Oberliga

Seidel verrät: Darum hat Concordia nicht für die Regio gemeldet!

07. April 2021, 09:00 Uhr

Bei "Kalles Halbzeit im VERLIES" sprach Cordi-Präsident Matthias Seidel (re.) über die Gründe für die Nicht-Meldung für die Regionalliga. Foto: noveski.com

„Dieses Thema schwebte nicht nur die letzten Wochen, sondern schwebt dauerhaft über unseren Verein. Denn wir haben die Ambitionen, in die Regionalliga aufzusteigen“, machte Matthias Seidel am Montagabend im Amateurtalk „Kalles Halbzeit im VERLIES“ keinerlei Hehl aus den ehrgeizigen Bestrebungen von Concordia Hamburg. „Wir haben es auch dieses Jahr wieder geprüft, wollen uns aber in allererster Linie sportlich dafür qualifizieren – das heißt: als Oberliga-Meister. Es gibt jetzt aber die Besonderheit, dass man im Grunde aufsteigen kann, wenn man gemeldet hat – egal auf welchem Platz man steht“, so der Präsident der „Bekkampler“.

Auf dem Vereins-Gelände "Am Neumarkt" soll ein Wohnungsbau entstehen. Foto: Nottbohm

Da (mal wieder) kein Hamburger Verein aus der Oberliga einen Anlauf genommen hat und Cordi – vor dem Saisonabbruch – nach sechs absolvierten Spielen auf dem vierten Tabellenplatz stand, punktgleich mit dem Tabellenzweiten und nur zwei Zähler hinter Primus TuS Dassendorf, habe man nun „sehr intensiv mit dem Gedanken gespielt“, sämtliche Unterlagen für die Regionalliga einzureichen. 


„Schlussendlich haben wir uns aber dazu entschieden, nicht zu melden“, so Seidel, der den Schritt wie folgt begründete: „Das ist eine Entscheidung, die innerhalb des Trainerteams und Präsidiums gefallen ist, was hauptsächlich daran liegt, dass keiner eine klare Aussage machen kann, wie der Spielmodus im neuen Jahr in der Regionalliga aussieht, wie viele Mannschaften dabei sind, ob man ein- oder zweigleisig spielt und wie viele Absteiger es gibt.“

"Wollen gute Chancen haben, nicht gleich wieder abzusteigen"

Der Platz "Am Neumarkt" ist noch mit einer großen Laufbahn drumherum versehen. Foto: Nottbohm

Im Endeffekt wären einfach zu viele Fragen offen und unbeantwortet gewesen. „Und wir sind realistisch genug, dass wir mit dem, was wir derzeit an Potenzial für die Regionalliga mitbringen können, von Anfang an gegen den Abstieg spielen würden. Da wollen wir natürlich eine gute Chance haben, nicht gleich wieder abzusteigen. Aber das wird natürlich umso schwieriger, wenn man womöglich in einer 22 Teams starken Liga und mit sechs Absteigern spielen muss“, erläuterte Seidel die Nicht-Meldung. Da „die Auflagen bezüglich der finanziellen Erwartungen in diesem Jahr relativ runter geschraubt“ worden sind, hätte man diese „gestemmt bekommen“, verriet Seidel – und nannte einen weiteren und den wohl größten noch offenen Aspekt: Thema Spielort.

Wo will Cordi spielen?

Die schmucke Anlage sollte bereits seit geraumer Zeit der Geschichte angehören und einem Wohnungsbau gewichen sein. Foto: Nottbohm

Am Bekkamp wird viertklassiger Fußball kaum möglich sein. Das angedachte Stadion ist weiter nur angedacht. Passieren tut allerdings wenig. „Da bekleckert sich die Politik in Wandsbek nicht gerade mit Ruhm!“, nahm Seidel kein Blatt vor den Mund – und die Politik stattdessen in die Pflicht: „Es gab eine Anfrage, ob wir bereit wären, unsere Anlage am Neumarkt, damit dort im Interesse von Hamburg ein Wohnungsbau entstehen kann, gegen eine neue sportliche Fläche einzutauschen, Das klang für uns natürlich interessant, da der Platz am Neumarkt über kurz oder lang sowieso mit Kunstrasen hätte ausgestattet werden müssen. Allerdings gab es dann in der weiteren Planungsphase immer wieder Verzögerungen, weil es einfach unterschiedliche Ansichten gab, wie so ein neues Stadion auszusehen hat“, berichtete Seidel.

"Haben klar signalisiert, dass wir mit ins Investment gehen würden"

Am Neumarkt verfügt der Verein über eine kleine Gastronomie (li.)... Foto: Nottbohm

Hinzu kommt, „dass wir uns natürlich auch nicht verschlechtern wollen, wenn wir die Fläche am Neumarkt sozusagen ‚eintauschen‘. Denn dort haben wir eine kleine Gastronomie, Umkleidekabinen, sogar eine kleine Einliegerwohnung für einen Platzwart. Es ist ein sehr großer Platz mit einer Laufbahn drum herum – also insgesamt einfach eine riesengroße Fläche.“ Zudem habe man als Verein der Politik gegenüber „ganz klar signalisiert, dass wir bereit sind, mit ins Investment zu gehen, damit wir für den Hamburger Osten ein kleines, schönes Stadion hinstellen können. So ein bisschen die Romanze vom alten Marienthal-Stadion.“

"Würden 1000 begeisterte Zuschauer motivieren können"

... und einen bereits in die Jahre gekommenen Kabinentrakt. Foto: Nottbohm

In dem Fall rede man „auf jeden Fall von einem Regionalliga-tauglichen Stadion“, betonte Seidel. Es gebe lediglich noch „Diskussionen, ob wir einen Rasen- oder Kunstrasenplatz drauf haben möchten – gerade auch vor dem Hintergrund, dass wir eine sehr leistungsstarke Frauen-Mannschaft haben, die auch das Ziel hat, in der Regionalliga zu spielen.“ Und auch der Nachwuchs soll künftig wieder auf Leistungsbasis spielen. „Da wollen wir wieder hinkommen“, erklärte Seidel – und äußerte den ambitionierten Gedanken: „Wir rechnen schon damit, wenn wir in der Regionalliga spielen sollten, dass wir dann im Hamburger Osten 1000 begeisterte Zuschauer motivieren könnten, regelmäßig zu uns zu kommen.“ 


Doch das hat nun erst einmal Zeit – zumindest bis zur kommenden Spielzeit. Denn: „Die Regionalliga bleibt bei uns ein großes Thema. Dann greifen wir eben nächstes Jahr erneut an, wenn wir auch diesen ganzen Corona-Mist nicht mehr haben!“

Autor: Dennis Kormanjos

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