Bezirksliga 02

Poschmann: „Dann muss man nicht das Ziel ausgeben, sondern es wird passieren!“

19. Februar 2022, 14:00 Uhr

Olaf Poschmann steht zu seinem Wort und bleibt dem Barsbütteler SV - trotz Regio-Interesse - für zwei weitere Jahre erhalten. Foto: noveski.com

„Trainerteam verlängert langfristig“, hatte der Barsbütteler SV bereits Mitte Januar die Weichen für die neue Saison gestellt – zumindest „für die Öffentlichkeit“, wie uns Chefcoach Olaf Poschmann, der für zwei weitere Spielzeiten zugesagt hat, nun verrät. Denn: „Die Gespräche liefen ja schon länger...“ Neben „Poschi“ bleibt auch dessen Co-Trainer Oliver Kunkel, der gerade erst seine B-Lizenz-erfolgreich erworben hat, dem BSV erhalten – und zwar gleich für drei weitere Jahre.

Seit Sommer 2020 hat Poschmann bei den Stormarnern das sportliche Sagen. Foto: noveski.com

„Wir haben intern darüber gesprochen, was man vielleicht verändern oder verbessern kann, um den Verein noch attraktiver zu machen“, berichtet uns Poschmann, der bereits im November erste Sondierungsgespräche mit den BSV-Verantwortlichen führte. „Da ging es um die zukünftige Ausrichtung“, teilt er uns mit. Dass der Verein erst im Januar den Verbleib öffentlich bekannt gab, sei auch der Tatsache geschuldet, dass das „eine Phase war, in der sich gefühlt jeder zweite Verein von seinem Trainer verabschiedet hat“, wollten die Stormaner Klarheit schaffen.

"Man muss dann auch eine Nachhaltigkeit schaffen"

Und „Poschi“ selbst weiß genau, was er am BSV hat: „Das, was ich in Barsbüttel vorgefunden habe, basiert auf so vielen Möglichkeiten. Aber trotzdem ist der Verein wie so eine kleine graue Maus. Wir müssen und wollen schauen, wie wir das Ganze noch attraktiver gestalten können.“ Womit der 54-Jährige nicht nur die Rahmenbedingungen, sondern vor allem auch die etwas eingeschlafene Nachwuchsarbeit meint: „Alle Vereine aus der Umgebung haben erfolgreiche Jugendmannschaften. Da stellt sich die Frage: Warum wir nicht? Da gilt es, das Ganze mal zu hinterfragen, um so etwas – mit den Möglichkeiten und dem Einzugsgebiet – auch auf die Beine zu stellen.“ Deshalb: „Man kann so etwas nicht anleiern und dann nur für ein Jahr verlängern, sondern muss dann auch eine Nachhaltigkeit schaffen. Denn Veränderungen gehen nun mal nicht von jetzt auf gleich und unter zeitlichem Druck.“

"Wir haben keinen Druck vom Verein - den machen wir uns selbst"

Sportlich läuft es beim Barsbütteler SV in dieser Saison erfolgreich - trotz des Abgangs von Top-Torjäger Martin Werner. Foto: noveski.com

Man brauche auch, so Poschmann, „die richtigen Personen dafür“ und müsse „das, was die Jahre davor vielleicht etwas in sich eingefahren war, öffnen und die Ketten lösen. Auch innerhalb des Vereins im Verbund mit der Zweiten und Dritten Herren sowie der A-Jugend.“ Diese Veränderungen brauchen Zeit. Zeit, die sich Poschmann und der „sehr ambitionierte und ehrgeizige“ Kunkel nehmen wollen. „Man lässt uns machen. Wir haben keinen Druck vom Verein. Den kann man sich nur selbst machen“, sagt Poschmann, der im Verbund mit Kunkel „die eingeschlafenen Möglichkeiten wieder aktivieren“ will – „und das dauert eben ein bisschen“.

Nach einigen Jahren in Hamburgs höchster Spielklasse, ob beim FC Bergedorf 85 oder beim SC Vier- und Marschlande, hat Poschmann ein neues sportliches Zuhause gefunden – und sieht auch in der Bezirksliga seinen Reiz: „Die Ambitionen für mich als Trainer, nochmal höherklassig aktiv zu sein, sind nicht mehr da. Die Landesliga kommt für mich gar nicht in Frage. Wenn, dann steige ich lieber mit meiner Mannschaft auf und feiere diesen Aufstieg. Eine Landesliga-Mannschaft wäre für mich kein Qualitätssprung.“ Natürlich versprüht die Oberliga weiterhin eine gewisse Attraktivität – aber: „Ich bin vom Charakter her sehr ehrgeizig und investiere viel. Und dann gibt es da auch nicht so viele ambitionierte Vereine, die in Frage kommen. Und nur in die Oberliga zu gehen, um in der Oberliga zu spielen – das ist nichts für mich. Da ist es für mich schöner, etwas zu entwickeln. Das ist mein Ding.“

"Poschi" erneuter Zapel-Kandidat? "Man muss wissen, ob man das noch investieren will"

Beim FC Bergedorf 85 und SCVM war Poschmann bereits in der Oberliga tätig, beim SV Eichede einst als Co-Trainer unter Oliver Zapel sogar in der Regionalliga. Foto: noveski.com

Hinzukommt, dass „ich auch keine 30 mehr bin“, so der BSV-Coach. „Man hat in den letzten zwei Jahren der Pandemie gemerkt und gelernt, dass man die Zeit ohne Fußball auch anders ausnutzen und ausfüllen kann. Vor allem mit der Familie, aber auch mit Freunden. Ich habe gemerkt, dass Fußball für mich zwar sehr wichtig, aber eben nicht mehr alles ist. In der Zeit war der Verein immer fair zu uns Trainern.“ Natürlich sei „es einfacher, mit einer qualitativ guten Mannschaft zu arbeiten“. Und die Oberliga sei auch „mehr Fußball“. Während Poschmann mit seinen Schützlingen in der Bezirksliga „Fußball arbeitet – und das müssen wir mehr tun als andere“.

Allerdings macht der Übungsleiter auch keinen Hehl daraus, dass eine höherklassige Möglichkeit durchaus eine gewisse Anziehungskraft hatte: Bereits in der Saison 2015/16 war Poschmann in der Regionalliga unter Oliver Zapel beim SV Eichede als Co-Trainer tätig. Nun ist Zapel zurück auf der Fußballbühne – und zwar beim ambitionierten Viertligisten 1. FC Phönix Lübeck. Und unseren Informationen zu Folge stand „Poschi“ erneut auf dem Zettel als „Co“ – aber: „Ich habe nicht mehr so die Ambitionen, in die Regionalliga zu gehen. Ich kenne da ja nun jemanden, der gerade in die Regionalliga zurückgegangen ist, mit dem ich eine Zeit lang zusammengearbeitet habe. Von daher weiß ich schon, was da verlangt wird. Und dann muss man wissen, ob man bereit ist, das noch zu investieren.“

Autor: Dennis Kormanjos

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