Bezirksliga West/Kreisklasse 5

Kummerfeld-Knipser und weiteres Trio für Tangstedt

03. August 2020, 11:14 Uhr

Nach unzähligen Treffern für Kummerfeld geht Christopher Klengel künftig für den Tangstedter SV auf Torejagd. Foto: Klaas Dierks

Beim Kummerfelder SV schlägt man sich mit „Problemen“ herum, die andere Vereine vermutlich gerne hätten: „Der Zuwachs im Herren-Fußballbereich des Kummerfelder SV für die Saison 2020/21, vornehmlich aus dem eigenen A-Jugendbereich und dem aus hochklassigen A-Jugendteams von Nachbarvereinen, wurde schnell zu einem qualitativen und quantitativen Problem“, so die Verantwortlichen des Clubs, der in der vergangenen Spielzeit die Vize-Meisterschaft in der Bezirksliga West gefeiert hat. Man habe „mindestens 44 Spieler für zwei Herrenmannschaften“ – und stellte sich deshalb gleich mehrere Fragen.

„Wie sollte das gutgehen über die kommende Saison und welche Perspektiven konnte man den Spielern bieten, die zwar enorme Verdienste für unseren Verein vorzuweisen haben, aber in der letzten Saison aus den unterschiedlichsten Gründen nur selten den Anforderungen an Trainings- und Spielintensität in vollem Umfang gerecht werden konnten?“ Die Sportliche Führung der Kummerfelder habe sich diesbezüglich „für eine klare Linie entschieden und den Spielern, die nicht mehr dem geforderten Anforderungsprofil voll entsprechen können, empfohlen, sich mit der Unterstützung des KSV einen neuen Verein zu suchen“. Dies sei auf Initiative des Sportlichen Leiters, Werner von Bastian, auch gelungen. „So hat er die Spieler Marvin Meyer, Moritz Fiedler und Thilo Kelm überzeugen können, zum Tangstedter SV zu wechseln und dort einen sportlichen Neuanfang zu suchen. Und dann kam mit Christopher Klengel noch zu unserer aller Überraschung ein Spieler dazu, der auf Grund seiner enormen fußballerischen und persönlichen Qualitäten voll für unseren Ligabereich eingeplant war, sich aber aus nachvollziehbaren Gründen, die er vor der Mannschaft plausibel erläutert hat, auch für den Wechsel zum Tangstedter SV entschieden hat. Dort trifft der Familienvater (Vater einer Tochter) auf seinen Schwager Tobias Dicks, mit dem er schon lange mal zusammenspielen wollte.“

Knipser Klengel und "Aufstiegsheld" Fiedler verabschiedet

Für den KSV erzielte Klengel (re.) unzählige Tore in den letzten Jahren. Foto: Klaas Dierks

Mit Klengel, Fiedler und Meyer bekomme der TSV einen Sturm, „der in der Kreisklasse A garantiert für Furore sorgen wird“, sind sich die KSV-Verantwortlichen sicher, „da brauchen wir uns nur an die großartigen Leistungen erinnern, die diese Drei für unseren Verein gezeigt haben“. Insbesondere an die von Chris Klengel, an dessen unzählige Tore, die er in sechs Jahren beim KSV erzielt habe, könne man sich im Einzelnen „gar nicht mehr erinnern. In Erinnerung geblieben sind aber die zwei genialen Treffer, die Chris beim Auswärtstreffen gegen den Hetlinger MTV gelungen sind, eines davon als ‚Tor des Monats‘ von der Mittellinie gegen einen zu weit vor dem Tor platzierten Keeper, ein wahrer Geniestreich!“ Doch auch Moritz Fiedler bleibe dem Verein „mit seiner Leistung und seinem Tor im ‚Jahrhundertspiel‘ um den Aufstieg in die Bezirksliga gegen den Heidgrabener SV in allerbester Erinnerung.“ Das entscheidende Spiel vor imposanter Kulisse schien nach einem frühen Platzverweis gegen „unseren besten Abwehrspieler schon so gut wie verloren, aber dann kam Moritz mit seinen unglaublich schnellen Füßen und das Spiel Zehn gegen Elf kippte zu unseren Gunsten“, erinnert man sich.

Meyer wieder genesen, Kelm "immer da, wenn er gefordert wurde"

Marvin Meyer wechselte nach dem Aufstieg in die Bezirksliga nach Kummerfeld „und war sofort mit ganz starken Leistungen die erhoffte Verstärkung für unser Team. In Erinnerung geblieben ist seine Volleyabnahme zum Tor beim SC Sternschanze nach einem mustergültigen KSV-Angriff.“ Doch im Winter verletzte sich Meyer im Training „auf unserem holprigen Grandplatz“ schwer und brauchte mehrere Monate, um wieder auf die Beine zu kommen. „Bewundernswert, sein Wille, nicht aufzugeben und es immer wieder zu versuchen, in die alte Form zu kommen. Zuletzt gab es einige positive Anzeichen und wir wünschen ihm, dass sich diese fortsetzen und er nun in Tangstedt zeigen kann, was für ein wunderbarer Fußballer er sein kann“, verlieren die Kummerfelder ausschließlich warme Worte – und wollen sich auch bei Thilo Kelm bedanken. „Wir können zwar nicht von überragenden Leistungen berichten – aber Thilo war immer da, wenn er gefordert wurde, und wurde im Verein als eine positive Persönlichkeit wahrgenommen.“

"NDR musste 'Verliererstory umschreiben"

Abschließend plaudern die Kummerfelder noch eine interessante und zugleich lustige Anekdote in Bezug auf den Tangstedter SV aus: „Der bestand schon lange, bevor der Kummerfelder SV 1960 gegründet wurde und über ein Jahr lang jedes, aber auch wirklich jedes Spiel in der damaligen Kreisklasse verloren hatte. Das brachte den Norddeutschen Rundfunk auf den Plan, ein Fernsehteam nach Tangstedt zu schicken, um eine weitere Kummerfelder Niederlage einzufangen. Und was passierte? Der Kummerfelder SV gewann zum ersten Mal ein Punktspiel mit 5:3. Der damalige Held des KSV hieß Willi Dieckmann und der ‚NDR‘ musste seine ‚Verliererstory‘ ganz schnell umschreiben.“ Den nun ehemaligen Spielern wünsche man indes „den Erfolg in Tangstedt, den wir damals mit dem ersten Sieg in der Vereinsgeschichte hatten, und wir würden uns freuen, wenn es bei passender Gelegenheit mal wieder zu einer sportlichen Begegnung zwischen unseren Vereinen kommt“.

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