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Von Neben- zu Hauptdarstellern: Berne bereitet Neben einen Traum-Abschied!

Theis überragt - ASV-Manager Ahmadi spricht nach Klatsche Klartext

25. November 2019, 11:14 Uhr

Berne-Coach Frank Neben (2. v. re.) wurde vor dem Spiel offiziell verabschiedet und erlebte zum Abschluss seiner Tätigkeit nochmal ein Highlight. Foto: TuS Berne

„Dieses Spiel stand voll und ganz im Zeichen von Frank Neben“, so Bernes Liga-Obmann Mike Franke, der seinerseits ebenfalls einen besonderen Tag vor sich hatte - nämlich seinen 28. Geburtstag. Und so wurde es am Ende gleich in mehrfacher Hinsicht ein regelrechter Feiertag für den TuS Berne und die Offiziellen. Denn die Mannschaft bereitete Franke an seinem Ehrentag und Neben „in seinem vorerst letzten Spiel als Berne-Coach“ das perfekte (Abschieds-)Geschenk und feierte – nach der 2:12-Demütigung in der Vorwoche gegen Lohbrügge – einen kaum für möglich gehaltenen 5:3-Heimerfolg gegen den Tabellenzweiten ASV Hamburg.

Marco Theis (re.) war der überragende Mann auf dem Platz. Archivfoto: Bode

Er führte den TuS Berne aus den Niederungen der Bezirks- zurück in die Landesliga, etablierte den Verein dort und rückte diverse junge sowie hoch veranlagte und talentierte Spieler ins Rampenlicht – nun hatte Frank Neben seinen (vorerst) letzten Auftritt als Übungsleiter der „Berner Boys“. Bevor Ex-Bergstedt-Coach Christian Dittmar die Nachfolge antritt, „haben die Jungs auf dem Rasen für Frank nochmal wie wild geackert und gearbeitet“, so Franke. Und wie sie das taten! Insbesondere ein Akteur, der Nebens Zeit an der Berner Allee mitprägte wie kaum ein anderer, zog noch einmal ganz groß auf. „Insgesamt war es wirklich eine tolle Teamleistung“, befand Franke, „mit einem überragenden Marco Theis“. Der einstige „Flügelflitzer“, inzwischen zum Zentrum-Spieler mit noch mehr Verantwortung aufgestiegen, drückte der Partie seinen Stempel auf, glänzte als Doppeltorschütze und war auch ansonsten an nahezu jeder Aktion beteiligt.

"Es hat hinten und vorne an der Einstellung gefehlt"

ASV-Manager Mansoor Ahmadi sprach nach der Klatsche Klartext und fand überaus deutliche Worte. Foto: Bode

Dabei liefen die Hausherren einem 1:2-Rückstand – Deniz Herber (10.) und Timo Aschenbrenner (42.) brachten die Gäste nach dem zwischenzeitlichen Theis-Ausgleich (38.) zweimal in Front – nach 45 Minuten hinterher. Dennoch konstatierte ein enttäuschter Mansoor Ahmadi, seines Zeichens Liga-Manager des ASV Hamburg: „Es hat hinten und vorne an der Einstellung gefehlt“, ehe er noch deutlicher wurde: „Wir befanden uns die ganze Zeit im Tiefschlaf – daraus sind wir auch nach den 90 Minuten nicht aufgewacht.“ Er wisse gar nicht, wo er anfangen solle, so Ahmadi, der dann Klartext sprach: „Berne hat immer wieder dasselbe gemacht mit langen Bällen. Aber wir haben nicht darauf reagiert und standen immer wieder zu hoch. Unsere Spieler waren heute einfach nicht anwesend – körperlich ja, aber mit dem Verstand war jeder Einzelne ganz woanders. Das war heute nichts.“ Und weiter: „Die Einstellung vor und während des Spiels hat nicht gestimmt. Wir können von Glück reden, dass wir nur fünf Gegentore bekommen haben. Wir hätten heute zehn kriegen müssen, so oft wie Berne allein vorm Tor stand und nicht getroffen hat.“ Ahmadi ging sogar so weit, zu behaupten: „Zehn hätten wir heute verdient gehabt - und das ist nicht übertrieben!“

"Haben uns von dem Berner Ergebnis täuschen lassen"

Nach über fünf Jahren verlässt Frank Neben den TuS Berne als Chefcoach - und das mit einem Erfolgserlebnis. Foto: Bode

Alle, so Ahmadi weiter, hätten „gedacht, dass es ein Selbstgänger wird, wir da hinfahren, das mal eben kurz nach Hause schaukeln und dann den Rest des sonntags genießen können.“ Stattdessen wurde aus dem Genuss eine regelrechte Geschmacksverirrung. „Man of the Match“ Theis (57.), Simon Marklin (61.), Luis Höfert (70.) und Benjamin Kroll (79., FE) drehten die Partie und machten aus einem 1:2 eine 5:2-Führung. Die Gäste, bei denen sich die Unzufriedenheit auch auf dem Platz bemerkbar machte – Serhat Cayir (78.) und Lamin Jawla (90.) sahen jeweils die Ampelkarte –, kamen nur noch zum Ehrentreffer durch Abdul-Nafe Farahi (88.). „Wir müssen daran arbeiten, dass wir jeden Gegner ernst nehmen. Vielleicht haben wir uns ein bisschen von dem Berner Ergebnis aus der letzten Woche täuschen lassen. Es ist jedenfalls komplett nach hinten losgegangen“, gestand Ahmadi, ehe er abschließend betonte: „Aus dieser Scheiße müssen wir uns selbst rausholen und nächste Woche mit einem ganz anderen Gesicht auftreten!“ Ein Gesicht, das der TuS Berne an den Tag legte – und seinem Trainer den wohl schönsten Abschied bereitete…

Autor: Dennis Kormanjos

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