Der Lockdown ist zurück

Hamburg zieht (mal wieder) die Corona-Notbremse!

19. März 2021, 15:53 Uhr

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher ruft den nächsten Lockdown aus. Foto: KBS-Picture.de

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg seit Mittwoch stets die ominöse 100er-Marke überschritten hat, zieht Hamburg nun wieder die Corona-Notbremse! Betroffen davon ist auch der Sport. Statt neuer Öffnungsschritte, die bei der Bund-Länder-Konferenz Anfang März ab einer gewissen Inzidenz ab dem 22. März in Betracht gezogen wurden, kehrt die Hansestadt bereits am Samstag in einen neuen Lockdown zurück!

Symbolbild: Bode

Bereits in den vergangenen Tagen sei man „sehr besorgt über die Zahlen“ gewesen, berichtete Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher auf einer Pressekonferenz. Nachdem diese nun weiter in die Höhe geschossen sind, habe man entscheiden, die zu Montag angedachten Öffnungsschritte „auf keinen Fall vorzunehmen, sondern die Notbremse zu ziehen“. Heißt: Hamburg kehrt in den Lockdown zurück – auch im Sport! Dieser müsse im Freien nun wieder mit einer Kontaktbeschränkung erfolgen – und zwar mit lediglich einer weiteren Person eines anderen Haushalts. Bedeutet: Maximal zu zweit. „Kindern wollen wir – in Anlehnung an den Schulsport – den Sport im Freien ermöglichen“, erklärte Tschentscher zwar. Statt bisher mit 20 Kindern unter 14 Jahren allerdings nur noch „in Gruppen von höchstens zehn Personen“.

Frühes Handeln: "Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht"

Der Trend habe sich „leider fortgesetzt“, befand Tschentscher, obwohl man in Hamburg sogar noch „unter dem bundesweiten Durchschnitt“ liegen würde, was die Infektionszahlen betrifft. „Aber wir handeln früher. Damit haben wir in den letzten Monaten sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Zwar würden die Zahlen des Robert-Koch-Instituts für die Hansestadt eine Inzidenz von unter 100 (91,0) aufweisen, jedoch ziehe man die eigene Datenlage zur Rate – und die weist am Freitag einen Wert von 108,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf. Aus diesem Grund werde man „die beschlossenen Öffnungen zurücknehmen“ und habe die neue Verfügungslage „genau so angepasst, wie es der Beschluss von Bund und Länder für diesen Fall vorsieht“, erklärte Tschentscher.

Tschentscher kritisiert Öffnungen in Schleswig-Holstein

"Wir sind in einer starken dritten Welle", sagt Tschentscher. Foto: KBS-Picture.de

„Aus meiner Sicht hat sich bestätigt, dass das nicht gut war, die 35er-Grenze in dieser Perspektivplanung von Bund und Ländern auf 50 anzuheben.“ Dies sei „ein Risikofaktor“ gewesen, der zwar von der Differenz her „nach wenig klingt, aber in der Wirkung dazu geführt hat, dass in vielen Ländern und Landkreisen sofort große Öffnungsschritte vorgenommen worden sind“, verdeutlichte Hamburgs Bürgermeister. „Ich hatte davon abgeraten, weil wir bereits in einer steigenden Infektionsdynamik waren und uns bewusst war, dass wir den Beginn einer dritten Welle haben, die von den Virusmutationen bestimmt wird.“ Vor allem die Situation im Einzelhandel, womit Tschentscher auf die Öffnungen in Schleswig-Holstein ansprach, habe „zu viel Shopping-Tourismus geführt. Und wir wissen aus den Analysen der letzten Monate, dass Mobilität ein wesentlicher Pandemie-Faktor ist“, machte er deutlich.

"Wir sind in einer starken dritten Welle"

Symbolbild: Bode

Da es noch keine ausreichenden Impfquoten gab, müsse man konstatieren: „Verfrühte Öffnungen bringen keine Entlastungen, sondern verlängern die Krise und machen die Sache schwerer“, brachte der Politiker seinen Unmut zum Ausdruck – und äußerte die Vermutung: „Ich befürchte, dass sich die Lage weiter verschlechtert.“ Man sehe sich mit „sehr stark steigenden Infektionszahlen konfrontiert. Wir sind in einer starken dritten Welle. Darüber werden wir sprechen müssen.“ Und zwar am kommenden Montag bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz. „Ich werde mich dafür aussprechen, dass wir keine weiteren Lockerungsschritte vornehmen und plädiere dafür, dass alle Länder die beschlossenen Regelungen zur Notbremse konsequent umsetzen.“ Denn: „Wir haben es mit einer sehr ansteckenden Virus-Variante zu tun“, so Tschentscher, der abschließend dazu riet: „Lüften, Abstand einhalten, Kontakte minimieren und Maske tragen.“

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