bin auch guter Dinge, dass uns das gelingt.“

Du bist ein Spieler, der im Zentrum mehrere Positionen bekleiden kann. Gerade in dem Bereich ist Sasel bereits sehr gut und breit aufgestellt. Wie siehst du denn deine Rolle in der Mannschaft – und wo fühlst du dich am wohlsten?

Mit seinem starken linken Fuß soll Abou Rashed dem aktuellen Primus zusätzliche Qualität in der Offensive bescheren. Foto: noveski.com

Abou Rashed: „Am wohlsten fühle ich mich auf der Zehner-Position. Das ist meine Hauptposition. Was meine Rolle innerhalb der Mannschaft betrifft, da vertraue ich voll auf Danny. Er weiß genau, was ich kann und wo ich der Mannschaft am meisten helfen kann. Die Zeit bei Concordia ist zwar etwas her. Aber er hat meinen Weg auch immer verfolgt und weiß, wo ich am besten spiele und am wichtigsten für das Team werden kann.“

Inwieweit kannst du dir denn vorstellen, länger hier zu bleiben? Oder geht es für dich erstmal nur darum, wieder fit zu werden, regelmäßig zu spielen und sich für mehr zu empfehlen?

Abou Rashed: „Darüber habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich könnte mir schon vorstellen, länger hier zu bleiben. Es kommt natürlich darauf an, wie es läuft. Das Wichtigste ist für mich, dass ich gesund bleibe. Und dann wird sich alles andere von selbst ergeben.“

Autor: Dennis Kormanjos

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