Niedersachsen

Nach Teutonia-Aus: Titze heuert in Heeslingen an!

30. Mai 2020, 12:43 Uhr

Sören Titze hat nach seinem Aus beim FC Teutonia 05 eine neue Herausforderung gefunden - und zwar in der Oberliga Niedersachsen beim Heeslinger SC. Foto: KBS-Picture.de

In der Hansestadt versuchte er sein Glück mit dem FC Teutonia 05 zweimal. Im ersten Anlauf musste er sich mit den „Kreuzkirchlern“ in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord geschlagen geben, ehe im Jahr darauf die Vize-Meisterschaft folgte, Titelträger Altona 93 den Schritt wagte – und erfolgreich packte. Nun wollte Sören Titze, getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“, die Teutonen endlich in die Viertklassigkeit führen. Doch Mitte März kam das für viele Außenstehende überrasche Aus – auf Platz zwei liegend. Nun hat der inzwischen Ex-T05-Coach eine neue Aufgabe gefunden – und dafür verlegt der 35-Jährige seine sportliche Heimat nach Niedersachen!

In Altona drehte Hischem Metidji groß auf, in Norderstedt kam er kaum zum Zug - nun wechselt er mit Titze nach Heeslingen. Foto: KBS-Picture.de

„Ich kann in den Spiegel schauen und war immer ehrlich“, sagt Sören Titze. „Wir haben Vieles erreicht“, blickt er auf seine Zeit an der Kreuzkirche, die ein seltsames Ende nahm, zurück. In den entscheidenden Momenten und Situationen habe man häufig auch das Pech gepachtet, so Titze, der nun allerdings nur noch vorausschauen will – und ein neues Betätigungsfeld gefunden hat: Der ehemaligen Teutonen-Trainer heuert nämlich beim niedersächsischen Oberligisten Heeslinger SC an! „Die Anfragen waren auch vorher schon das eine oder andere Mal da“, verrät Titze, der das Interesse zunächst jedoch blockte. „Ich habe denen mitgeteilt, dass ich davon ausgehe, nächstes Jahr mit Teutonia in der Regionalliga zu spielen.“ Als es an der „Kreuze“ allerdings „zum großen Knall kam“, wie der langjährige Buchholz-Akteur selbst meint, nahmen die Verantwortlichen aus Heeslingen erneut Kontakt auf. „Es gab auch einige andere Anfragen und ich habe mir alles angehört.“

"In den nächsten zwei Jahren oben angreifen"

Doch der Entschluss war schnell gefasst: „Für mich waren die Rahmenbedingungen mit das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung. Wie ist das Umfeld? Wie sind die Trainingsbedingungen? Der Verein hat mich mit seinem Gesamtprojekt überzeugt“, erzählt Titze, der gleich für zwei Jahre zugesagt hat. „Ich bin kein Mensch, der ein Jahr lang etwas verwalten möchte. Ich bin jung, hungrig und möchte diesen Reiz haben, etwas erreichen und bewegen zu können.“ Der Club hat „ein Regionalliga-taugliches Stadion“ und möchte „in den nächsten zwei Jahren oben angreifen“. In der kommenden Spielzeit wird ein Platz unter den „Top Fünf“ angepeilt. Allerdings macht Titze keinen Hehl daraus, dass „kurz- oder mittelfristig“ auch die Regionalliga ein Thema sei.

Drei "Hamburger" gehen zu Titze

Auch Niklas Golke (li.), der für den FC Süderelbe und FC St. Pauli II kickte, zieht es nach Heeslingen. Foto: KBS-Picture.de

Man habe eine junge, hungrige und talentierte Mannschaft, die noch Entwicklungspotenzial besitzt. Genau das, worauf der künftige Übungsleiter auch setzen will. Mit Hischem Metidji (Eintracht Norderstedt), Niklas Golke (FC St. Pauli II) und Justin Heinbockel (SV Drochtersen-Assel, davor FC Süderelbe) werden auch drei in Hamburg nicht unbekannte Namen als Spieler den Kader des HSC verstärken! „Wir wollen uns qualitativ verbessern. Es wird einen Umbruch geben – aber der ist auch vom Verein gewollt“, erklärt Titze, dessen neuer Verein in den letzten Jahren zumeist im Mittelfeld der Oberliga Niedersachen einkam. Nun wolle man „die Zuschauer wieder abholen“ und dafür sorgen, „dass 700 oder 800, und keine 400 Leute, zu den Spielen kommen“. Titze selbst ist in Niedersachen sesshaft – und sieht es als „richtigen und wichtigen Schritt“ an, „eine andere Liga kennenzulernen“.

"Aus einem unbeschriebenen Dorfverein eine ernste Adresse machen"

Mit dem Heeslinger SC verfolgt Sören Titze ähnlich ehrgeizige Ziele wie mit Teutonia 05. Foto: KBS-Picture.de

Eine Liga, die mit Mannschaften wie den Kickers Emden oder auch Eintracht Celle gespickt ist, die ihr Zuhause in einem richtigen Stadion haben. Hinzu kommen der eine oder andere Regionalliga-erprobte Club aus den letzten Jahren wie der VfL Oldenburg, Germania Egestorf/Langreder oder Lupo Martini Wolfsburg. „Die Liga ist deutlich ausgeglichener als in Hamburg“, ist sich Titze sicher. Mit seiner neuen Truppe wolle er in der kommenden Saison, wann auch immer diese vonstattengeht, „das eine oder andere Top-Team ärgern“. Und vielleicht gehört dann ja schon der Heeslinger SC selbst dazu. „Es ist eine sehr reizvolle Aufgabe, zu zeigen, dass man aus einem relativ unbeschriebenen Dorfverein eine ernstzunehmende Adresse machen kann.“ Eine Adresse, die über kurz oder lang eventuell auch eine Etage höher auf der Landkarte auftauchen könnte. Bereit dazu wäre der Verein jedenfalls…

Autor: Dennis Kormanjos

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