Landesliga 02

Überraschender Rücktritt: Gossow kein Billstedt-Coach mehr!

08. September 2021, 16:30 Uhr

Florian Gossow legt sein Amt beim SC V/W Billstedt mit sofortiger Wirkung nieder. Foto: Bode

In der vergangenen Saison machte Corona den Ambitionen des SC V/W Billstedt einen Strich durch die Rechnung. Mit sieben Punkten nach drei Spielen war der Landesligist auf einem sportlich guten Weg. Mehr noch. Nach den turbulenten Jahren mit Auf- und Abstiegen war am Öjendorfer Weg endlich wieder Ruhe eingekehrt. Trainer Florian Gossow schien sein geäußertes Ziel in Windeseile erreicht zu haben. Im April 2020 äußerte er bei uns die große Hoffnung: „Aufgrund der gesammelten Erfahrungen der letzten Jahre geht es mir in allererster Linie darum, eine entspannte Saison in einem vernünftigen und ruhigen Umfeld – ohne Politik, sondern wo es wirklich rein um den Fußball geht und der Spaß im Vordergrund steht – zu spielen.“

Zuletzt setzte es zwar eine 0:4-Niederlage beim SV Altengamme. Doch der eingeschlagene Weg von Vorwärts-Wacker ging in die richtige Richtung. Nach dem Umbruch mit vielen jungen Wilden konnte die Gossow-Equipe zum Saisonstart beim Oststeinbeker SV (2:0) und gegen Dersimspor Hamburg (5:1) zwei deutliche Siege einfahren. Umso überraschender kommt nun die Tatsache daher, dass Gossow per sofort sein Amt am Öjendorfer Weg niedergelegt hat!

"Es tut mir sehr leid, da die Mannschaft richtig Spaß macht!"

Vor seiner Zeit bei Vorwärts-Wacker war Gossow bei Concordia Hamburg tätig. Foto: Bode

Gleich zu Beginn des Gesprächs merkt man dem 48-Jährigen deutlich an, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen ist, aber letztendlich sei sie alternativlos gewesen. „Ich muss leider aufhören, da der neue Präsident kein Hans-Werner Hinsch ist, die Kommunikation nicht gut war – und ich die Zusammenarbeit mit einem Manager auch anders kenne und verstehe“, macht Gossow keinen Hehl daraus, dass die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen nach dem Ausscheiden von Hinsch, der seit sage und schreibe 60 (!) Jahren im Verein ist und sechs Jahre lang Klub-Boss war, zu wünschen übrig ließ.

„Es tut mir sehr leid, da die Mannschaft richtig Spaß macht und das Verhältnis super war“, schwärmt Gossow von seiner Truppe. „Aber ich habe jetzt so viel erlebt und mache keine Dinge mehr, bei denen man sich zu sehr ärgert. Dafür ist das mein Hobby und meine Freizeit“, so Gossow, der es überaus bedauert und „schade“ findet, „weil ich weiß, dass ich ein sehr guter Trainer bin“. Allerdings habe er sich „vorgenommen, nicht mehr klein bei zu geben, nur um den Schein nach außen zu wahren“, wolle er gewisse Missstände „nicht mehr überspielen“.

Ex-HSV-Profi Kober übernimmt

Die sportliche Entwicklung unter Gossow war gut, umso überraschender kommt nun der Schritt. Foto: Bode

Unseren Informationen zu Folge hat der ehemalige HSV-Profi und Nachfolger von Hinsch als Vereins-Vorsitzender, Carsten Kober, die Nachfolge von Gossow beim Landesligisten übernommen. Swen Mohr, Zweiter Vorsitzender, fungiert als Co-Trainer. Abgerundet wird das Funktionsteam von Cem Cetinkaya und Wolfgang Krause. Gossow selbst hofft unterdessen darauf, nach vorigen Stationen bei Germania Schnelsen, dem FC Elmshorn, WSV Tangstedt, dem FC Teutonia 05 und Concordia Hamburg, endlich in einem „ruhigen Umfeld, wo es ausschließlich um den Fußball geht und der Spaß im Vordergrund steht“, arbeiten zu können. Das, was über weite Strecken in Billstedt möglich war. Von Seiten des Vereins heißt es diesbezüglich nur: „Es gab unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung“, sei der Schritt letztendlich im Einvernehmen erfolgt.

Autor: Dennis Kormanjos

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