Regionalliga Nord

„In Norderstedt ist es, wie in einer großen Familie – ich bin zufrieden, mit dem, was ich hier habe“

11. April 2020, 10:00 Uhr

Hamajak Bojadgian hat gerade erst seinen Vertrag in Norderstedt um drei Jahre verlängert. Foto: KBS-Picture.de

Reenald Koch lobte ihn schon 2019 in einem Gespräch mit dem „Hamburger Abendblatt“ als „einen der besten Innenverteidiger der Liga“. Jens Martens sagte unlängst, er sei „in unserem Spiel ein wichtiger Faktor. Er gibt unserer Abwehr enorme Stabilität.“ Umso größer dürfte die Freude beim Präsidenten und dem Trainer von Eintracht Norderstedt gewesen sein, als Hamajak Bojadgian seinen Vertrag bei „EN“ jüngst verlängerte – und das gleich um drei (!) weitere Jahre. Denn auch, wenn der 23-Jährige, der im Februar 2015 noch unter dem damaligen Coach Thomas Seeliger sein erstes Spiel in der Regionalliga Nord absolvierte, von 174 möglichen Spielen für die Garstedter in der Vierten Liga „nur“ 72 Partien bestritt, genießt er eine enorme Wertschätzung. Genau darüber, über seine Vertragsverlängerung, seine bisherige Karriere und die Rükschläge sowie die Perspektiven für die Zukunft haben wir uns mit „Hamo“ unterhalten. 

Sogar in den „kicker“, die Bibel des Fußball-Journalismus hat er es geschafft. Zwar nur auf die letzte Seite des Regional-Teils für den Norden – aber immerhin. „Pechvogel und Stabilisator“ war dort zu Wochenbeginn über „Hamo“ Bojadgian zu lesen. Eine Überschrift, die die Karriere des 23-Jährigen in nur wenigen Worten irgendwie gut zusammenfasst. Auch, wenn es im Moment für Bojadgian in der Defensive der Eintracht gar nicht so viel zu stabilisieren gibt. Der Ball ruht wegen der Corona-Krise. „Die Jungs sind fleißig. Fünf Laufeinheiten und zwei Mal gemeinsames Athteltiktraining per Video-Konferenz“ stehen derzeit auf dem Plan, sagt Coach Jens Martens. Fit bleiben die Kicker der Eintracht damit sicher, aber: „Der Fußball“, erklärt Bojadgian, „fehlt mir.“

„Es macht einen sehr stolz, wenn der eigene Präsident so viel von einem hält“

Bärenstarker Innenverteidiger: EN-Präsident Reenald Koch hält große Stücke auf Bojadgian (li., hier gegen den Ex-Lüneburger und Jetzt-Teutonen Kevin Krottke). Foto: KBS-Picture.de

Irgendwann aber wird der Ball wieder rollen – und dann wird „Hamo“ wieder auf dem Rasen des Edmund-Plambeck-Stadions stehen. Und das eben gleich für drei weitere Jahre. „Mein Vertrag wäre in diesem Sommer ausgelaufen. Also war klar, dass wir uns zusammensetzen und darüber sprechen würden“, erzählt der Innenverteidiger. Zwei, drei Mal habe er mit den Verantwortlichen von „EN“ geredet. „Wir sind uns schnell einig gewesen. Und als Reenald Koch dann gesagt hat, ich könne mir aussuchen, ob ich für zwei oder für drei Jahre zusage, habe ich mich für drei Jahre entschieden, weil das einfach passt. Ich beginne am 1. September 2020 ein Duales Studium, das passt zeitlich gut zusammen. Zudem haben jetzt beide Seiten Planungssicherheit“, erläutert „Hamo“, wie die ungewöhnlich lange Laufzeit des neuen Kontrakts zustande kam. Die aber hat zweifellos auch mit dem Wohlfühl-Charakter zu tun, wie er bestätigt.

„Ich bin 2014 in der Jugend zu Norderstedt gekommen, habe dann dort eineinhalb Jahre gespielt. Jetzt bin ich auch schon seit vier, fünf Jahren in der 'Ersten'. Ich kenne einfach fast alle Gesichter in Norderstedt – und das gilt nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für Bereuer, Platzwart oder den Präsidenten und seine Familie sowie und unseren Sponsor Horst Plambeck und seine Familie. In Norderstedt ist es insgesamt wie in einer großen Familie“, so der 23-Jährige, der aufgrund des jungen Alters eigentlich auch im Blick haben könnte, noch höher zu spielen – das Können ist nach Einschätzung von Experten wie Reenald Koch (Bojadgian: „Es macht einen sehr stolz, wenn der eigene Präsident so viel von einem hält“) ja vorhanden. „Ich bin da realistisch“, sagt Bojadgian ganz nüchtern, „sicherlich hat man irgendwann mal das Ziel oder die Hoffnung, vielleicht in den Profibereich zu kommen. Aber ich hatte die eine oder andere Verletzung. Ich bin zufrieden mit dem, was ich jetzt habe – auch, weil ich mit Job und Studium ein zweites Standbein habe.“


Auf der zweiten Seite spricht Hamajak Bojadgian über seine Verletzungen, sein Karriere-Highlight und die Perspektiven der Eintracht für die Zukunft.

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