RL Nord (Nord-Staffel)

Johann, Nick, Evans und Lars sorgen für Spaß: „EN“ holt ersten Saison-„Dreier“ in Lübeck

19. September 2020, 20:38 Uhr

Zeit zum Jubeln: Johann von Knebel (vo.) brachte Norderstedt im ersten Durchgang mit 1:0 in Führung. Foto: noveski.com

Was war das für eine Woche für den FC Eintracht Norderstedt? Vor sieben Tagen wurde die Mannschaft des Trainer-Duos Jens Martens und „Femi“ Smith in der Ersten Runde des DFB-Pokals beim Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen mit 0:7 abgeschossen – einige klare Worte von Präsident Reenald Koch („In der ersten Halbzeit war das eine katastrophale Leistung“) inklusive. Unter der Woche dann unterlag „EN“ auf hemischem Rasen im Edmund-Plambeck-Stadion aufgrund von Ineffektivität und einem 13-Sekunden-Schlaf in seinem zweiten Regionalliga Nord-Spiel der neuen Saison der SV Drochtersen-Assel. Zwei Spiele, zwei Niederlagen – das konnte nur besser werden. Und das wurde es im Auswärts-Kick beim Aufsteiger 1. FC Phönix Lübeck in der Tat: Beim Abpfiff von Schiedsrichter Florian Böhm (Bremen) stand schließlich ein Sieg für die Eintracht zu Buche, der in der Schlussphase beinahe noch einmal ins Wackeln geraten wäre.

Es lief die 72. Minute, als die Hausherren einen Handelfmeter zugesprochen bekamen. Haris Hyseni schickte sich an, das Duell mit Lars Huxsohl zu suchen. Der Phönix-Stürmer lief an und zielte – und „EN“-Goalie Huxsohl wehrte den Schuss ab. Der Schlussmann, schon im Spiel in Leverkusen trotz der sieben Gegentreffer mit etlichen tollen Paraden positiv aufgefallen, sorgte dafür, dass es nicht noch einmal hektisch werden sollte. Und das nicht nur in jener Szene 18 Minuten vor dem Ende, sondern noch ein weiteres Mal: In der Nachspielzeit kratzte Huxsohl einen Schuss von Hyseni aus dem Winkel (90.+3). Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings bereits 3:0 für die Eintracht, nachdem Evans Nyarko (83.) den beiden vorangegangenen Torerfolgen durch Johann von Knebel (25.) und Nick Gutmann (63.) den dritten Norderstedter Treffer an diesem Tag folgen ließ. Kurzum: Johann, Nick, Evans und Lars mach(t)en Spaß – und sorgten in den entscheidenden Szenen für den ersten „EN-Dreier“ in der neuen Spielzeit.

Huxsohl hält Handelfmeter und zeigt weitere Klasse-Paraden nach der Pause

Teufelskerl: Keeper Larx Huxsohl zeigte im Eintracht-Tor eine überragende Leistung. Foto: noveski.com

Nachdem von Knebel beim Führungstreffer in der 25. Minute von einem glänzenden Nyarko-Pass profitierte, erzielte Gutmann das 2:0 für die Equipe aus Garstedt mitten in eine Phase hinein, in der Gastgeber Lübeck Druck machte: Nils Brüning fungierte bei einem Konter als Vorlagen-Geber für den Ex-Teutonen Gutmann, der auf dem rechten Flügel nach vorne stürmte, beim Abschluss fast noch die Balance verlor, dann aber im Fallen noch das Können bewies, den Ball über die Linie zu bugsieren (63.). Bei Treffer Nummer drei wurde dann sieben Zeigerumdrehungen vor dem Ende Batuhan Evren mit einem Wahnsinns-Pass auf die Reise geschickt und scheiterte zunächst an Phönix-Schlussmann Kevin Tittel. Der Abpraller jedoch fiel dann vor die Füße von Nayarko, der sich nicht zwei Mal bitten ließ und das Spielgerät zum 3:0-Schlusspunkt über die Linie brachte. Fabian Grau hätte zuvor schon eine Minute nach Huxsohls gehaltenem „Elfer“ per Kopf jenen dritten Treffer, der dann Nyarko vorbehalten blieb, erzielen können. Dass Lübeck nicht schon vorm vergebenen Strafstoß herangekommen war, hatte die Eintracht zwei Weltklasse-Paraden von Huxsohl gegen Björn Lambach und Corvin Bock aus der 48. Minute zu verdanken.

