Landesliga Hansa

Vorhersage, Freistoß, Volltreffer: „Baby-Mann“ Behrens macht Dünebergs dreckigen „Dreier“ klar

DSV besiegt im „Kellerduell“ den FTSV Altenwerder mit einem knappen 1:0

16. November 2019, 19:55 Uhr

Die Spieler des Düneberger SV lauschen nach dem Sieg gegen Altenwerder im Teamkreis den Worten von Trainer Dennis Tornieporth. Foto: Knötzsch

Als das Match zwischen dem Düneberger SV und dem FTSV Altenwerder (Hier gibt’s den Liveticker zum Nachlesen) mit seiner sieben Minuten langen Nachspielzeit endlich vorbei war, der Regen, der über die gesamte Spielzeit unbeirrt auf den Kunstrasen auf dem Silberberg plätscherte, aufgehört hatte und Dennis Tornieporth sich langsam Richtung Kabine bewegte, traf der Trainer auf dem Weg dorthin auf seinen Liga-Obmann. „Ich bin um Jahre gealtert“, raunte Andreas Kreutzer dem Trainer des DSV zu, dann klatschten die beiden miteinander ab und fielen sich in die Arme. Auch auf und neben dem Platz hatte sich zuvor beim Schlusspfiff von Referee Kevin Klüver Erleichterung breitgemacht und in riesigem Jubel im Regen entladen. 

Kein Wunder, war es doch ein immens wichtiger Erfolg, den die Hausherren da soeben eingefahren hatten. Und sie hatten lange darum zittern müssen. Weil es wegen einer Verletzungsunterbrechung eben eine so lange „Overtime“ gegeben hatte. Weil Altenwerder in der Endphase noch einmal auf den Ausgleich drückte. Weil der DSV seinerseits die Chancen nicht nutzte. Und weil eigentlich in der kompletten zweiten Hälfte nur ein Team spielte: der Gast aus Altenwerder. „Wir hatten uns etwas ganz anderes vorgenommen. Wir wollten mehr Druck machen und auf das 2:0 gehen. Aber wir haben gar nicht mehr ins Spiel gefunden und die Möglichkeiten, die wir durch Konter hatten, schlecht ausgespiel“, war auch Tornieporth nicht entgangen, dass für den FTSV durchaus ein Punkt im Bereich des Möglichen und letztlich auch nicht unverdient gewesen wäre. „Manchmal ist so ein dreckiger 1:0-Sieg mehr wert als ein 2:0 oder 3:0 – auch, wenn man über 52 Minuten im zweiten Durchgang nicht ins Spiel findet“, bilanzierte der Düneberg-Dopmteur.

Tornieporth: „Manchmal ist ein dreckiger 1:0-Sieg mehr Wert als ein 2:0 oder 3:0“

Nach seinem Dreierpack gegen Türkiye war Joscha Behrens (vo.) auch gegen Altenwerder der Matchwinner für den DSV. Foto: Bode

Dass der DSV-Coach den Sieg so einordnete, war klar. Und verständlich. „Wir haben Altenwerder auf Abstand gehalten. Mit Marcel Jeremias hatten wir hinten einen Fels in der Brandung, zudem hat sich auch Domenic Kikillus eine Bestonte verdient“, befand „Tornie“, der aber noch zwei Mann auf dem Platz hatte, die er ohne weiteres hätte aufzählen können. Da war zum einen Fabian Heidmann, der auf der „Sechs“ diverse FTSV-Angriffe im Keim erstickte. „Ich musste ihn in der zweiten Hälfte dann rausnehmen. Er ist angeschlagen, hat die ganze Woche über nicht trainiert und konnte eigentlich auch nicht spielen. Für so ein wichtiges Spiel hat er Schmerzmittel genommen und sich durchgebissen. Irgendewann ging es dann einfach nicht mehr. Er war in der Arbeit gegen den Ball super. Jetzt wird er sicher erst einmal ein, zwei Wochen Pause machen, bis wir gegen den TuS Berne spielen“, erklärte Düneberges Übungsleiter, der im ersten Durchgang hellseherische Fähigkeiten bewies. Als sich Joscha Behrens, der Mann, der den Reigen der Auffälligen komplettierte, nach 28 Minuten den Ball zum Freistoß zurechtlegte, war sich „Tornie“ sicher: „Jetzt fällt das 1:0.“ Der Vorhersage und dem Freistoß folgte der Volltreffer zur Führung. „Bei Behrens läuft es derzeit. Unser Kapitän wird Vater, seine Freundin ist derzeit schwanger. Das beflügelt offenbar. Seit er das bekanntgegeben hat, hat er in zwei Spielen vier Treffer gemacht“, freute sich der DSV-Übungsleiter über und mit dem „Baby-Mann“, der den „dreckigen Düneberg-Dreier“ perfekt gemacht hatte. 

Rossa: „Das war mit die schlechteste erste Hälfte der Saison“

FTSV-Coach Daniel Rossa war mit der Darbietung seiner Elf im ersten Durchgang nicht einverstanden. Foto: Brussolo

Daniel Rossa konstatierte derweil, dass ein Remis gerecht gewesen wäre, sagte aber auch: „Das ist aber auch nicht das, was wir uns vorgenommen hatten. Wenn du hier verlierst, dann ist das schon ein Knockout. Nach dem, was wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben, können wir uns nicht so wie in der ersten Hälfte präsentieren. Das war mit die schlechteste erste Halbzeit der Saison von uns – und das in so einem wichtigen Spiel gegen einen direkten Konkurrenten. Man muss ehrlich sein: Düneberg hätte in der ersten Hälfte den Sack zumachen müssen. Wir können uns bei unserem Torwart bedanken, dass er uns überhaupt noch im Spiel gehalten hat. Das einzige Positive war, dass wir nur mit 0:1 hinten lagen. Wenn wir den Ausgleich gemacht hätten, bin ich mir sicher, dass Düneberg geschwommen hätte.“ So weit aber kam es eben nicht. „Wenn du unten drin stehst, dann musst du deine Chancen nutzen. Das haben wir nicht. Dass sich Düneberg so versteckt, hätte ich nicht gedacht. Hinten raus hat uns der Druck gefehlt, wir konnten die Druckphase einfach nicht über die gesamte Halbzeit retten“, so Rossa, der auch einen Grund dafür fand: die Handverletzung von Wladimir Jauk, wegen der das Spiel unterbrochen wurde. „Bis dahin haben wir mega Druck gemacht und hatten Chancen. Das war dann ein kleiner Knackpunkt. Die Verletzung war ein Schock für alle Spieler, einige sind auf mich zu gekommen, als wäre die Hand gefühlt ab. Ich habe ihnen gesagt: 'Bruhigt euch, malt nicht den Teufel an die Wand'. Die Hand war geschwollen, aber wir wissen noch nicht, ob es etwas Gravierendes ist. Trotzdem müssen wir uns jetzt schütteln und weitermachen“, gab Altenwerders Coach abschließend  zu Protokoll.

Jan Knötzsch 

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