Oberliga 01

Marschalls neuer „Leader“ erlebt Debüt zum Vergessen: „Der Fußballgott ist momentan sicher kein Hamm-Fan!“

28. August 2021, 10:24 Uhr

Meiendorfs Andi Ayim (Mi.) erzielte das zwischenzeitliche 2:1 für sein Team. Foto: noveski.com

„Ein Leader für Marschall“, titelte der Hamm United FC unmittelbar vor dem Heimspiel gegen den Meiendorfer SV – und verkündete damit die Verpflichtung von Innenverteidiger Jannis Niestädt (Concordia Hamburg). Der 26-Jährige war vor seinem Blitz-Intermezzo beim Bremer SV aktiv und absolvierte dort fünf Einsätze (zwei Tore) in der Bremen-Liga. „Trotz guter Leistungen hat unsere Mannschaft in den bisherigen beiden Spielen nicht punkten können. Jannis wird uns nicht nur durch seine fußballerische Klasse, sondern auch durch seine mentale Stärke weiterhelfen. Mit ihm ist es uns gelungen, einen echten ‚Leader zu verpflichten‘“, wurde HUFC-Coach Sidnei Marschall in der Mitteilung des Vereins zitiert.

Nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe stand Niestädt auf Anhieb in der Startelf der „Geächteten“ und wähnte sich gleich beim Debüt vermutlich im falschen Film. Denn: „Ich bin irgendwie sprach- und machtlos“, gestand Marschall nach den 90 Minuten gegenüber „Hafo“. Der Grund für die Sprach- und Machtlosigkeit des Hamm-Dompteurs: „Es ging weiter wie die letzten Wochen: Sehr gut gespielt, aber wir machen die Tore nicht. Es muss 3:0 für uns stehen“, führte „Sid“ aus. Stattdessen hieß es nach 45 Minuten 1:3 aus Hausherren-Sicht. Den Chancenwucher der Marschall-Mannen bestrafte der Meiendorfer SV eiskalt. Selbst Gäste-Coach Gökhan Acar gestand bei „Hafo“ ehrlicherweise: „In den ersten 20 Minuten hatten wir ziemliches Glück. Normalerweise steht es da 0:3 – und wir hätten uns nicht beschweren können.“ Aber: „Wir haben mit drei Torschüssen 3:1 geführt.“

"Es gibt so Tage, da klappt einfach alles!"

Hamm-Coach Sidnei Marschall konnte es kaum fassen und wirkte nach Abpfiff konsterniert. Foto: noveski.com

Den Anfang machte Atef Zakerwal mit einem Versuch aus der Distanz. Hamm-Keeper Victor Medaiyese sah nicht gut aus – 0:1 (11.). Den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Rodrigo Baroni, der eine hervorragende Vorarbeit von Eliakim Kukanda, der noch vor dem Gegentreffer an der Latte scheiterte, verwertete (24.), konterten die Mannen von der B75 postwendend. Andi Ayim setzte sich gegen Neuzugang Niestädt durch und ließ den in der Vorwoche desaströs auftretenden MSV (1:4 gegen BU) ein zweites Mal jubeln (27.). Es folgte eine überaus strittige Situation, die zu einem Freistoß für die Acar-Elf führte. Ausgerechnet Ex-HUFC-Akteur Christian Ayim legte sich das Leder zurecht und schlenzte es gefühlvoll ins Eck (31.). Acar bei „Hafo“: „Die Standardschützen stehen bei uns alle auf einer Liste – er stand da nicht drauf. Aber als Ex-Spieler von Hamm United war er natürlich ganz besonders motiviert. So ein Ding von ihm habe ich jedenfalls noch nie gesehen. Es gibt so Tage, da klappt einfach alles!“

"Haben mit viel Leidenschaft unser Glück erzwungen"

Hamm rannte an, traf aber nicht – und so blieb es auch nach 90 Minuten beim 1:3. „Ich weiß auch nicht, warum wir den Ball nicht ins Tor kriegen. Der Fußballgott ist momentan ganz sicher kein Hamm United-Fan. Man muss ja nicht immer Glück haben, aber dass man dann so ein Pech hat…“, zeigte sich Marschall im Nachgang bei „Hafo“ völlig konsterniert. Während sich sein Gegenüber freuen konnte, dass seine Elf die richtige Reaktion auf die Klatsche in der vergangenen Woche zeigte: „Das Spiel gegen BU waren fest eingeplante drei Punkte, da war die Enttäuschung riesig. Ich habe meinen Jungs deswegen gesagt, dass das heute ein Sechs-Punkte-Spiel ist und nur über Willen und Leidenschaft geht. Deshalb freue ich mich natürlich sehr, weil wir mit viel Leidenschaft unser Glück erzwungen haben“, bilanzierte Acar.

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