Meiendorf: Oberliga-Aufstieg perfekt! – Saglam: „Ich bin brutal stolz auf jeden Einzelnen“

2:0-Sieg gegen Lohbrügge reicht zum vorzeitigen Titelgewinn, weil Dersim patzt

24. April 2018, 23:03 Uhr

Nach dem Abpfiff kannte der Jubel beim Meiendorfer SV keine Grenzen mehr. Foto: Knötzsch

Haci Gündogan war der Mann, der den Takt angab. Der Mittelfeldspieler des Meiendorfer SV hatte nach dem Abpfiff die große weiße Trommel der Fans in Beschlag genommen –  die Trommelstöcke inklusive. Wieder und wieder trommelte er und stimmte neue Gesänge an. „Diese Mannschaft ist wie eine Familie“, erklärte Gündogan im Kreis umringt von seinen Teamkollegen. Die hatten zuvor auch vor ihrem Trainerteam nicht Halt gemacht. „Co“ Serhat Akkaya, beruflich bedingt später zum Spiel dazugestoßen und in einen blauen Anzug gekleidet, musste ebenso wie Coach Baris Saglam und sein Assistent Tobias Sävke dran glauben und eine kalte Dusche mit Getränken über sich ergehen lassen. Am Ende erwischte es auch Präsident Jens Malcharczik. So, wie sich das bei einem Aufstieg eben gehört! 

Zwar warten laut Spielplan noch vier Matches in der Landesliga Hansa auf den MSV. Weil der aber gegen Lohbrügge mit 2:0 die Oberhand behielt und Dersimspor – als einziges Team der Top drei mit einem Spiel weniger – zeitgleich daheim gegen den Buxtehuder SV mit 2:3 den Kürzeren zog, können die Meiendorfer nicht mehr eingeholt werden. Dersim hat mit 46 Zählern 17 Punkte Rückstand auf den MSV und kann in den noch ausstehenden Bergegnungen im Idealfall höchstens 15 Punkte holen. Der Bramfelder SV, der am heutigen Abend den FC Voran Ohe mit 3:2 besiegte, kann bei noch vier ausstehenden Spielen noch zwölf mögliche Zähler einfahren – auch das reicht nicht, um mit 50 Punkten den MSV, der in der Spielzeit 2017/2018 bislang eine einzige Niederlage hinnehmen musste und bis jetzt 63 Punkte einfuhr, noch einzuholen.

Blum wird mit zwei Treffern zum Matchwinner und „Aufstiegs-Realisierer“

Haci Gündogan (knieend) gab bei den Feierlichkeiten nach dem Match den Takt vor. Foto: Knötzsch

Bis der Jubel in der Meiendorfer Flens-Arena vor den knapp 100 Zuschauern losbrach, galt es aber abzuwarten. Das Spiel in Meiendorf war bereits lange beendet, doch das Parallel-Spiel zwischen Dersim und Buxtehude an der Baererstraße lief noch. Fast sekündlich aktualisierte Stadionsprecher und Betreuer „Rob“ Kruber den Live-Ticker auf der Internetseite des Buxtehuder SV. 92 Minutem 93, 94, 95 – und kein Ende in Sicht. Erst eine schnell vom Verfasser dieser Zeilen weitergegebene Facebook-Nachricht von Dersimspors Sportdirektor Serdar Gümüs, dass die Partie dort ebenfalls beendet sei, sorgte für das Ende der Anspannung und die ersten lauten Jubelschreie, ehe es anschließend kaum noch ein Halten auf Seiten der Meiendorfer gab. Der vergebene Matchball vom vergangenen Sonntag, als der MSV seinerseits bei Dersimspor mit 0:1 saisonübergreifend seine erste Niederlage seit 364 Tagen (!) hatte hinnehmen müssen, war vergessen.

