Bezirksliga 06

Miljevic macht den Unterschied: Teutonia-Reserve nun Tabellen-Vize!

15. November 2021, 16:19 Uhr

In der vergangenen Woche trumpfte Jeremy Miljevic bereits im Pokal-Derby auf, nun machte er auch den Unterschied im Liga-Spiel der Teutonen-Reserve beim FC Alsterbrüder aus. Foto: Klaas Dierks

Am Sonntagnachmittag empfingen die Alsterbrüder nach ihrem Pokalcoup gegen den SC Condor in der Liga die Teutonia von 1905 zum Spitzenspiel in der Bezirksliga Staffel 6 auf dem Walter-Wächter-Platz. Beide Mannschaften konnten mit einem Sieg bei entsprechendem Torverhältnis in Schlagdistanz zu Lurup auf den zweiten Platz in der Tabelle vorrücken. Bei den Hausherren fehlt der urlaubende Torwart Moritz Kühn und der langzeitverletzte Torjäger Noah Freyer. Dafür steht Matthias Schwarz nach einer gefühlten Ewigkeit genesen im Kader. Er sorgt nach seiner Einwechslung für einige gute Aktionen während des Spiels.

Gästetrainer Daniel Lopez hat bei den Alsterbrüdern noch nie gewonnen. Sollte es heute eine Premiere geben?

Das 0:1: Akif Islamoglu (Mi.) köpft zur Teutonen-Führung ein. Foto: Klaas Dierks

Auf jeden Fall kommt Teutonia besser ins Spiel und übernimmt die Initiative, ist die ersten 20 Minuten feldüberlegen. In der 21. Minute pfeift der Schiedsrichter in der Alsterbrüder-Hälfte Freistoß. Teutonias Kapitän Jeremy Miljevic schnappt sich die Kugel 25 Meter vor dem Tor auf seiner halbrechten Seite und bringt den Ball schön gezirkelt diagonal in den Strafraum, wo Akif Islamoglu ungehindert aus vier Metern zum 0:1 einschädeln kann. Nur drei Minuten später erneuter Freistoß für den Gast aus identischer Position, aber diesmal geht der Ball über das Tor.

Der Aufreger: Felix Niebuhr (Mi.) im Duell mit FCT II-Keeper Morten Peetz (li.) und Lasse Gloistehn. Foto: Klaas Dierks

Jetzt kommen die Platzherren besser ins Spiel. Nach einem verunglückten Abschlag die erste große Chance auf den Ausgleich. Felix Niebuhr trifft im Sechzehner mit einem Flachschuss nur den Pfosten. Es entwickelt sich in der Folge ein Duell auf Augenhöhe mit offenem Visier. In der 37. Minute gelingt der Teutonia ein sehenswerter Angriff über mehrere Stationen, der Abschluss im Strafraum durch Mika Zimmermann streift jedoch am langen Pfosten vorbei. Dann folgt der Aufreger der ersten Halbzeit.

Felix Niebuhr wird mit einem feinen Pass in die Spitze geschickt; läuft, verfolgt von Lasse Gloistehn, frei auf Teutonias Keeper Morten Peetz zu und kollidiert mit ihm kurz vor der Strafraumgrenze. Elfmeter, Rot? Oder weiterspielen? War es gar ein Stürmerfoul? Der Schiedsrichter entscheidet auf Freistoß und Gelb für Peetz. Engagierte Diskussionen auf dem Feld und daneben. Daneben geht auch der ausgeführte Freistoß, es bleibt beim knappen Rückstand bis zur Halbzeitpause. Auch weil der erneut gut aufgelegte Gian Luca Verago kurz vor dem Abpfiff nach einer Ecke einen an sich schönen Kopfball neben das Tor setzt.

