Oberliga 02

Spitzenreiter: „Jerry“ jubelt vierfach – Osdorf feiert Revanche und macht HEBC nass

06. September 2021, 10:05 Uhr

Jeremy Wachter (2. v. li.) erzielt vier der fünf Osdorfer Tore, dankt aber seinen Teamkollegen - wie in diesem Fall Robin Schmidt (li.). Foto: noveski.com

Er ist zurück – und wie! Auch eine lange Verletzungspause konnte Jeremy Wachter nicht aus der Bahn werfen. Nachdem der Goalgetter des TuS Osdorf bereits das Spiel gegen den SV Rugenbergen (2:1) mit zwei Treffern und einem Traumtor in der Schlussminute fast im Alleingang entschied und SVR-Trainer Michael Fischer im Nachgang meinte, dass „Osdorf alles dafür tun sollte, um dieses Schambein in Watte zu legen“, hat Wachter nun nochmal einen obendrauf gesetzt!

Mit einem Doppelschlag in den Schlussminuten machte Jeremy Wachter endgültig alles klar. Es sollten aber nicht die beiden einzigen Treffer des 28-Jährigen an jenem Sonntagvormittag am Reinmüller gewesen sein. Beim 5:2-Erfolg seines TuS beim HEBC steuerte „Jerry“ sagenhafte vier Buden zum Triumph bei! „Das letzte Mal, dass mir so viele Tore in einem Spiel gelungen sind, war gegen Buchholz“, erinnerte sich Wachter an den fast schon historischen 9:5-Sieg seiner Osdorfer gegen die Nordheider. Fast zwei Jahre ist das nun her, als Wachter am 03. November 2019 sogar sechsfach einnetzte (HIER).

"Revanche für das letzte Spiel - das war unser Ziel"

Das 1:2! Per Kopf trifft Wachter (li.) und erwischt HEBC-Keeper Ortner auf dem falschen Fuß. Foto: noveski.com

Trotz seiner nun vier Tore ging es „Jerry“ nach den 90 Minuten beim HEBC um die Mannschaft – und nicht um seine erneute Gala: „Die ganze Truppe hat ein Top-Spiel abgeliefert – vorne wie hinten“, lobte er seine Teamkollegen. „HEBC hatte einige Kontersituationen, aber wir haben kaum etwas anbrennen lassen.“ Dabei ging es ihm und seiner Equipe vor allem um eines: „Revanche für das letzte Spiel – das war unser Ziel“, entgegnete Wachter, der damit auf das 1:5-Fiasko vor knapp einem Jahr anspielte.

Doch zu Beginn schien es so, als würde die Partie einen zumindest ähnlichen Verlauf nehmen können. Ausgerechnet der vom TuS zum HEBC gewechselte Toni Rohrbach schloss einen Konter früh zur 1:0-Führung der Hausherren ab (7.). „Wir haben uns auf jeden Fall etwas ausgerechnet vor heimischer Kulisse. Und es sah in der ersten Halbzeit auch so aus, als könnten wir es für uns entscheiden“, befand HEBC-Coach Özden Kocadal. Doch dann schlug Wachter – nach einem langen Ball von Tim Jobmann – das erste Mal zu, indem er die Kugel per Direktabnahme technisch anspruchsvoll über Nils Ortner hinweg in die Maschen chippte (20.).

"Ein bitteres Ding!"

Das 2:4! Erneut behauptet sich Wachter (li.) im Luftduell und sorgt für die Vorentscheidung. Foto: noveski.com

Nach der Pause war der „Blomkamp-Bomber“ in Folge eines Freistoßes von Felix Spranger per Kopf zur Stelle (53.). Spiel gedreht! Auch der postwendende Ausgleich durch Janek Wrede, der das Leder ins Osdorfer Gehäuse schädelte (55.), konnte den Gästen nichts anhaben. Erst war es Robin Schmidt, der abermals nach einem ruhenden Ball von Spranger zur Stelle war (70.), dann zweimal Wachter, der Vorlagen von Schmidt (84.) und Kay-Fabian Adam (88.) dankend annahm, auf 5:2 stellte und den TuS an die Tabellenspitze katapultierte.

„Ein bitteres Ding! Ich bin mega enttäuscht“, entfuhr es Kocadal nach der Partie. „Ich finde, dass wir heute einfach zu inkonsequent waren. Wir haben die Angriffe nicht sauber zu Ende gespielt und sind zu doll vom Plan abgewichen. Jeder wollte einen Traumpass spielen“, ärgerte er sich über die deutliche Niederlage. „Ich hatte das Gefühl, dass einige teilweise dachten, es ist schon fast zu einfach. Wie wir immer wieder die ersten zwei Linien von Osdorf überspielt haben, war gut. Aber wie wir dann im letzten Drittel agiert haben, war völlig überhastet“, so der HEBC-Coach. „Noch saurer und wütender macht mich eigentlich, dass wir dann auch noch solche Standard-Gegentore kassieren, wo es eine ganz klare Zuordnung gibt.“ Generell habe seine Equipe „viel zu unsauber gespielt – und das in jeglicher Form“.

Autor: Dennis Kormanjos

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