Oberliga 02

Genugtuung? „Belohnung!“ – Oblochs Osdorfer wollen die Erfolgswelle weiter reiten

08. Oktober 2021, 07:48 Uhr

Die (Fußball-)Welt liegt Philipp Obloch und seinem TuS Osdorf derzeit zu Füßen. Die "Blomkampler" grüßen von der Tabellenspitze! Foto: KBS-Picture.de

11. Oktober 2020: Sang- und klanglos geht der TuS Osdorf beim HEBC mit 1:5 unter, zeigt in der Woche darauf aber eine Reaktion und feiert beim 4:1-Sieg über Union Tornesch den ersten Dreier der inzwischen abgebrochenen Saison 2020/21. Fast genau ein Jahr später sieht die Welt am Blomkamp ganz anders aus. Der Drittletzte der vergangenen Spielzeit grüßt nun von ganz oben – und wie! In der Vorwoche feierte der TuS den fünften Erfolg im sechsten Spiel. Mehr noch. Mit 9:1 fertigten die „Blomkampler“ den HSV III ab und untermauerten ihre aktuelle Vormachtstellung in der Zweier-Staffel der Oberliga.

„Es gibt so Spiele und Abende, die kann man einfach nicht erklären – frag‘ mal in Brasilien nach“, erinnerte Philipp Obloch an das WM-Halbfinale 2014 und die 7:1-Machtdemonstration des DFB-Teams gegen die „Selecao“. Ähnlich erging es dem Übungsleiter des TuS Osdorf am Freitag vor einer Woche. „Das habe ich so auch nicht kommen sehen“, gestand er – und feierte mit dem TuS den höchsten Sieg, seitdem er das Amt am Blomkamp innehat. Vor einem Jahr noch im Tal der Tränen – und nun im Tal der Träume. „Ich bin einfach beeindruckt davon, wie die Jungs seit dem Wiederbeginn nach der Corona-Pause arbeiten und zusammenhalten“, so Obloch. „Dann kommen auch mal solche Ergebnisse zustande.“

"Ich hoffe, wir können die Welle noch ein bisschen weiter reiten"

Mit seinen bereits fünf Saisontoren hat Youngster Kay-Fabian Adam (li.) am Blomkamp voll eingeschlagen. Foto: KBS-Picture.de

Sein Team zeigte nicht nur einen in allen Belangen herausragenden Auftritt, sondern einmal mehr, dass Osdorf eben mehr als nur Jeremy Wachter ist. Die „Lebensversicherung“ des TuS fehlte nach zweiwöchiger Krankheit. Das hinderte seine Teamkameraden nicht daran, ein wahres Offensiv-Feuerwerk abzubrennen. „Es macht natürlich großen Spaß im Moment und ich hoffe, dass wir die Welle noch ein bisschen weiterreiten können“, will Obloch, der gerade erst seinen 43. Ehrentag zelebriert hat – von dieser Stelle nachträglich die besten Wünsche fürs neue Lebensjahr –, auch beim SC Victoria an die derzeitige Strähne anknüpfen.

"Müssen harte Kader-Entscheidungen treffen"

Eines der Erfolgsrezepte am Blomkamp: „Ich glaube, unsere Stärke ist, dass wir einen Kader haben, der ziemlich ausgeglichen ist“, spricht der TuS-Trainer unter anderem auf den neuen Youngster Kay-Fabian Adam, der aus der U19 von Eintracht Norderstedt kam, gegen den HSV III dreifach einnetzte und Wachter ein Stück weit entlastet, an. „Wir haben es tatsächlich geschafft, einen Kader zusammenzustellen, der auf allen Positionen relativ gut doppelt besetzt ist. In jedem Training ist Feuer drin. Und wir müssen harte Entscheidungen treffen, wenn es um den Kader geht“, haben Liga-Manager Cemil Yavas und der Übungsleiter mal wieder ganze Arbeit geleistet – und Spieler aus dem Hut gezaubert, die kaum ein anderer auf dem Zettel hatte.

Und so scheint die Niederlagenserie der vorangegangenen Saison, mit dem 1:5 beim HEBC als negativer Höhepunkt, endgültig der Vergangenheit anzugehören. „Ja, es ist Amateurfußball. Aber wir alle investieren da viel Zeit rein. Und dann ist es halt super anstrengend, wenn man viel Zeit investiert und dann drei, vier Niederlagen am Stück hat. So lebt es sich natürlich viel, viel besser“, kann sich Obloch ein breites Grinsen nicht verkneifen. Von Genugtuung will er jedoch nichts wissen. „Die Punktzahl fühlt sich nach Belohnung für eine wirklich lange Vorbereitung an.“

"Ich wäre ja dumm, wenn ich das jetzt ändern würde"

Osdorf-Trainer Philipp Obloch hat derzeit gut lachen. Foto: KBS-Picture.de

Der Platz an der Sonne als zusätzliche Belohnung für das bisher Geleistete. „Wir haben tatsächlich keinen Tabellenplatz als Ziel ausgegeben. Und ich wäre ja dumm, wenn ich das jetzt ändern würde“, will Obloch die Unbeschwertheit bei seinem TuS aufrechterhalten – und: „Wir wollen die Leute mitnehmen und begeistern, guten Fußball spielen und die Jungs weiterentwickeln. Das klappt im Moment ganz gut. Insofern machen wir genau so weiter. Wir brauchen nicht darüber nachzudenken, wie viele Spiele noch sind, wo wir stehen und wo es hingehen kann.“ Vielmehr wolle man weiter befreit aufspielen, für Überraschungen und rauschende Fußballfeste sorgen. Fakt ist, dass der TuS Osdorf derzeit nur schwer zu schlagen ist. „Hoffentlich bleibt das so“, entgegnet Obloch mit einem Lächeln vor dem Gastspiel bei Traditionsclub SC Victoria (ab 19:30 Uhr bei uns im LIVE-Ticker).

Autor: Dennis Kormanjos

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