Oberliga 02

„Überragender“ Brendel bricht Bann – Fischer zeigt „kein Verständnis“ für „Frechheit“

13. November 2021, 02:17 Uhr

Drin: Manuel Brendel (re.) krönt seine Leistung mit dem dritten Treffer per Kopf nach einer Jordan-Ecke. Foto: Küch

Michael Fischer war bedient. Der Trainer des SV Rugenbergen haderte vor allem mit zwei Situationen, die seine Bönningstedter im Gastspiel beim zuletzt gegentorreichen Hamburger SV III auf die Siegerstraße hätten bringen können, letzten Endes aber in allerkläglichster Manier vergeben wurden. „Wenn es für die ganz dumm läuft, führen wir hier 2:0 – und dann geht das Spiel anders aus. Aber mit dem ‚hätte, wenn und aber‘ haben wir schon in der Hinserie relativ wenig Punkte geholt“, so Fischer. „Wir haben Riesenchancen gehabt, das Ding frühzeitig in unsere Bahnen zu lenken. Das haben wir nicht geschafft.“

Jubel bei Präsident Marcell Jansen (li.) und Kapitän Torben Wacker (Mi.) nach dem Befreiungsschlag. Foto: Küch

Die zwei Szenen, die „Fischi“ auf 180 brachten: Zunächst eilte Patrick Hoppe in aller Seelenruhe auf das von Jonas Marschner gehütete Tor der Norderstedter zu, scheiterte aber mit einem jämmerlichen Chip-Versuch am Schlussmann (7.). „Ich habe es auch in der Halbzeit schon gesagt, dass ich es eine Frechheit finde, den Ball zu chippen. Da habe ich keinerlei Verständnis für“, schimpfte Fischer, der keine 20 Minuten später kurz davor war, dass diesmal Kilian Utcke dafür sorgte, dass dem SVR-Coach die Hutschnur fast platzte. Erst holte der Angreifer gegen den etwas ungeschickt zu Werke gehenden Michael Ulbricht einen Strafstoß raus, den Utcke dann aber in den Norderstedter Nachthimmel jagte (27.).

Rabenhorst beschwört das Glück heraus, Brendel bricht Bann

Kollektive Freude und pure Erleichterung nach herben Schlappen beim HSV III. Foto: Küch

„Ich habe vorm Elfmeter zu ‚Rahner‘ (Christian Rahn, Anm. d. Red.) gesagt: Irgendwann muss doch mal das Glück wieder auf unsere Seite kommen“, hoffte HSV III-Trainer Marcus Rabenhorst, dass sein Team nicht erneut „einem solchen Negativ-Erlebnis“ hinterherlaufen musste. Zu diesem Zeitpunkt der Partie hätte es aber „auch schon 2:2 oder 3:3 stehen können“, befand selbst Fischer, der die Chancen der Hausherren nicht unter den Teppich kehren wollte. „Ich glaube aber, unsere Möglichkeiten waren deutlich größer.“ Stattdessen zeigte Schiri Gerhard Ludolph nach einem harmlos anmutenden Duell zwischen Leon Neumann und Sepehr Nikroo auf der anderen Seite ebenfalls auf den Punkt. Manuel Brendel nahm sich der Sache und – und traf (31.).

"Waren trotzdem gut im Spiel"

Sepehr Nikroo (li.) nutzt einen kapitalen Hartmann-Bock zum 3:0 für die Rothosen kurz nach Wiederanpfiff. Foto: Küch

„Bis zum ersten Tor von uns war es wieder so ein bisschen fahrig“, konstatierte Rabenhorst, fügte jedoch gleichzeitig an: „Ich fand, wir waren trotzdem gut im Spiel und haben den Ball bewegt, aber in den Umschaltmomenten waren wir dann nicht so präsent. Und das ist ja Rugenbergens Spiel, dass sie im Umschaltspiel zu Tore kommen wollen. Die Reaktion darauf war richtig gut, dass wir da waren, in Führung gehen und das Zweite nachlegen“, deutete Rabenhorst den zweiten Streich von Brendel an, der einen Angriff über Ulbricht und Dominik Jordan mit einem technisch feinen Abschluss krönte (44.).

Nikroo legt nach, Brendel krönt überragende Leistung

„Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, durch den Elfmeter in Rückstand zu geraten. Aber wir haben natürlich auch ein paar richtig dicke Dinger liegen gelassen“, konnte auch Rahn einmal tief durchatmen, dass seine einmal mehr personell arg gebeutelten Rothosen – beim Warmmachen verletzte sich auch noch Levin Erik, für den Marcell Jansen in die Startelf rückte – mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause marschieren durften. Aus der kam die HSV-Dritte deutlich dominanter. Nikroo bestrafte einen kapitalen Bock von SVR-Keeper Patrick Hartmann zum 3:0 (52.), ehe Brendel seine „überragende Leistung“, die ihm auch Rahn assistierte, nach einer Jordan-Ecke per Kopf mit dem 4:0 veredelte (71.).

"Wir wollen Vierter werden"

Sepehr Nikroo (re.) holte nicht nur den wichtigen Strafstoß zur Führung raus, sondern traf auch selbst. Foto: Küch

Im Endeffekt hätte man sich sogar noch „das eine oder andere Mal mehr belohnen können“, so Rahn, der den Sieg nach zuletzt 22 Gegentoren aus den letzten vier Spielen dennoch gerne mitnahm. Als Tabellensechster ist man nun wieder bis auf einen Punkt an den HEBC herangerückt. Aber: Der Rang-Vierte aus Buchholz, der in der Oberliga-Staffel 2 aktuell den letzten Platz, der zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigt, einnimmt, ist vier Zähler vor dem HSV III – und hat sogar noch ein Spiel mehr in der Hinterhand. Dennoch: „Wir wollen Vierter werden. Es liegt nach wie vor an uns selbst“, gab Rahn die Marschroute für die kommenden Wochen vor.

Autor: Dennis Kormanjos

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