Martens: „Diesmal haben wir das nötige Spielglück zurückbekommen“

Alles gut, Mann: Nick Gutmann bejubelt seinen Treffer zum 2:0. Foto: noveski.com

„Wir sind sehr glücklich nach den ersten beiden Spielen, die wir nicht gut und wenig erfolgreich gestaltet haben und bei denen uns die glückliche Hand fehlte. Diesmal haben wir das nötige Spielglück zurückbekommen, Wir sind sehr froh, dass wir diesen Sieg gelandet haben. Er hilft uns natürlich weiter – gerade in unserer angespannten Personalsituation“, konstatierte Jens Martens nach dem Match auf dem Rasen am Buniamshof. „In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, haben sehr kontrolliert gespielt und fantastisch das Tor herausgespielt“, so der Eintracht-Coach mit Blick auf den Treffer von Johann von Knebel, der „den Ball nach zwei Pässen in die Tiefe sauber versenkt.“ In der Halbzeit, so Martens, hätten er und „Femi“ Smith die Mansnchaft dann darauf ausgerichtet, „dass wir in der Woche erfahren haben, dass man auch 13 Sekunden nach der Pause ein Tor kassieren kann. Das ist uns dieses mal fast wieder opassiert, aber Lars Huxsohl hat uns mit zwei Paraden die Führung gerettet.“ In der Folgezeit habe seine Mannschaft so Martens, „es kämpferisch gut gemacht, aber spielerisch nicht mehr so gut gelöst. Wir hatten keine Spielkontrolle mehr. Phönix hat Druck ausgeübt, wir haben es dann geschafft, zwei Konter zu setzen. Unterm Strich macht uns dieser 3:0-Sieg glücklich.“ Auf der anderen Seite erklärte Frank Salomon, der „Dreier“ der Einracht sei „ein letztlich verdienter Sieg. Sie haben ihre Chancen schön rausgespielt und genutzt. Aus unserer Sicht ist die Niederlage etwas zu hoch.“

Salomon: „Es ist bitter, dass wir 0:3 verliren – aber nicht so schlimm, dass wir den Kopf unterm Arm tragen“

Der Schlusspunkt: Evans Nyarko (li.) überwindet Kevin Tittel im Phönix-Gehäuse zum dritten Norderstedt-Treffer. Foto: noveski.com

In der ersten Hälfte habe „Norderstedt gezeigt, warum sie in den letzten Jahren in der Regionalliga im oberen Drittel gespielt haben. Sie sind ballsicher und körperlich stark. Wir sind für uneren Fehler vorm 0:1 bestraft worden. Daran müssen wir uns gewöhnen, dass das in dieser Liga so schnell geht“, so der Phönix-Coach, der mit seinem Trainerkollegen Daniel Safadi dann seine Elf so sah, dass „wir bewiesen haben, dass wir wollen und alles in die Waagschale geworfen haben. Aber in der einen oder anderen Situation war letztlich die Konsequenz nicht da. Es ist für uns bitter, dass wir 0:3 verlieren. Aber das ist nicht so schlimm, dass wir den Kopf unterm Arm tragen“, so Salomon, der den vergebenen Elfmeter durchaus als Knackpunkt wertete („Wir haben es gegen Altona erlebt, wie das ist, wenn eine Mannschaft hingen raus nochmal Luft bekommt“), während Martens abschließend erklärte, warum er Johann von Knebel im Sturm aufgeboten hatte („Er ist sehr ballsicher wir haben das im Training mit ihm vorne in der Mitte und Nils Brüning und Nick Gutmann außen ausprobiert“) und den Ausfall von Alexandre da Cunha, der eigentlich in der Startelf stehen sollte, erläuterte: „Er hat mich fünf Minuten vorm Treffen angerufen und mir mitgeteilt, dass er die Treppe rauf gefallen ist. Er ist mit dem Standfuß weggerutscht und mit dem Knie des anderen Beins auf die Treppenkante gefallen. Alex hat jetzt einen Fünf-Zentimeter-Cut unter der Kniescheibe und ist im Karnkenhaus genäht worden.“

Kommentieren