Oberliga-Meisterrunde

Sechs Abgänge am Deich – aber: „Cello“ zu Curslack, auch Pfister kommt!

13. Mai 2022, 14:18 Uhr

Marcello Meyer (re.) jubelt in der kommenden Saison in Hamburg für den SV Curslack-Neuengamme. Foto: KBS-Picture.de

Für den VfB Lübeck und den ETSV Weiche Flensburg hat er insgesamt 130 Regionalliga-Partien (15 Tore) bestritten. Hinzu kommen 115 Einsätze (46 Tore/39 Vorlagen) in der Oberliga Schleswig-Holstein. Doch mit gerade mal 30 Jahren setzte Marcello Meyer ein vorläufiges Ende unter seine Laufbahn. „Ich habe ja relativ früh bei Eichede aufgehört, weil ich vom Oberliga-Fußball in Schleswig-Holstein ein bisschen müde war und meine Profession eher im Trainerbereich gesehen habe“, erklärt uns der heute 31-Jährige seinen Schritt.

Lange war Meyer (li.) in seiner Laufbahn für den VfB Lübeck aktiv. Nun zieht es ihn erstmals weg aus SH in Richtung Hamburg. Foto: KBS-Picture.de

Aktuell coacht Meyer die U19 des VfB Lübeck. „Das macht mir auch großen Spaß und wird auch nach meiner Karriere immer ein Thema sein.“ Aber: Im September des vergangenen Jahres folgte der Rücktritt vom Rücktritt als aktiver Spieler. „Eigentlich hatte ich damit ja schon abgeschlossen. Aber witzigerweise war es bei einem Trainerlehrgang in Malente vor gut einem halben Jahr so, dass ich in einem Spiel gegen eine Landesliga-Truppe gemerkt, wie heiß und fit ich noch bin. Wir haben 2:1 gewonnen – und ich bin da rumgegrätscht, gerannt und war heiß ohne Ende. Da haben schon alle zu mir gesagt: ‚Du kannst doch nicht aufhören‘“, verrät Meyer. Und plötzlich ging alles ganz schnell.

"Ich finde die Hamburger Oberliga einfach geil!"

Mit seiner Erfahrung soll Meyer (re.) eine wichtige Rolle beim SVCN einnehmen. Foto: KBS-Picture.de

„Ein Kumpel von mir ist Trainer in Siebenbäumen. Die spielen in der Landesliga und wollten aufsteigen in die Oberliga. Er hat mich gefragt, ob ich nicht noch so ein bisschen ‚Stand-by-mäßig‘ mitspielen möchte.“ Da seine Trainertätigkeit bei der U19 des VfB Lübeck „super zeitaufwendig ist“, geriet Meyer ins Grübeln, gab dem aktuellen Tabellenzweiten der Landesliga Holstein aber schließlich das Ja-Wort – und steht mit dem Team kurz vorm Ziel.

Zur neuen Saison wird Marcello Meyer seine Zelte aber in Hamburg aufschlagen. Der erfahrene Mittelfeldakteur wechselt zum SV Curslack-Neuengamme! Der Kontakt zu den „Deichkickern“ kam über Hamed Mokhlis zustande. Gemeinsam kickte man einst bei Strand 08 und feierte die Oberliga-Meisterschaft. „Er fragte mich, ob ich nicht mal Bock hätte, zum Training vorbeizukommen und mir das anzugucken.“ Das tat der 31-Jährige – und machte sich ein Bild vom SVCN. „Und ich muss sagen, ich fand das ganz geil. Die Truppe ist gut, Qualität ist da – und auch in der Mannschaft hatte ich das Gefühl, dass das passt. Deshalb habe ich mich auch relativ kurzfristig dazu entscheiden, das zu machen.“ Denn: Meyer hat noch immer „richtig Bock auf Fußball“. Ein weiterer Aspekt, der für einen Wechsel in die Hansestadt sprach: „Ich finde die Hamburger Oberliga einfach geil!“

"Habe mir sagen lassen, dass es viele geile Vereine und tolle Stadien gibt"

Mit seiner Erfahrung wird Meyer eine wichtige Stütze im Team der „Gramkowwegler“ werden – und hat sich auch schon einige Spiele angeschaut. Trotzdem sei es „natürlich super schwer, einzuschätzen, wie hier das generelle Leistungsniveau ist. Deshalb will ich auch gar keine großen Parolen raushauen. Wichtig ist erstmal, dass ich in der Mannschaft ankomme und wir Konstanz reinkriegen. Denn ich glaube, wir haben durchaus Qualität und können viele Spiele gewinnen. Was aber am Ende dabei herauskommt, das steht auf einem noch ganz anderen Blatt.“ Nichtsdestotrotz habe er „ein sehr gutes Gefühl, richtig Bock und freue mich auf die Hamburger Oberliga. Ich habe mir sagen lassen, dass es viele geile Vereine und tolle Stadien gibt, wo es dann auch richtig schockt, dort zu spielen.“

