LOTTO-Pokal

Süderelbes schlitzohriger Youngster beendet Eilbeker Überraschungs-Träume

04. Oktober 2022, 12:07 Uhr

Lamarana Bah (li.) und Dino Fazlic (Mi.) herzen Youngster Abdulrahman Hamam (re.) nach dessen schlitzohrigem Freistoß. Foto: noveski.com

Er eilte von der einen auf die andere Seite herüber, legte sich das runde Leder zurecht – und machte das, was in jener Situation wohl nicht jeder machen würde: „Ein Spieler mit mehr Erfahrung hätte wohl nicht so entschieden“, sprach Seweryn Malyk darauf an, dass manch ein Routinier in dieser Szene vermutlich gen Eckfahne marschiert wäre. 

Hamilton (2. v. li.) lässt die Muskeln spielen! Der Ex-Süderelbe-Akteur bejubelt den Führungstreffer für seinen SC Eilbek. Foto: noveski.com

Nicht so Süderelbe-Youngster Abdulrahman Hamam. Der 18-Jährige zirkelte einen Freistoß in der Nachspielzeit – leicht versetzt vom Sechzehner und eigentlich aus besserer Flankenposition – auf den Kasten. Der ansonsten starke Eilbeker Schlussmann Lars Schumann gab keine allzu glückliche Figur ab – und so fand das Runde den Weg ins Eckige. Das 3:1 für den Favoriten in der Nachspielzeit und der verdiente Lohn für Youngster Hamam, der aus der eigenen Jugend der „Kiesbargler“ stammt, in der 22. Minute für den verletzten Enis Ay eingewechselt wurde und für mächtig Wirbel sorgte.

„Der Junge haut solche Dinger auch reihenweise im Training raus“, hob Liga-Manager Malyk die exorbitante Schusstechnik von Hamam hervor. Mit seinem Treffer sorgte er für die Entscheidung im Pokalduell beim zwei Klassen tiefer kickenden SC Eilbek und wendete die Hoffnungen des „Underdogs“ auf die faustdicke Überraschung ab. Eine Überraschung, die durchaus in der Luft lag. „Wir haben es Eilbek phasenweise erlaubt, dass das Spiel zu wild wird“, befand Malyk, attestierte dem Bezirksligisten aber „einen super beherzten Auftritt“.

Einwechslungen bringen frischen Wind

Der ansonsten starke SCE-Fänger Lars Schumann (Mi.) gab beim Hamam-Freistoß zum 1:3 keine glückliche Figur ab. Foto: noveski.com

Vor allem in den ersten zehn Minuten schwamm der haushohe Favorit – und quasi mit dem Halbzeitpfiff war es ausgerechnet der ehemalige Süderelbe-Spieler Hamilton Avila Garcia, der die Yildirim-Mannen in Front und zum Jubeln brachte (45.). Die Antwort der Gäste: Mit Mustafa Ercetin und Lamarana Bah kamen zwei frische Kräfte, die ordentlich Schwung ins Spiel des Oberligisten brachten. Oder wie es Malyk formulierte: „Mit der Einwechslung von Ercetin haben wir mehr Dominanz ausgestrahlt.“

Der ehemalige Osdorfer war nicht nur am 2:1 durch Can Kömürcü direkt beteiligt (73.). Zuvor egalisierte Razak Bandi, der einige weitere Male knapp an Hereingaben vorbei huschte, den Rückstand im Verbund mit Eilbek-Verteidiger Keanu Sackmann (60.). Nimmt man die Bilder als Beweis, spricht viel für ein Eigentor von Sackmann (siehe Galerie). Laut Schiedsrichter-Eintrag war es Bandi, der das Runde im Eckigen unterbrachte. Und in der Nachspielzeit war es schließlich „Juwel“ Hamam mit seinem schlitzohrigen Freistoß, der den Deckel drauf, den Favoriten eine Runde weiterbrachte und den Schlusspunkt der kuriosen Tore des FCS setzte.

Autor: Dennis Kormanjos

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