Bezirksliga 03

USC-U23 und UH „lassen alles auf dem Platz“ – aber auch „zwei Punkte liegen“

05. Dezember 2021, 19:16 Uhr

Im wilden Schneetreiben an der Brucknerstraße vergab Carlos Flores Neves (li.) vor der Pause die Riesenchance zum 2:2. Foto: noveski.com

Während die U23 des USC Paloma in acht von neun Saisonpartien siegreich und zuletzt fünfmal in Folge erfolgreich war, wurde die fünf Spiele andauernde Triumphserie des SV Uhlenhorst-Adler am vergangenen Wochenende mit einem 2:2-Unentschieden gegen den SC Eilbek vorerst gestoppt. Sowohl die „Tauben“ als auch die „Uhlen“ verließen den Platz in der laufenden Spielzeit erst einmal als unterlegene Mannschaft. Beide mussten sich der HT 16 geschlagen geben. Nun kam es an der Brucknerstraße zum Derby, das zugleich ein absolutes Spitzenspiel in der Bezirksliga-Staffel 3 war: Der Primus hatte den Tabellendritten zu Gast!

Tim Finkeldey (Mi.) bejubelt seinen herrlichen Freistoßtreffer zum 2:0 für seine "Uhlen". Foto: noveski.com

Bei wildem Schneetreiben waren sich beide Trainer nach äußerst gutklassigen und zuweilen kurzweiligen 95 Minuten einig: Sowohl Mohamed Ali Snoussi (USC Paloma II) als auch Lukas Skwiercz (UH-Adler) sprachen unmittelbar im Nachgang von „zwei verlorenen Punkten“. Erstgenannter, weil sich seine „Täubchen“ nach einem „Kaltstart“ eindrucksvoll in die Partie zurück kämpften. Und das „gegen eine Mannschaft, die schon mit Selbstbewusstsein hierherkommt, jederzeit Tore schießen, aber auch verteidigen kann – das ist unter diesen schwierigen Bedingungen wirklich eine Leistung meiner Jungs. Hut ab!“

Aus einem 0:2 machten die Hausherren ein 2:2 und hatten „dann sogar die Möglichkeit auf das 3:2“, sprach Snoussi unter anderem dien zwei Abseitstore von Malte Burmester an (76., 79.). „Das zeigt, dass wir dran und am Drücker waren. Wir wollten gewinnen – bis zur letzten Minute. Deshalb sind es für uns eher zwei verlorene Punkte.“

UH erwischt Traumstart

Der Anschluss: Sven Lange (li.) küsste die "Tauben" wieder wach. Foto: noveski.com

Sein Gegenüber befand derweil: „Wenn man 2:0 führt, muss man schon sagen, dass es eher zwei verlorene Punkte sind“, so Skwiercz, dessen Mannen furios loslegten. Erst bediente Marc-Robin Becker nach einem tollen Spielzug den auf halbrechts startenden Nils Heinsohn mit dem ersten Kontakt. Dieser vollstreckte ins kurze Toreck (4.). Dann zirkelte Kapitän Tim Finkeldey einen von Lucas Kainzberger an Becker verursachten Freistoß von der Strafraumgrenze herrlich in die Maschen (22.). „In der ersten Halbzeit haben wir das richtig gut gemacht und auch kaum Situationen zugelassen“, konstatierte Skwiercz. Mit zwei Ausnahmen.

"Wir haben alles auf dem Platz gelassen – bis zur letzten Minute"

Frust auf der einen, Jubel auf der anderen Seite: Sven Lange (li.) feiert seinen zweiten Streich - 2:2. Foto: noveski.com

Eine gute halbe Stunde war gespielt, als die Kugel über Hendrik Enge und Robin Broksch rechts im Sechzehner zu Sven Lange kam. Dieser brachte die USC-U23 zurück ins Spiel (31.). Kurz vor der Pause hatte Torjäger Carlos Flores Neves den Ausgleich auf dem Fuß, zielte aber freistehend am rechten Pfosten vorbei (39.). Aber: Es ging munter hin und her. Beide Mannschaften investierten unheimlich viel – trotz der widrigen Platzverhältnisse Nicht umsonst lobhudelte UH-Coach Skwiercz seine Schützlinge nach dem Spiel im Teamkreis: „Wir haben alles auf dem Platz gelassen – bis zur letzten Minute!“

Auch in den zweiten 45 Minuten sei das Ziel gewesen, „aktiv weiterzuspielen und auf das dritte Tor zu gehen. Dadurch haben sich natürlich auch ein paar Räume für den Gegner ergeben“. Der Ausgleichstreffer war jedoch ein Geschenk von Uhlen-Akteur Marcel Lumpp, der einen Freistoß tief in der eigenen Hälfte in die Füße des Gegners spielte. Das nutzten Enge, Burmester und abermals Lange gnadenlos aus und bestraften den Bock – 2:2 (70.). Auch UH-Fänger Alexander Schulz, der oftmals unsicher wirkte, gab beim zentralen Abschluss keine glückliche Figur ab. „Als „sehr unglückliche Situation“ bezeichnete Skwiercz jene Szene.

"Beide Mannschaften wollten auf Sieg gehen"

Die Freude weicht dem Frust: Malte Burmester (li.) ist nach seinem zweiten Abseitstor fassungslos. Foto: noveski.com

Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. „Beide Mannschaften wollten auf Sieg gehen. Insofern ist das auf der einen Seite ärgerlich, auf der anderen haben wir bis zum Schluss alles versucht“, sprach Skwiercz, der in der Schlussminute die Rote Karte wegen Spielverzögerung sah, auf die letzten Aktion des Spiels an, als Luca Busse und Maximilian Mattes den Luckypunch hätten setzen können – doch letztendlich blieb es beim Remis. „Insgesamt muss man das in Relation sehen und kann auch zufrieden sein. Wir bleiben oben dran, sind weiter in Schlagdistanz und haben den Vorsprung zu UH gehalten“, bilanzierte Snoussi. Mit sicherlich großer Freude wird man die Punkteteilung bei der HT 16 zur Kenntnis genommen haben…

Autor: Dennis Kormanjos

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