"Wollte schon länger - unabhängig vom Fußball - nach Hamburg ziehen"

Edward Pfister wechselt aus Oststeinbek an den Gramkowweg und soll die Offensive beleben. Foto: Bode

Worauf er sich aber vor allem freue, sei die Tatsache, wieder regelmäßig eine Mannschaft um sich herum zu haben. „Das hat mir während Corona total gefehlt, dass man nach dem Training einfach nochmal zusammensitzt, lacht und Emotionen drin sind. Da freue ich mich mit am meisten drauf, geile Siege zu feiern und mit der Mannschaft zusammen zu sein. Ich bin jedenfalls mega heiß drauf“, verspricht Meyer, der sich bisher sehr wohl in Hamburg fühlt – und meint: „Das war schon länger mein Gedanke, dass ich unabhängig vom Fußball nach Hamburg ziehen wollte. Meine Freundin und viele meiner besten Freunde wohnen hier. Dass das jetzt alles so schnell ging, auch mit dem Fußball, das war vorher eigentlich gar nicht so einkalkuliert, aber freut mich natürlich umso mehr.“

Pfister kommt aus Oststeinbek

Luca Winterfeld (Mi.) wird aus der eigenen Reserve- in die Liga-Mannschaft des SVCN hochgezogen. Foto: Bode

Auch Curslack-Manager Oliver Schubert freut sich über seinen Neuzugang: „Er verfügt über sehr viel Erfahrung, hat in Schleswig-Holstein schon einige Titel gewonnen und wird uns sowohl menschlich und charakterlich als auch sportlich weiterhelfen“, ist er sich sicher. Denn am Gramkowweg steht eine kleine Frischzellenkur an: „Wir werden um ihn herum viele junge Leute einbauen, eine Verjüngungskur anstreben und ein bisschen frisches Blut mit reinbringen.“ Was Schubert damit meint? Unter anderem wird der Verein Luca Winterfeld aus der eigenen „Zweiten“ in den Liga-Kader hochziehen.

Zudem zieht es Edward Pfister vom Oststeinbeker SV nach Curslack. „Ich habe ihn im Spiel gegen Voran Ohe im März persönlich spielen sehen und war von seiner Athletik und seiner Technik hellauf begeistert“, bemühte sich Schubert direkt um die Dienste des 23-Jährigen, der in der Jugend für den HSV, FC St. Pauli und Niendorfer TSV kickte, und lud ihn zum Training ein. Im Herrenbereich war der Angreifer schon beim HSV III und ETV aktiv. Nun geht’s an den Deich. „Ich wusste von Anfang an, dass Curslack eine gute Adresse ist und ein Verein, der in der Oberliga oben mitspielt. ‚Olli’ Schubert hat mir angeboten, dort mal mitzutrainieren und mir das anzugucken, ob es mir gefällt. Und ich wurde gut aufgenommen, mir hat es Spaß gemacht und dort herrscht eine gute Stimmung. Auch das Training hat sehr viel Spaß gemacht und die Gespräche waren sehr gut.“

Sechs Abgänge beim SVCN

Im letzten Saisonspiel wurden (von li.) Hamed Mokhlis, Yanneck Schlufter, Tim Schmidt, Co-Trainer Stefan Petersen, Sebastiao Mankumbani, Özgür Bulut und Corvin Behrens verabschiedet. Foto: Bode

Dabei betont Pfister uns gegenüber auch, „dass mir die Zeit in Oststeinbek sehr gut gefallen hat. Die Stimmung in der Mannschaft war sehr gut und man hat auch privat viel unternommen. Aber ich denke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um den nächsten Schritt zu machen.“ Auch SVCN-Neucoach Sven Schneppel habe bereits Kontakt zu ihm aufgenommen „und mir ein gutes Gefühl gegeben. Deshalb freue ich mich auf die neue Saison mit dem neuen Trainer und der neuen Mannschaft.“

Während sich Marcello Meyer, Edward Pfister und Luca Winterfeld zum zuvor schon als Neuzugang feststehenden Luis Hacker (ASV Hamburg) dazu gesellen, wird es auch einige Abgänge beim Oberligisten geben. Wie uns Schubert mitteilt, werden Corvin Behrens (Düneberger SV), Tim Schmidt (FC Voran Ohe), Yanneck Schlufter (SC Vier- und Marschlande), Sebastiao Mankumbani und Özgür Bulut (beide Ziel unbekannt) den Club verlassen. Nicht nur das. Auch Hamed Mokhlis, der Meyer von einem Wechsel überzeugte, wird dem Gramkowweg den Rücken kehren.

Autor: Dennis Kormanjos

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