Regionalliga-Abstiegsrunde

Und schon wieder nichts: AFC-Ausgangslage nach nächster Pleite „super schwer“

26. März 2022, 18:00 Uhr

In der Schlussphase warf der AFC alles nach vorne. Auch Keeper Elian Clasen (li.) war mit aufgerückt - vergeblich. Foto: noveski.com

Auf die Unterstützung der Anhänger konnte sich der Altonaer Fussball-Club auch im Heimspiel gegen den SSV Jeddeloh II (alle Highlights im LIVE-Ticker) verlassen. Erneut wurde eine vierstellige Zahl geknackt – stolze 1019 Zuschauer wollten ihren AFC bei der Mission „Klassenerhalt“ unterstützen. Ein fußballerischer Leckerbissen war beileibe nicht zu erwarten. Zu viel stand für beide Teams auf dem Spiel. Doch die erste halbe Stunde auf der alt-ehrwürdigen Adolf-Jäger-Kampfbahn entwickelte sich zu einer ganz zähen Angelegenheit…

Mit einer Monster-Parade vereitelte Elian Clasen (Mi.) nach einer halben Stunde den Rückstand. Foto: noveski.com

Mutlos, ohne jede Durchschlagskraft und zündende Ideen: Altona 93 enttäuschte in den ersten 45 Minuten auf ganzer Linie. Und das gegen einen Kontrahenten, der nach der 1:2-Heimniederlage gegen Schlusslicht Heider SV auch nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzte. Die Partie war geprägt von unfassbar vielen leichten Abspielfehlern und Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten. Nach einer guten halben Stunde setzte der von Ex-Profi Oliver Reck trainierte Gast die erste Duftmarke: Michel-Leon Hahn kam nach einer Ecke von Chris David unbedrängt zum Kopfball. AFC-Keeper Elian Clasen musste sich ganz lang machen, um die Kugel aus dem Eck zu kratzen (31.).

Gohoua bringt die "AJK" zum Jubeln

Wenig später ließ Almir Ziga (Mi.) die Gäste aus Jeddeloh aber jubeln - 0:1. Foto: noveski.com

Wenig später war der im Winter verpflichtete Ersatz von Frederick Lorenzen, der vergangene Woche bei der 0:3-Schlappe in Rehden die Rote Karte sah, aber machtlos. Erneut war es ein ruhender Ball – diesmal ein Freistoß. Erneut brachte David das Spielgerät aus dem Zentrum scharf vors Tor. Freund und Feind verpassten. Aber Bastian Schaffer erahnte die Situation, legte von der Grundlinie quer und ermöglichte Almir Ziga das Führungstor (37.)! Altonaer Chancen? Fehlanzeige!

Das änderte sich jedoch nach Wiederanpfiff. Chefcoach Andreas Bergmann setzte ein Zeichen, brachte mit „Geburtstagskind“ Kevin Krottke eine zusätzliche Offensivkraft für Noah Gumpert. Und keine fünf Zeigerumdrehungen nach der Pause brach Ole Wohlers plötzlich auf dem linken Flügel durch und fand mit seiner Flanke in den Rückraum Armel Gohoua. Am Sechzehner stehend, chippte er die Kugel über seinen Gegenspieler, behauptete sich mit Willenskraft und beförderte den Ball aus 14 Metern im Fallen ins rechte untere Toreck – 1:1 (50.)! Dementsprechend groß war der Jubel an der „AJK“.

Wohlers verpasst "Tor des Monats" - Bitterer Knockout

Armel Gohoua (Mi.) wird nach seinem Ausgleichstreffer von den Teamkollegen bejubelt. Foto: noveski.com

Eine zumindest spannende letzte halbe Stunde war garantiert. Und die erste Duftmarke setzte Jeddeloh in Person des soeben erst eingewechselten Marc Augé, der von halbrechts freistehend die abermalige Gäste-Führung verpasste (63.). Auf der anderen Seite war es Wohlers, dessen Volleykracher nach einer Flanke von Dominik Akyol nur haarscharf am Giebel vorbei rauschte (65.). Das wäre ein Treffer der Marke „Tor des Monats“ geworden! Kurz darauf hatte Gohoua das 2:1 auf dem Kopf, scheiterte aber an Bergmann (75.).

Und so schlug es auf der anderen Seite ein, weil Gohoua nach einem vorangegangenen Ballverlust ein Foulspiel beging und der bis dato starke Clasen am ruhenden Ball von Kevin Samide vorbeisegelte. Mario Fredehorst hielt den Kopf rein, traf – und verletzte sich beinahe beim folgenden Jubel(versuch). Noch acht Minuten waren zu gehen, der AFC warf alles nach vorne – letztlich aber vergeblich. Es blieb bei der (nächsten) 1:2-Niederlage!

"Er hat das ordentlich gemacht, aber es war halt die entscheidende Situation"

Das 1:2: Elian Clasen (Mi.) kommt gegen Mario Fredehorst (li.) zu spät. Dieser köpft zum Sieg ein. Foto: noveski.com

Angesprochen auf den Eindruck, dass der letzte Mut fehlte, entgegnete Bergmann: „Ich weiß nicht, ob das wirklich der fehlende Mut war. Das sehe ich nicht ganz so. Es ist ja auch nicht einfach für uns. Wir spielen immer gut mit und haben unsere Torchancen, belohnen uns aber nicht.“ Im Gegenteil. „Wir wussten, dass die Standards gefährlich sind. Das ist dann aber auch zu einfach“, sprach er vor allem auf das Zustandekommen des 1:2 an. „Wir haben den Ball, verlieren den dann so unnötig und lassen dummerweise einen Standard zu.“ Und dann sei es eben auch ein Ball für Keeper Clasen gewesen. „Er hat das ordentlich gemacht, aber das war halt die entscheidende Situation.“

"Kriegen das nicht in Ergebnisse umgemünzt"

Mit seinem Volleykracher hätte Ole Wohlers (Mi.) den AFC auf die Siegerstraße bringen können, zielte aber äußerst knapp am Ziel vorbei. Foto: noveski.com

Er könne „das auch gar nicht richtig in Worte fassen“, haderte Bergmann nach dem nächsten Rückschlag. „Wieder auf Augenhöhe, wieder fast mehr Spielanteile. Und dann wieder durch zwei Standards geschlagen!“ Man wisse, dass vorne die Durchschlagskraft fehle und hinten im Tor zuletzt „eine zu hohe Fluktuation“ herrschte. „Die Jungs machen viele Sachen richtig gut, aber wir kriegen das nicht in Ergebnisse umgemünzt. Wir hätten ja mehr als ein Unentschieden verdient gehabt“, befand Bergmann, der in Bezug auf die Tabellenkonstellation meinte: „Fußball ist so schnell und bewegend. Natürlich ist die Ausgangsposition super schwer. Aber es ist ja auch nicht so, dass wir nur für heute spielen, wir wollen ja auch eine Mannschaft entwickeln. Und das gehört nun mal dazu.“

Autor: Dennis Kormanjos

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