Teutonias Jeremy Miljevic (3. v. li.) nimmt es mit gleich vier Alsterbrüdern auf. Foto: Klaas Dierks

Nach Wiederanpfiff merkt man: die Alsterbrüder haben sich was vorgenommen. Aber die paar guten Momente nach vorne ändern den Spielstand nicht. Dafür ein Angriff der Teutonia über links. Der kann von den Alsterbrüdern erstmal mit vereinten Kräften gestoppt werden. Den Schwarz-Weißen gelingt allerdings eine Spielverlagerung im gegnerischen Strafraum, wo es Jeremy Miljevic gelingt, aus halbrechter Position an der vielbeinigen Alsterbrüder-Abwehr vorbei, Torwart Danilo Hidalgo zum 0:2 zu bezwingen. Es riecht nach Sieg für Teutonia. Aber die Comeback-Qualitäten der Alsterbrüder sind bekannt. Und tatsächlich: quasi im Gegenzug profitiert Luca „Duracell“ Drude auf der linken Angriffsseite von einem gelungenen Steckpass. Sein trockner Schuss im Sechzehner findet den Weg zum Anschlusstreffer ins Netz.

Überschwänglicher Jubel bei Leonard Findorff (re.) nach seinem Treffer zur Vorentscheidung - 4:2 Teutonia II! Foto: Klaas Dierks

Mit einem dreifachen Wechsel bringt Trainer Gunnar Hitscher frische Kräfte ins Spiel. Die Gäste profitieren allerdings nach einer Ecke von einer verunglückten Aktion des Alsterbrüder-Keepers, der den Ball nicht festhalten kann. Miljevic nutzt das in der 66. Minute knallhart und baut die Führung aus. Puh! Durchatmen. Nur vier Minuten später schlagen die Alsterbrüder zurück. Tim Algner beweist bei einem Freistoß, gut getreten aus dem rechten Halbfeld Näschen und köpft den Ball vorbei an Peetz zum erneuten Anschluss in die Maschen. Die Alsterbrüder drücken, haben Chancen. Vor allem Felix Niebuhr fasst sich immer wieder ein Herz und zieht häufiger mal aus der Distanz ab. Oft fehlt dabei nicht viel, aber der Ball geht einfach nicht rein. 


Auch auf der Gegenseite verpasst der eingewechselte Terry Sarpong eine abgelenkte Hereingabe knapp. Es gibt immerhin Ecke. Miljevic führt aus. Leonard Findorff steigt unwiderstehlich hoch und schädelt das Spielgerät in der 87. Minute zum entscheidenden 2:4 aus zwei Metern ins Tor. Riesen Jubel bei Teutonia.

Verzweiflung bei den Alsterbrüdern nach den vergebenen Großchancen. Foto: Klaas Dierks

Die Alsterbrüder glauben an ihren Schlussspurt und haben unter anderem durch Algner erneut die Möglichkeit auf eine Resultatsverbesserung, aber der Volleyschuss zischt über die Latte. Auch Teutonia hat die Chance für einen weiteren Treffer. Nach schöner Vorarbeit durch Unterschiedsspieler Miljevic rettet Jannik Kretschmar mit letztem Einsatz vor Elliot Agyekum vor der Linie. So bleibt es beim 2:4 für die Teutonia. Ihr Trainer feiert das erhoffte Sieg-Debut auf dem Walter-Wächter-Platz. Alsterbrüder-Trainer Gunnar Hitscher konstatiert: „Du gewinnst halt nicht bei drei Standard-Toren und einem Fehler!“

Und in der Tat: nur die beiden Tabellenschlusslichter Sternschanze und Teutonia 10 haben in der Staffel mehr Tore kassiert als der neue Tabellensechste. Wenn die Alsterbrüder da nicht Abhilfe schaffen, werden sie langsam zur Borussia aus Dortmund der Bezirksliga-Staffel 6 in Hamburg. Denn auch das stimmt: allein der nächste Gegner, der HFC Falke hat mit 28 Toren mehr Treffer erzielt als die Alsterbrüder.

Die Teutonia von 1905 kann bei für Sie günstigem Verlauf am nächsten Spieltag gegen den HEBC sogar als Tabellenführer in die Winterpause gehen, wenn Lurup gegen die Kometen aus Blankenese patzt.

Klaas Dierks

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