Dass die Meiendorfer ihre Hausaufgaben im Match gegen Lohbrügge machten, lag allen voran an einem Mann, der in dieser Saison so oft den Begegnungen des MSV seinen Stempel aufgedrückt hatte, in den letzten Wochen aber fehlte: Andrej Blum. Der Top-Torjäger des künftigen Oberligisten traf gegen den VfL doppelt. Zunächst war er in der 29. Minute erfolgreich: Max Rosseburg schlug den Ball lang aus der eigenen Hälfte nach vorne, Lohbrügges Keeper Björn Garvs eilte aus dem Kasten und dem Strafraum, um zu klären, schoss dabei aber den eigenen Mann an, so dass Blum die Kugel vor die Füße bekam und mutterseelenallein Richtung Tor laufen und den Ball über die Linie schieben konnte – 1:0. Treffer Nummer zwei folgte zehn Minuten später: Michael Sara dribbelte sich in den VfL-Strafraum, dann wurde sein Zuspiel auf einen Teamkollegen geblockt – und der Ball landete abermals vor den Füßen von Blum, der eiskalt abzog und verwandelte (39.).

Saglam: „Wir haben uns eingeschworen, alle an einem Strang gezogen und belohnt“

Das Trainerteam beglückwünscht sich untereinander: Tobias Sävke (li.), Serhat Akkaya und Baris Saglam. Foto; Knötzsch

Noch vor den beiden Gegentreffern hatte der VfL, bei dem Coach Mato Mitrovic mit seinem „Co“ Marco Schultz in der Halbzeit schon lange vor der Mannschaft wieder aufs Feld zurückkehrte, durch Duro Arlovic die erste große Chance des Spiels gehabt, doch dieser vergab nach einer Kombination über Anto Zivkovic und Antonio Kobas, als er übers Tor zielte. Anschließend scheiterte Kobas an MSV-„Goalie“ Yannick Jonas (15.). Im zweiten Durchgang wurde Lohbrügge selten gefährlich, nur Pascal Bäkers Hereingabe (59.) hätte vielleicht für größere Unruhe gesorgt – aber die wurde geklärt. Auf der anderen Seite konnte dann VfL-Schlussmann Garvs nach 63 Minuten vor Blum retten. Drei Minuten vor Schluss wurde der eingewechselte MSV-Angreifer Kalif Koura bei seinem Schuss aufs Lohbrügger Tor noch entscheidend gestört. Der Rest war langes Warten, die immer wieder auftauchende Frage, wie es an der Baererstraße steht, ob dort schon Schluss sei und schließlich die Freude der Meiendorfer, die sich lautstark entlud.

„Drei Spiele innerhalb von sieben Tagen (gegen Elazig Spor, Dersim und den VfL, Anm. d. Red.) – dieser Rhythmus war hart für die Mannschaft. Das sind wir nicht gewohnt. Wir sind unheimlich stolz auf die Jungs, dass sie in den ganzen Monaten so hart und leidenschaftlich gearbeitet haben und ihre Stärken soweit ausgebaut haben, dass die jetzt da stehen, wo sie stehen und wo sie es verdient haben, zu stehen“, freute sich „Meistermacher“ Baris Saglam. „Die Niederlage gegen Dersim war natürlich ärgerlich für uns, aber umso schöner ist es, vor heimischer Kulisse die Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga klarzumachen. Die Jungs haben einfach eine Reaktion gezeigt. Ich bin brutal stolz auf jeden Einzelnen der Jungs – egal, ob die Spieler gespielt haben oder nicht. Alle haben zusammen an einem Strang gezogen, jeder hatte das Ziel, dass wir intern besprochen hatten, vor Augen. Wir haben uns darauf eingeschworen und uns belohnt. Mehr als das kann ich nicht sagen.“, erklärte der MSV-Coach abschließend, während „Präsi“ Malcharczik Freibier spendierte und ankündigte: „Am Samstag nach dem Bramfeld-Spiel wird dann richtig groß gefeiert,“

Jan Knötzsch

Die Kabinen-Party des MSV nach dem Spiel!

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