Oberliga

Meiendorf lüftet das Kader-Geheinmis: Acht Verlängerungen und 15 Neuzugänge

24. Juli 2020, 08:00 Uhr

Gökhan Iscan soll die Mannschaft mit seiner Erfahrung führen. Foto: MSV

Bislang waren es mit Mazlum Oruk, der vom SC V/W Billstedt kommt, und Mel Morawitz, der zuletzt beim USC Paloma vor den Ball trat, gerade einmal zwei Spieler, von denen klar war, dass sie in der kommenden Saison für den Meiendorfer SV auflaufen werden. Mit dem Start in die Vorbereitung auf die Saison 2020/2021 in dieser Woche lüftet der Oberligist, der aufgrund der Tatsache, dass es wegen des Corona-Abbruchs keine Absteiger gibt, in der Klasse blieb, das Geheimnis um die Zusammenstellung seines Kaders. Der Verein von der B75 wird mit acht Akteuren aus dem bisherigen Kader in die Spielzeit starten, zu denen sich neben Oruk und Morawitz 13 weitere Neuzugänge gesellen. Und auch im Trainerteam um den neuen Coach Gökhan Acar und dessen Assistenten Peter Iwosa gibt’s noch eine Veränderung. 

Doch der Reihe nach: Er beschrieb es unlängst als „geilen Bonus“. Die Rede ist von Mert Kepoceoglu, dem Sportlichen Leiter des Meiendorfer SV, und seiner ersten Reaktion darauf, dass sein Club in der Oberliga bleiben wird, nachdem die Vereine des Hamburger Fußball-Verband (HFV) am 22. Juni auf dem Außerordentlichen Verbandstag dem Plan final zustimmten, die Saison 2019/2020 abzubrechen und der Regelung freie Bahn gaben, dass es keine Absteiger geben wird. Für Kepceoglu natürlich die beste Variante. Als Oberligist gestaltet es sich in der Transferperiode schließlich leichter, Neuzugänge von einem Wechsel und Spieler aus dem aktuellen Kader zum Bleiben zu überzeugen.

Top-Transfer Yves Mfumu: Bei drei Bundesligisten in der Jugend aktiv gewesen

Yves Mfumu spielte bereits im Nachwuchs des Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Foto: privat

Der Sportliche Leiter hat nicht nur im „Team ums Team“, wo künftig Michael Pasewaldt – bislang beim Hansa-Landesligisten SC Condor tätig – als Torwarttrainer Chefcoach Gökhan Acar und dessen Assistenten Peter Iwosa unterstützen wird, Nägel mit Köpfen gemacht und bringt dort neuen Wind herein, sondern auch, was das Bild des künftigen MSV-Kaders angeht. Im Schlepptau von Pasewaldt wechselt mit Patrick Dinter ein junger, talentierter Keeper von den „Raubvögeln“ in die Flens-Arena. Er steht damit für das Bild, was die künftigen Meiendorfer vermitteln: Eine interessante Mischung zwichen Youngstern und bereits über lange Jahre erprobten Kickern. In die letztere Kategorie gehört zweifellos Gökhan Iscan, der vom SV Curslack-Neuengamme an die B75 wechselt. Auch Daniel Weber (ETSV Hamburg, früher Hamm United), Dorian Balla, Georg Demircan (beide Klub Kosova), Youssef Sbou (Oststeinbeker SV, früher Meiendorf und Cordi) und Ibrahim Özalp (TSV Glinde II, früher SC Condor) sind bereits seit Jahren feste Bestandteile im Hamburger Amateurfußball. Gideon Baur ist zwar gerade einmal seit einer Saison der A-Jugend entwachsen, absolvierte diese aber bereits in der Oberliga bei Concordia.

Mit Gökhan Iscan stößt ein Routinier zur Equipe von Gökhan Acar und Peter Iwosa

Gideon Baur wechselt von Concordia nach Meiendorf. Foto: MSV

Und damit weiter zur jüngeren Garde: Josiah-Frimpong Basoah schnürte seine Fußballschuhe zuletzt für den TuS Berne in der Landesliga Hansa. Gideon Döhling stand beim USC Paloma II im Team. Lars Lartey kickte für den TSV DuWo 08 und kann überdies auf eine Ausbildung in der Jugend des TSV Sasel, für den er bereits in der „Regio“ spielte, verweisen. Samed Aksoy stößt aus der A-Jugend des FC Eintracht Norderstedt, mit der er zuletzt in der Regionalliga um Tore und Punkte kämpfte, zur Mannschaft von Gökhan Acar und Peter Iwosa, in der in der neuen Spielzeit auch Yves Mfumu stehen wird. Ein Name, der den Begleitern des Hamburger Amateurfußballs nicht viel sagen wird. Doch der 22-Jährige, der ein Gardemaß von 1,88 Metern aufweist und auf der Linksaußen-Position zuhause ist, kann auf eine beeindruckende Vita verweisen: Zuletzt war Mfumu zwar vereinslos, davor aber stand er in der Bremen-Liga für den Blumenthaler SV auf dem Platz und kann auf Regionalliga-Einätze für Viktoria Köln und den FSV Frankfurt verweisen. In der Jugend von Werder Bremen, dem VfB Stuttgart und bei Eintracht Frankfurt spielte er zudem in der U19-Bundesliga.

Kepceoglu: „Wir wollen mit insgesamt 25 oder 26 Spielern in die neue Saison gehen“

Samed Aksoy trug zuletzt das Trikot der A-Junioren von Eintracht Norderstedt. Foto: MSV

„Er zieht nach Hamburg, weil er hier einen Studienplatz erhalten hat“, erklärt uns Mert Kepceoglu, der über Kontakte Wind vom Umzug Mfumus in die Hansestadt bekam, bei dem 22-Jährigen vorsprach und die Vertragsverhandlungen schließlich mit der Unterschrift unter einen Kontrakt beim MSV krönte. Apropos Verträge: Nicht nur, was die Kontrakte des neuen Personals angeht, war der Sportliche Leiter des Oberligisten fleißig. Nein, auch bei diversen Akteuren aus dem bisherigen Aufgebot der Meiendorfer holte sich Kepceoglu eine Zusage ein – und das insgesamt acht Mal. Neben Schlussman Sulejman Hoxha, dem im Winter von Concordia gekommenen Niel Lüthje, Ephrahim Kofi Asante, Haci Gündogan und Atef Zakerwal (kam in der Winterpause, nachdem er zuvor im Anschluss an sein Engagement beim TSV Sasel vereinslos war) werden auch Andi Ayim, Ray Marstaller (vereinslos, kam im Winter, davor Cordi) und Minou Tsimba-Eggers weiterhin das Trikot des MSV tragen. Tsimba-Eggers war erst im Winter von Concordia in die Flens-Arena gewechselt. Gänzlich abgeschlossen sind die personellen Planungen beim MSV noch nicht. „Wir wollen mit insgesamt 25 oder 26 Spielern in die neue Saison gehen“, teilt uns Kepceoglu mit. Heißt also: Der Sportliche Leiter, der auch noch nach einem Betreuer für die Mannschaft sucht, wird in den nächsten Tagen noch das eine oder andere Gespräch führen...

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