Bezirksliga Nord

Gäste erleben viel Pe(s)ch: Paloma-Power bei Gala gegen SCALA

Nitsch-Schützlinge spielen dem Widersacher gleich sieben Streiche

27. Oktober 2019, 18:49 Uhr

Treffsicher: Wolfgang Pesch steuerte gleich drei Tore zum 7:1-Sieg der Paloma-Reserve bei. Foto: Bode

„Das klingt jetzt doof“, sagte Jendrik Bauer und holte dann zum nächsten Satz aus: „Aber ich verliere lieber ein Mal 1:7 als sieben Mal 0:1“, erklärte der Stürmer des SC Alstertal-Langenhorn nach dem Match bei der Zweitvertretung des USC Paloma, die ihrem Kontrahenten an diesem Sonntagmittag auf dem Kunstrasen an der Brucknerstraße tatsächlich gleich sieben Streiche spielte und am Ende mit einem „auch in dieser Höhe völlig verdienten Heimsieg“, wie USC II-Übungsleiter Marius Nitsch befand, das Spielfeld verließ, während auf der anderen Seite Bauer feststellen musste: „Wir haben es über 90 Minuten nicht geschafft, die gute Leistung aus dem Spiel gegen den TSV Sasel II vom vergangenen Wochenende anzuknüpfen.“

Genau das schlug sich auch gleich in der Anfangsphase nieder. „Die haben wir total verschlafen“, konstatierte Bauer, der nach den ersten beiden Paloma-Treffern von Wolfgang Pesch (10.) und Rodrogo Lemos Lala (13.) zumindest auf 1:2 verkürzen konnte. „Da keimte bei uns einmal kurz Hoffnung auf, aber insgesamt war uns Paloma einfach in allen Belangen überlegen – das muss man leider so sagen“, bilanzierte Bauer. Immerhin: Ein kleines Lob vom Gegner gab es für den SCALA-Torjäger. „Wir begünstigen das 1:2 durch einen individuellen Fehler, als wir einen Rückpass nach hinten spielen, wo Jendrik dann gut lauert, den Ball in den Fuß bekommt und ihn nur noch am Torwart vorbeischieben muss“, umschrieb Nitsch den Anschlusstreffer der Gäste, freute sich danach aber: „Unsere Anfangsphase war richtig stark. Wir haben in den ersten zehn, 15 Minuten aus dem Angriffspressing heraus viele Ballgewinne in vorderster Linie generiert und sind dadurch auch schon früh zu den ersten beiden Toren gekommen.“

Bauer: „Mit dem 1:3 zur Halbzeit waren wir noch gut bedient“

Jendrik Bauer gelang der einzige SCALA-Treffer. Archivfoto: KBS-Picture.de

Nach dem 1:2 habe seine Elf dann, so der Paloma II-Trainer, „eine Phase gehabt, in der wir uns schwergetan haben. Aber wir haben super auf den Treffer reagiert und wieder zu alter Stärke zurückgefunden.“ In Zahlen sah das Ganze dann so aus: André Lohfeldt erhöhte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 3:1 für die Hausherren und nach dem Seitenwechsel ging die „Pesch-Strähne“ von SCALA weiter. USC II-Offensivmann Pesch, eine Leihgabe aus dem Liga-Kader, netzte zwei weitere Male (56., 76.) ein und sorgte so für die Vorentscheidung. Julian Hilbig machte drei Minuten vorm Ende per Strafstoß das halbe Dutzend voll, Meisam Azadeh sorgte schließlich für den finalen siebten Streich (89.). „Wir haben unsere beste Saisonleistung gezeigt und waren immer wieder torgefährlich. Das war insgesamt eine reife und stabile Leistung. Vor allem, weil wir Bauer und Maximilian Vollstädt im Griff hatten. In den letzten Spielen hatten wir hinten zu viel zugelassen, weil wir zu schnell das Tor machen wollten“, erklärte Nitsch und resümierte: „Am Ende lässt sich SCALA ein bisschen gehen.“

Den Gastgebern, so Nitsch weiter, „gibt der Sieg ein gutes Gefühl. Es hat Spaß gemacht, mit welcher Begeisterung die Jungs nach vorne gespielt haben.“ Das freilich konnte Jendrik Bauer vom SCALA-Auftritt so nicht unbedingt behaupten. „Paloma II hat verdient gewonnen – auch in der Höhe. Wir können und bei Christoph Möhring (SCALAs Keeper, Anm. d. Red.) bedanken, der in der ersten Halbzeit sensationell gehalten hat, dass wir nicht mit einem 1:5 oder 1:6 in die Kabine gehen. Mit dem 1:3 zur Halbzeit waren wir noch gut bedient“, zog der Angreifer der Gäste nach der Begegnung an der Brucknerstraße sein Fazit und ergänzte: „In der zweiten Halbzeit haben wir in den letzten zehn Minuten echt resigniert und uns noch drei Treffer einschenken lassen, die total unnötig waren. Für uns heißt es jetzt: Mund abputzen und nach vorne schauen. Wir müssen das Spiel schnell abhaken, um am kommenden Wochenende gegen Poppenbüttel ein anderes Gesicht an den Tag zu legen.“

Jan Knötzsch 

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