Oberliga

Offiziell: Voran Ohe reicht gegen die Staffeleinteilung Beschwerde ein!

04. Juni 2024, 17:52 Uhr

Komplett bewegt schritt Daniel Schmitt nach dem Rückspiel-Erfolg über den Platz. Nun muss der Fußball-Abteilungsleiter Beschwerde gegen die Nicht-Berücksichtigung seines FC Voran Ohe einlegen. Foto: Bode

Alles war angerichtet, sämtliche Hebel wurden in Bewegung gesetzt – und immense Aufwendungen in alle Richtungen getätigt. Oder anders gesagt: „Wir haben viel bewegt, gemacht und getan, um das zu ermöglichen. Das war für uns als gesamter Verein ein enormer Kraftakt – auch finanzieller Natur“, beteuert Daniel Schmitt – und spricht damit nicht nur auf die Saison seines FC Voran Ohe an, sondern auch darauf, was man für die Aufstiegs-Relegationsspiele gegen Eintracht Norderstedt II investiert und organisiert hat, um dem vermeintlich geschichtsträchtigen Moment einen würdigen Rahmen zu bieten. Busse wurden gechartert, deutlich mehr Ordner engagiert und zahlreiche Ehrenamtler zusammengetrommelt, um den Verein würdig zu repräsentieren und einen gewissen Rahmen zu schaffen.

Und auch sportlich tat der FC Voran Ohe alles, um den Traum von der Oberliga möglich zu machen. Mit einer sagenhaften Rückrunde katapultierten sich die „Amselstiegler“ zur Vize-Meisterschaft in der Hansa-Staffel und bekamen nach dem 3:2-Sieg bei Hamm United auf Nachfrage die mündliche Zusicherung von Frank Flatau (HFV-Spielausschussvorsitzender), dass der Sieger der beiden Relegationsspiele der Landesliga-Vize-Meister definitiv in die Oberliga aufsteigen wird. Daraufhin war die obligatorische Abschlussfahrt nach Mallorca eher eine Reise mit Bedacht. Der Fokus galt nun den Aufstiegsspielen, die Ohe mit Bravour meisterte und Norderstedt II in Hin- und Rückspiel klar das Nachsehen gab (2:0/3:1).

Frenetischer Jubel nach Rückspiel-Sieg

Auch Ohes scheidender Chefcoach Matthias Wulff wird die Nicht-Berücksichtigung des FCVO bei der Oberliga-Staffeleinteilung mit Wut aufgenommen haben. Foto: Bode

Frenetisch wurde der vermeintliche Oberliga-Aufstieg nach dem Rückspiel an der Ochsenzoller Straße gefeiert – obwohl die Woche zwischen dem ersten und dem zweiten Aufeinandertreffen eher eine zum Vergessen war. „Bis zum Spiel bei Hamm United war noch alles in Ordnung für uns. Bis dahin sind wir davon ausgegangen: Wenn Altona aufsteigt, dann haben auch wir eine gute Option, hochzugehen.“ Doch die wage, undurchdachte und offenbar nicht vorhandene Auf- und Abstiegsregel des HFV machte das Chaos perfekt. „Am 6. Mai kam dann auf Rückfrage die klare Aussage von Frank Flatau, dass wir direkt aufsteigen, wenn wir die Relegation gewinnen – ganz egal, was passiert“, so der scheidende Ohe-Coach Matthias Wulff.

"Für uns als Spartenvorstand extrem schwer, das zu moderieren"

Eine Zusicherung, die dafür sorgte, dass „daraufhin natürlich alle so richtig angezündet waren und alles investiert haben. Wie man dann zwischen zwei Relegationsspielen mit so einer Nachricht von Verbandsseite rausgehen kann, das finde ich unverzeihlich! Das hat schon etwas mit uns gemacht und hat zwei Tage viel Telefon- und Nachrichten-Kontakt gekostet. Hinzu kommt die eigene Aufarbeitung des Ganzen. Und natürlich sorgt das in so einer Vorbereitungsphase auch für Unruhe“, war der Rückzieher des HFV in beiden Trainingseinheiten „natürlich Gesprächsthema Nummer eins. Da konnte man gar nichts machen. Das ist einfach richtig, richtig bitter!“, fand Wulff nach dem Rückspiel deutliche Worte. Während Schmitt nun meint: „Das war auch für uns als Spartenvorstand extrem schwierig, das zu moderieren und die richtigen Worte zu finden.“

Ohe in der Meldeliste, ETV nicht

Und nun die nächste Posse. In der soeben vom HFV kommunizierten Staffeleinteilung für die Oberliga-Saison 2024/2025 fehlt vom FCVO tatsächlich jede Spur. Dabei hätte Ohe vor einem außerordentlichen Gericht wohl alle Argumente auf seiner Seite. „Wir haben uns im Spartenvorstand zusammengesetzt und beraten, wie wir im Fall der Fälle verfahren werden“, teilt uns Fußball-Abteilungsleiter Schmitt nun mit – und spricht von drei möglichen Szenarien. Eines davon: Ein Team verpasst die Meldung. Und in der Tat. Beim Blick ins „DFBnet“ tauchen in der Meldeliste 18 Mannschaften auf – darunter der FC Voran Ohe. Nicht aber Regionalliga-Absteiger Eimsbütteler TV.

"Eine maximal frustrierende Situation"

Der Vize-Meister der Hansa-Staffel wird - nach der mündlichen Zusicherung - gegen die Nicht-Einteilung in die Oberliga vorgehen. Foto: Bode

Ebenfalls kurios: Am frühen Dienstagmorgen um 6:44 Uhr wurde das Testspiel des FC Voran Ohe gegen den USC Paloma zunächst abgesetzt, wenig später neu angesetzt – und der Hansa-Vize-Meister als Oberligist geführt. In der offiziellen Staffeleinteilung sind die Mannen vom Amselstieg allerdings nicht vertreten. „Das ist natürlich eine maximal frustrierende Situation, weil man sich das alles hätte ersparen können“, beteuert Schmitt, der zusammen mit dem Verein nach der mündlichen Zusage alle Hebel in Bewegung gesetzt hat. Gleiches gilt für die Mannschaft. „Wir hätten es sportlich verdient gehabt“, deutet er auf die deutlichen Siege in der Relegation hin.

Schmitt verkündet auf Nachfrage: Ohe reicht Beschwerde ein

Fakt ist: „Wir werden offiziell Beschwerde einreichen und beantragen, den Verwaltungsentscheid mündlich zu verhandeln“, will man in Ohe gegen die Einteilung vorgehen. „Dort werden wir die Argumente anführen, die bereits bekannt sind“, so Schmitt. „Da sprechen wir als Verein auch mit einer Stimme“, hofft er „auf das bessere Ende für uns“, vor allem aber auch darauf, dass man es schafft, im vom Verband ins Leben gerufenen Arbeitskreis, der sich mit der Auf- und Abstiegsregelung im Herrenbereich beschäftigen wird, „dass wir es nachhaltig für die Zukunft und für alle Vereine klar regeln und klären können“. Das wäre vor allem dem HFV zu wünschen, dass man die eigene Auf- und Abstiegsregel – nach der Hamm-Posse vor nunmehr bereits zwei Jahren – endlich kennt…

Autor: Dennis Kormanjos