Landesliga Hammonia

Torben Wacker kehrt auf die Trainerbank zurück!

04. Juli 2024, 11:08 Uhr

Torben Wacker (2. v. re.) ist zurück auf der Trainerbank und übernimmt den Niendorfer TSV II. Seine Assistenten: Fabio Ansaldo (2. v. li.) und Bryan Savic (re.) sowie Kevin Savic als Physiotherapeut. Foto: Verein

Eigentlich war bereits alles geklärt und in trockenen Tüchern. Zumindest war es am Sachsenweg bereits so weit, dass der Verein Mitte Mai offiziell kommunizierte, dass André Drawz im Sommer die Nachfolge des scheidenden Oliver Madejski bei der U21 des NTSV antreten würde. Da es Madejski, der zuvor schon die U19 der „Sachsenwegler“ betreute, privat nach Brasilien zieht, war eine Neubesetzung auf dem Trainerposten der „Zweiten“ von Nöten. U18-Trainer Drawz sollte der Auserkorene sein. „Wir bedanken uns bei Oli herzlich für seinen leidenschaftlichen Einsatz für unseren Verein und wünschen ihm alles erdenklich Gute für seinen neuen Lebensabschnitt“, wurde Thomas Speck, Sportlicher Leiter der U21, vom Verein zitiert. „Gleichzeitig sind wir sehr froh, mit André zügig einen adäquaten Ersatz gefunden zu haben, der unseren Weg, mit talentierten, jungen Spielern im Herrenbereich zu arbeiten, nahtlos fortsetzen wird.“ So war es zumindest angedacht und geplant. Nun aber nimmt ein neuer Mann auf der Kommandobrücke der NTSV-Zweitvertretung Platz…

Einige Jahre lang war Wacker Kapitän und absoluter Führungsspieler beim Hamburger SV III, ehe er die Trainer-Laufbahn einschlug. Foto: noveski.com

Nach seinem aktiven Karriereende nahm er prompt die nächste Stufe in Angriff und trat beim Hamburger SV III das schwere Erbe von Marcus Rabenhorst (neuer Co-Trainer bei Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock) und Christian Rahn (Trainer Hansa Rostock U19) als Cheftrainer an. Den Oberliga-Abstieg der Rothosen konnte der jahrelange Kapitän Torben Wacker aber nicht verhindern. Während die „Dritte“ des HSV nun ins Hamburger Oberhaus zurückgekehrt ist, ist auch Wacker wieder da – an neuer Wirkungsstätte. Gut erholt sprüht Wacker bereits voller Tatendrang. „Ich habe einfach richtig Bock, nach einem Jahr Pause auf die Trainerbank zurückzukehren und täglich mit einer Mannschaft zu arbeiten!“

Aus im HSV-NLZ nach 22 Jahren: "Die Art und Weise ist schade"

Das vergangene Jahr habe er genutzt, „viel Revue passieren lassen, mich selbst hinterfragt und ich weiß jetzt auch, dass ich ein, zwei Dinge anders handhaben würde“, blickt er auf seine Zeit bei der Drittvertretung des HSV zurück. Apropos HSV: Nach insgesamt 22 Jahren im NLZ des Vereins geht es für ihn auch dort nicht weiter. „Das liegt einfach daran, dass der Verein die Chef- und Co-Trainer-Posten auf Vollzeit beschäftigen möchte. Das ist mit meinem Hauptjob nicht zu vereinen. Dementsprechend geht der Verein neue Wege, was ich vollkommen akzeptiere und auch respektiere. Nur die Art und Weise, wie mir das beigebracht worden ist, war ziemlich schwach“, berichtet der 31-Jährige davon, dass ihm die Entscheidung bis zum heutigen Tag nicht von der neuen sportlichen Führung in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt worden sei. „Das ist nach 22 Jahren durchaus schade. Aber so ist das Fußball-Geschäft. Wo sich die eine Tür schließt, geht eine neue auf.“

Wacker neuer Niendorf II-Coach

So auch für Wacker. Der „Blondschopf“ übernimmt nämlich den Trainerposten beim Niendorfer TSV II! „Vor gut drei Wochen war ich eigentlich schon mit einem anderen Verein so gut wie einig“, verrät er, ohne ins Detail zu gehen. Allerdings berichtet Wacker, dass er bei eben jenem Club den Co-Trainer-Posten bekleiden sollte, er aber von Anfang an offen kommunizierte, dass er gerne wieder als Cheftrainer arbeiten wolle. Der Kontakt zum NTSV kam derweil ziemlich zufällig zustande. Genauer gesagt: „Fabio Ansaldo, einer der beiden Co-Trainer, ist schon seit vielen Jahren mit ‚Rabe‘ (Marcus Rabenhorst, Anm. d. Red.) befreundet. Beide haben gequatscht und ‚Rabe‘ hat meinen Namen fallen lassen“, erzählt Wacker.

"Sind relativ schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen"

Nach einjähriger Pause kehrt Wacker auf die Trainerbank zurück - bei Hammonia-Landesligist Niendorfer TSV II. Foto: MSSP-Sportphoto

Prompt nahm Ansaldo den Kontakt zu Wacker auf. „Wir haben vorletzte Woche gefühlt jeden Tag stundenlang telefoniert. Es hat sofort gematcht, wir waren direkt auf einer Wellenlänge – auch was den Fußball angeht. Das hat sich sehr gut angehört und angefühlt.“ Es folgte eine Zusammenkunft mit den Verantwortlichen und dem zweiten Co-Trainer Bryan Savic. „Er ist mit 22 Jahren noch sehr jung, bringt aber richtig guten Input rein. Das passt in der Konstellation total gut. Wir sind hochmotiviert“, so Wacker, der anfügt: „Wir sind relativ schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, weil mich das Konzept einfach überzeugt und ich es geil finde, was der Verein seit Jahren aufgebaut hat mit der Jugend – egal, ob es die U15, die U17 oder die U19 ist. Ich glaube, dass in Niendorf eine mega-gute Jugendarbeit geleistet wird. Das soll weiterhin der Fokus sein – auch mit der U21. Wir wollen junge Spieler entwickeln und ihnen richtig viel Spielzeit auf einem hohen Niveau geben. Denn ich glaube, dass die Landesliga in diesem Jahr qualitativ sehr gut besetzt ist, so dass die jungen Spieler dort die nächsten Schritte ihrer noch jungen Laufbahn gehen und sich entwickeln können.“

"Im Vordergrund steht, die Spieler zu entwickeln"

Er sei „sehr froh, ein Teil des Niendorfer TSV zu sein“, ist „mega motiviert“ und hat „richtig Bock, gemeinsam mit meinem Trainerteam etwas aufzubauen. Natürlich wollen wir, dass möglichst viele, junge Spieler den ‚Step‘ zur Liga-Mannschaft schaffen. Wie in der Vergangenheit, wird es auch in der Zukunft einen engen Austausch geben.“ Womit Wacker auch schon ein Stück weit auf die Zielsetzung eingeht – denn: „Im Vordergrund steht natürlich, die Spieler zu entwickeln. Das zweite Ziel ist: Möglichst schnell die Punkte zu holen, um eine ruhige Saison spielen zu können. Wo der Weg hingeht, das wird sich dann zeigen“, setzt Wacker sich und seinem neuen Team keine Grenzen.

Autor: Dennis Kormanjos