Bezirksliga 06

Mit dem „Pabst“ im Bunde: Alsterbrüder zwei Tore cleverer als Eidelstedt

29. August 2021, 17:53 Uhr

Die Spieler des FC Alsterbrüder bejubeln den ersten Saisonsieg. Foto: Klaas Dierks

Am Samstag fand auf dem durch den Regen rutschigen Kunstrasen der Alsterbrüder das Nachholspiel gegen den SV Eidelstedt statt, das zuvor wegen eines Covid-Verdachtsfalls verschoben worden war. Während der Gast mit einem Sieg in obere Tabellenregionen hätte vorstoßen können, ging es bei der bisher punktlosen Heimmannschaft darum, erstmals etwas Zählbares einzufahren. Während die Bank des SVE für diese Aufgabe gut gefüllt war, gab es auf der Bank der Alsterbrüder trotz Verstärkung aus der Zweiten Mannschaft, die in der gleichen Liga in Staffel 4 am Start ist, mehr Platz, als es Trainer Gunnar Hitscher lieb sein konnte.

Das 1:0! Antonio Pabst (Mi., verdeckt) bringt das Runde im Eckigen unter. Foto: Klaas Dierks

Vom Anstoß an entwickelte sich eine bis zum Schlusspfiff unterhaltsame und abwechslungsreiche Partie, die in der ersten halben Stunde durch früh störende Alsterbrüder gekennzeichnet wurde. Eine Maßnahme, die den Eidelstedtern sichtlich wenig behagte und zu einigen Ballverlusten führte. So auch in der zehnten Minute, als Antonio Pabst nach Vorlage von Algner auf dem rechten Flügel aus zentraler Position aus fünf Metern für die Hausherren einnetzte. Die Abseitsreklamationen der Gäste blieben ohne Folgen, der Treffer zählte. In dieser Phase überraschte der Gast immer mal wieder durch beherzte und gefährliche Schüsse aus der zweiten und dritten Reihe aus dem Spielgeschehen heraus, vor allem durch Julius Bröhl und Max Mecklenburg, die Keeper Ernst Kühn von den Alsterbrüdern alles abverlangte, um den Ausgleich zu verhindern. In den letzten 15 Minuten der ersten Hälfte wurde der SVE stärker, konnte aber die Chancen von Lenny Akpu und Tim Algner kurz vor dem Pausenpfiff nicht verhindern. Akpu zielte jedoch zu ungenau, und der wieder sehr engagiert aufspielende Algner wurde vom guten Eidelstedter Torwart Hendrik Zander am Torerfolg gehindert.

Eidelstedts Max Mecklenburg (li.) war nur schwer zu halten - wie hier von Felix Niebuhr. Foto: Klaas Dierks

Nach Wiederanpfiff begegneten sich beide Mannschaften erneut mit offenem Visier und erspielten sich auf beiden Seiten Chancen im Minutentakt, die den Keepern Gelegenheit gab sich auszuzeichnen. Das 2:0 für die Alsterbrüder entwickelte sich in der 66. Minute durch eine unübersichtliche Situation im Strafraum der Eidelstedter, als es Pabst zum zweiten Mal gelang, durch einen Schuss aus halblinker Position Torwart Zander zu bezwingen.


Eidelstedt ließ sich nicht entmutigen und hatte sieben Minuten später die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, als der zuvor eingewechselte Justin Hasche mit dem Ball am Fuß in den Strafraum des Gegners eindringen konnte und frei vor Kühn links oben am Tor vorbei schoss. Eidelstedt drückte nun. Jeder Ball war heiß umkämpft. In dieser Phase beeindruckte Eidelstedts Pilz durch präzise, lange Pässe zu seinen Mitspielern, die das Spiel öffneten. Umso bemerkenswerter, dass Eidelstedts Trainer Benedikt Stökl zu diesem Zeitpunkt eine Einwurf-Entscheidung für sein Team durch den Schiedsrichter zu Ungunsten seines Teams korrigierte. Das brachte ihm nicht nur den Applaus seines Gegners, sondern auch den Respekt des Berichterstatters ein.

Drin! Wieder ist es Antonio Pabst, der die Führung der Alsterbrüder verdoppelt. Foto: Klaas Dierks

Eidelstedt blieb am Drücker, machte dafür aber hinten auf. So erkämpfte sich Eidelstedt in der 77. Minute einen Eckball, der von Algner im eigenen Strafraum zu Kapitän Felix Niebuhr geklärt wurde. Der sah den sträflich freien Emmanuel Ofosu Kontor, der in der 72. Minute für den Doppeltorschützen Pabst gekommen war. Kontor ließ sich nicht lange bitten und platzierte den Ball nach einem Sprint aufs Tor halbhoch rechts am chancenlosen Torwart vorbei zum vorentscheidenden 3:0 in die Maschen. Auch jetzt spielte Eidelstedt weiter nach vorne. Kam, etwa durch Freistöße, auch noch zu Möglichkeiten der Ergebniskosmetik, aber bis dahin ohne Erfolg. Auf der Gegenseite gingen die Alsterbrüder mit denen sich ihnen nun häufiger bietenden Möglichkeiten etwas fahrlässig um. Torwart Zander und die Latte verhinderten eine höhere Führung.

Spektakuläre Parade von FCA-Fänger Moritz Kühn, der einen Mecklenburg-Schuss an den Pfosten lenkt. Foto: Klaas Dierks

Fast mit dem Schlusspfiff profitierte dann Max Mecklenburg von einer Unkonzentriertheit in der Alsterbrüder Abwehr bei der Spieleröffnung, schnappte sich einen zu kurz gespielten Rückpass und schob zum Ehrentreffer für die Eidelstedter ein. Dieser war, das war Konsens auf dem Platz, hoch verdient. Denn die Alsterbrüder waren an dem heutigen Tag nicht unbedingt zwei Tore besser, sie waren allerdings zwei Tore cleverer.

Wenn die nach der letzten Zeit arg gebeutelten Eidelstedter mit dem völlig neu formierten Team und dem Team um das Team, in Zukunft ihre Chancen nutzen, werden sie ein ernstzunehmender Gegner für jede Mannschaft in dieser Staffel werden. Ob die Reise des Tabellennachbarn vom Schlump in Zukunft weiter nach oben gehen wird, oder ob sie im Mittelfeld der Tabelle verbleiben, darüber kann schon das nächste Spiel gegen GW Eimsbüttel wichtige Fingerzeige geben.


Klaas Dierks

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