Bezirksliga

Von allen Aufgaben entbunden: Sandhop kein GWE-Trainer mehr!

13. Juni 2022, 09:24 Uhr

Mattes Sandhop (Mi.) wurde bei GW Eimsbüttel von all seinen Aufgaben entbunden. Foto: privat

Er hat jede Menge frischen Wind mit an den Tiefenstaaken gebracht, für eine neue Aufbruchsstimmung gesorgt – und war sich auch nicht zu schade, selbst mitanzupacken. Ob beim Bau der neuen Tribüne oder bei der Zusammenstellung des neuen Kaders. Schnell hat sich Mattes Sandhop – nach über achtjähriger und überaus erfolgreicher Tätigkeit beim SC Sternschanze – bei GW Eimsbüttel heimisch gefühlt. Erst im Februar 2021 teilte er uns mit, dass der Verein seinen Kontrakt gleich um zwei Jahre verlängert habe. Doch nun das: „Ich bin nicht mehr Sportlicher Leiter der Herren-Abteilung und kein Trainer mehr der Ersten und Zweiten Herren!“

Am Ende haben wohl "persönliche Differenzen" mit den Vorsitzenden zum Aus von Sandhop geführt. Foto: privat

Lange musste gezittert werden – doch am Ende konnte man aufatmen: GW Eimsbüttel wird auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga an den Start gehen. Allerdings in gänzlich neuer Konstellation. Denn: Mattes Sandhop ist kein Cheftrainer mehr am Tiefenstaaken! Am 4. Juni habe er „die Nachricht vom Geschäftsführer – im Namen unserer beiden Vorsitzenden – überbracht bekommen“, teilt uns Sandhop mit. „Nach ein paar vereinsseitigen Aktionen während der letzten Wochen war auch für mich relativ klar, dass die Zeit bei GWE endlich ist. Vorher wollte ich uns als Abteilung jedoch noch darauf vorbereiten und verschiedene Sachen in der Organisation anschieben.“ Doch dazu kommt es nun nicht mehr.

"Das ist sogar vereinsschädigend"

„Das nun so zu machen, ist nicht nur daneben, sondern sogar vereinsschädigend und zeigt auch, was zwei Personen von unserer Abteilung halten“, findet der langjährige Sternschanze-Coach deutliche Worte. „Die Erste und Zweite Herren steht somit ab sofort, ohne vorherige Gespräche mit den Spielern, ohne Trainer da.“ Dass es keinen konkreten Plan in Bezug auf die Nachfolge gibt, verdeutlicht die Tatsache, dass der Club über „Instagram“ einen Aufruf gestartet hat, in dem man offiziell nach einem neuen Chefcoach sucht. Da auch der Geschäftsführer, ein Befürworter Sandhops, den Club verlässt, und persönliche Differenzen zwischen den beiden Vorsitzenden und der Herren-Abteilung auszumachen sind, droht den Eimsbüttelern eine schwierige Zukunft bevorzustehen.

"Die positive Entwicklung wird mit Füßen getreten"

Als "einen der schönsten Plätze Hamburgs" bezeichnet Sandhop den Tiefenstaaken, die Heimat von GWE. Foto: privat

„Die Jungs werden sich selbst überlassen. Und die positive Entwicklung unserer Abteilung, mit der besten Punkteausbeute der mindestens letzten sieben Jahren bei der Ersten bis zur Dritten Herren, sowie den Neumeldungen von drei Mannschaften (100 zusätzlichen Mitgliedern) wird so mit Füßen getreten. Gerade die Erste Herren trifft es in dieser Phase in der Orga auf die neue Saison und bei der Kaderzusammenstellung besonders hart“, verdeutlicht Sandhop.

Welche eine Dynamik solch eine Entscheidung nehmen kann, weiß Sandhop aus eigener Erfahrung. Bei seinem Ex-Club SC Sternschanze sind zuletzt drei der sechs Herren-Teams abgestiegen. Die Sechste Herren wird abgemeldet – und sportlich wurde viel eingerissen, was in den Jahren zuvor mühevoll aufgebaut wurde. „Als ich im April 2020, am Anfang der Pandemie, die Erste Herren auf einem abgeschlagenen letzten Platz und mit einem kleinen Kader übernommen habe, hätte ich nicht gedacht, dass sich diese Mannschaft und unsere gesamte Abteilung so positiv entwickeln“, gesteht der 35-Jährige.

"Haben 100 neue Mitglieder akquiriert und drei neue Mannschaften gemeldet"

„Während andere Vereine während der Pandemie mit Mitgliederschwund zu kämpfen hatten, haben wir es hinbekommen, 100 zusätzliche Mitglieder (bisher weiter steigend) im Herrenbereich zu akquirieren und drei neue Mannschaften inklusive Funktionsteam zu melden. Wir sind zusammengerückt und haben dafür unter anderem vorher ungenutzte Zeiten auf der der Grandanlage besetzt. Hierfür war ich fast täglich am Handy und habe viele Spieler – unter anderem in Zweier-Trainings während der Beschränkungen – vom Weg und dem Verein überzeugen können“, blickt Sandhop zurück.

"Ein Projekt, in das ich extrem viel Zeit, Kraft und Herz investiert habe"

Auch beim Bau der neuen Tibüne war sich Sandhop (re.) nicht zu schade, persönlich mitanzupacken. Foto: privat

„Es bleibt weiterhin einer der besten Plätze Hamburgs mit tollen Menschen in allen Mannschaften und einer super Entwicklung in den letzten beiden Jahren. Wir haben es als Abteilung geschafft, ein Wir-Gefühl zu entwickeln und uns gegenseitig zu unterstützen.“ Nun müsse die Herren-Abteilung „noch enger zusammenrücken, um Dinge fortzuführen und sich weiter positiv zu entwickeln“.

Er selbst müsse sich nun „erstmal ein wenig sammeln“. Denn: „Es bleibt ein Projekt, in das ich die letzten beiden Jahre extrem viel Zeit, Kraft und Herz investiert habe – und das lasse ich nicht einfach so fallen“, will er seine Mannschaften und Spieler so gut es noch geht weiter unterstützen. „Danke an alle, die in den letzten beiden schwierigen und intensiven Jahren geholfen haben, diesen Weg zu gehen und so viel mit anzuschieben. Wenn sich alles etwas beruhigt hat, freue ich mich, meine Mannschaften bei GWE von der neuen Tribüne und Flutlichtanlage supporten zu können.“

Autor: Dennis Kormanjos

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