Landesliga

Rolle rückwärts: Lamm bleibt beim ATSV – Wadhwa tobt: „Für mich eine glatte Sechs!“

08. Juni 2022, 10:59 Uhr

Rolle rückwärts: Trotz seiner Zusage in Rahlstedt bleibt Lucas Lamm nun in Ahrensburg. Foto: noveski.com

Seit mittlerweile 17 Jahren ist Alexander Schäfke im Hamburger Amateurfußball in verantwortlicher Funktion unterwegs. Erst jahrelang als Trainer beim SC V/W Billstedt, HEBC und Rahlstedter SC, inzwischen als Manager an der Scharbeutzer Straße. Der 44-Jährige weiß genau, wie das „Geschäft“ läuft – und betonte vor gut einer Woche im Gespräch mit uns nicht umsonst, dass er erst dann etwas final preisgeben würde, wenn alle Details besprochen und geklärt sind. Auch mit den jeweiligen (abgebenden) Vereinen. Und so ließ Schäfke in der Vorwoche nun endlich die Katze aus dem Sack, als es um die Kaderplanungen des RSC für die kommende Saison ging.

Rahlstedt-Trainer "Mo" Wadhwa ist angesichts der Umstände außer sich. Foto: noveski.com

Eine Personalie, die der Manager des Landesligisten offiziell machte: Keeper Lucas Lamm kehrt vom Ahrensburger TSV an die alte Wirkungsstätte zurück und ersetzt Pascal Marquardt, der fußballerisch kürzertreten wird. Doch am Montag postete der ATSV ein Video auf seiner „facebook“-Seite, in dem die Mannschaft der Stormarner offenbar den Verbleib ihres Torhüters „feierte“. Nachgefragt bei Rahlstedt-Coach „Mo“ Wadhwa, entgegnete dieser uns gegenüber ganz grundsätzlich: „Ich finde es mega schade, dass gewisse Spieler es einfach nicht wertzuschätzen wissen, was wir Trainer, Manager und Offizielle alles tun, wie viel Zeit und auch Energie wir investieren für unser aller Hobby. Es ist zum Teil wirklich grausam, wie das mit Füßen getreten wird!“

"Das Ding war festgezurrt - ich habe anderen Torhütern bereits abgesagt"

Mit 23 Jahren hat Lucas Lamm (re.) laut "transfermarkt.de" bereits acht (!) Vereinswechsel im Herrenbereich in seiner Vita stehen. Foto: noveski.com

Heißt: Beim Schlussmann, der nach seiner Jugendzeit bei Concordia Hamburg und dem Hoisbütteler SV mit 23 Jahren bereits acht (!) Vereinswechsel – allerdings auch einen berufsbedingten Abschied aus der Hansestadt in Richtung Süddeutschland mit zwei Clubs – in seiner Vita stehen hat, hat es offenkundig eine Rolle rückwärts gegeben. Genauer gesagt: Lamm bleibt nun doch in Ahrensburg. „Man hat sich mit dem Spieler geeinigt“, bekräftigt und bestätigt Wadhwa. „Ich habe mich mit ihm persönlich fünf-, sechs-, sieben- oder sogar achtmal ausgetauscht – ob persönlich oder telefonisch. Auch Alex (Schäfke, Anm. d. Red.) hat alles gemacht und getan, um das Ding festzumachen. Und es war festgezurrt! Ich habe anderen Torhütern deswegen abgesagt. Und dass man mir dann am Wochenende aus einer Bierlaune heraus sagt, dass man nun doch da bleibt, finde ich einfach nur mega schade, verantwortungslos anderen gegenüber – und schlichtweg total unangebracht!“

"Das kann ich so nicht akzeptieren und tolerieren"

Klare Worte von Wadhwa, der aber noch deutlicher wird: „Dass man die Arbeit anderer so mit Füßen tritt, ist für mich eine glatte Sechs! Das kann ich von einer Person, die Mitte 20 ist, so nicht akzeptieren und tolerieren. Das ist ein absoluter Super-Gau! Und darüber sollten sich gewisse Leute mal Gedanken machen…“ Fakt ist jedenfalls: In Rahlstedt wird man sich nun wieder auf die Suche nach einem neuen Torwart, der mit Oliver Stein um den Platz zwischen den Pfosten kämpfen wird, machen müssen…

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