Oberliga

Sasel: Dauer-Patient Daudert verabschiedet sich – Mandic kommt als „i-Tüpfelchen für unsere Defensive“

22. Juli 2020, 10:30 Uhr

Ab in Richtung Parkweg: Marin mandic (re.) wechselt zum TSV Sasel. Foto: Bode

Der eine muss gehen, der andere kann noch nicht wieder ganz so, wie er gerne würde – und der dritte heuert neu am Pakweg an. Kurzum: In die Defensive des TSV Sasel kommt vor dem Start in die Saison 2020/2021 und dem Viertelfinalspiel des LOTTO-Pokals der Vorsaison gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst, das am ersten Wochenende im August ausgetragen werden soll, noch einmal Bewegung. Die Saseler müssen sich zwangsläufig von Till Daudert verabschieden, hoffen auf eine baldige hundertprozentige Einsetzbarkeit von Abdullah Beckman – und verpflichten mit Marin Mandic, der zuletzt beim Niendorfer TSV unter Vertrag stand und zuvor über Jahre einer der „Leader“ beim Regionalligisten FC Eintracht Norderstedt war, einen echten „Kracher“ für ihre Hintermannschaft. 

„Marin hatte noch einige andere Anfragen, die aber zum Ende hin kein Thema mehr waren“, sagt uns mit Danny Zankl der Coach des TSV, der die Personalien Mandic und Daudert heute in einer Pressemitteilung auch offiziell bekanntgegeben hat. Nach unseren Informationen nach war zuletzt der VfL Lohbrügge ein letzter ernster Kandidat und Mitbewerber, was einen Wechsel von Mandic angeht, der VfL-Coach Elvis Nikolic aus der Jugend gut kennt. „Wir hatten ein relativ gutes Timing, was diesen Transfer angeht“, frohlockt Sasel-Übungsleiter Danny Zankl und berichtet, dass der TSV in der vergangenen Woche Kontakt zu Mandic aufgenommen und sich dieser „dann relativ schnell für uns entschieden hat.“

„Till ist ein ganz feiner Mensch und immer willkommen“

Till Daudert (re.) muss sich leider gesundheitsbedingt aus der Oberliga verabschieden. Foto: Bode

Der Wechsel von Mandic sei eine Verpflichtung, „die wir getätig haben, weil wir in der Defensive das Gefühl hatten, nochmal etwas tun zu müssen, da uns Till nicht mehr zur Verfügung stehen wird und wir bei 'Abu' noch ein bisschen abwarten müssen. Er hat zwar vor der Corona-Zeit schon das eine oder andere Mal wieder mit uns trainiert, aber sein Knie ist bei Belastung immer wieder dick geworden“, so Zankl. Beckmann wurde nun in der Corona-Zeit nach seinem zuvor erlittenen Kreuzbandriss, nach dem er bereits wieder auf einem guten Weg war, noch einmal operiert. „Dabei hat man festgestellt, dass das Kreuzband zu straff war“, berichtet uns Zankl, der über Dauderts Ausscheiden sagt: „Er schafft es wegen seiner Probleme am Rücken und der Schmerzen, die damit verbunden sind, nicht mehr, drei Mal pro Woche zu trainieren und am Wochenende zu spielen.“

Zwar habe man in Sachen Belastbarkeit beim Ex-Condoraner zunächst „positive Signale in der Winterpause“ erhalten, so der TSV-Trainer, aber: „Letztlich wurde es nicht besser.“ Und so muss der Club in seiner Pressemitteilung nun konstatieren, dass „die lädierte Bandscheibe und anhaltende Schmerzen“ dem 24-Jährigen „einfach einen Strich durch die Rechnung machen. Mehr als ein halbes Jahr lang hatte man beiderseits wirklich alles nur Machbare unternommen, um ihn wieder in die Spur zu bringen – leider vergebens.“ Nun hofft man in Sasel, Daudert zumindest als Fan häufig im Alfred-Mager-Stadion begrüßen zu können. „Unsere besten Wünsche kommen von Herzen. Till konnte zwar nur selten seine Qualitäten auf dem Platz unter Beweis stellen. Dafür aber außerhalb. Er ist ein ganz, ganz feiner Mensch und immer willkommen“, so Zankl.

„Wir sind sicher das Marin ein ideales Mosaiksteinchen in für unseren Kader ist“

Ehe er zu seinem bislang letzten Club nach Niendorf wechselte, trug Marin Mandic (re.) jahrelang das Trikot von Eintracht Norderstedt. Foto: Bode

Vom Dauer-Patienten Daudert damit zu Mandic. „Er ist das i-Tüpfelchen für unsere Defensive. Ein Spieler mit seiner Erfahrung und auch seiner menschlichen Klasse steht uns absolut gut zu Gesicht und wird uns mehr als nur weiterhelfen – da sind wir uns sicher. Dass er Fußball spielen kann, hat er in Niendorf und auch in der Regionalliga in Norderstedt zu Genüge unter Beweis gestellt. In Norderstedt war er zudem auch noch Kapitän. Das spricht für seine Führungsstärke“, freut sich Zankl über den Transfer und sagt über das Abwehr-Ass: „Wir glauben, nein: wir sind uns sicher, dass er ein ideales Mosaiksteinchen für unseren Kader ist.“ Mandic habe, so der Übungsleiter des Oberligisten weiter, „richtig Bock auf den TSV Sasel und unsere Mannschaft.“

In ihrer offiziellen Pressemitteilung beschreiben die „Parkwegler“ ihren Neuzugang als „herausragenden Athleten, Leader-Typen und Teamplayer.“ Auf den 31-Jäirgen, im kroatischen Banja Luka geborenen „Vorzeige-Innenverteidiger passen viele Superlative. Und allein fast 300 Regionalligaspiele für Altona 93, den FC St. Pauli II, FC Oberneuland und Eintracht Norderstedt als Kapitän prägen seine sportliche Visitenkarte“, heißt es dort. Der Polizeibeamte, der im August zum zweiten Mal Vaterfreuden entgegenblickt, soll und will die Saseler Vereinsphilosophie in den kommenden Jahren entscheidend mittragen. „Mit Marin konnten wir einen super Innenverteidiger gewinnen. Ein fußballerisches Rund-um-Paket. Er bringt wirklich alles mit“, wird Zankl in der offiziellen Pressemitteilung abschließend zitiert.

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