Bezirksliga 02

Wieder viel Aufregung um einen falschen Schiri-Eintrag: Börnsen bleibt erster ETSV-Bezwinger!

01. November 2021, 21:14 Uhr

Avancierte zum Siegtorschützen: Börnsen-Routinier Christoph Bolz. Foto: Bode

Unter der Woche gab der SV Börnsen die Trennung von Chefcoach Mirko „Naddel“ Petersen bekannt – und das unmittelbar vor dem Heimspiel gegen die schier „Übermächtigen“ vom ETSV Hamburg. Eine denkbar ungünstige Aufgabe zum Start für das neue Interimsduo Sascha Barck und Patrik Papke. Aber auch eine Partie, in der die Mannen von der „Hamfieldroad“ nichts zu verlieren hatten. Und genau so trat Börnsen auch auf. Nicht nur das. Dem SVB gelang tatsächlich die faustdicke Überraschung, die Eisenbahn ins Wanken zu manövrieren – und dem ETSV die allererste Saisonpleite beizubringen!

SCVM-Coach Thorsten Beyer konnte sich über den Sprung an die Tabellenspitze zunächst nur sehr verhalten freuen, da er einen Wechselfehler beim Börnsen-Spiel vermutete. Foto: Bode

Es lief die 82. Spielminute, als Christoph Bolz nach einer perfekt getimten Flanke von Roy Bannasch zum Kopfball ansetzte, die leidenschaftlichen Börnsener in Jubelstimmung versetzte und den Hamfelderedder in ein Tollhaus verwandelte. Mit seinem Treffer zum 2:1 machte der Routinier den Coup des Außenseiters perfekt! Schon früh im Spiel sorgte Gerrit Brelle mit einem absoluten Traumtor für den Traumstart (6.). Zwar hatte Alessandro Schirosi mit seiner technischen Finesse und einem herrlichen Freistoßtreffer die schnelle Antwort parat (14.) – doch in der Folge konnte die Huremovic-Equipe nichts Zählbares mehr verbuchen. Auch nicht nach dem späten Bolz-Luckypunch.

Beyer spekulierte auf ETSV-Umwertung

So groß die Freude auch war, so schnell machte ein Umstand die Runde, der den Sieg des SVB in arge Zweifel rücken ließ. Thorsten Beyer, Trainer des SCVM, freute sich nach dem 5:0-Erfolg seiner „Red Devils“ beim SV Hamwarde und dem vermeintlichen Sprung an die Tabellenspitze nur kurz darüber. In der „Bergedorfer Zeitung“ gab Beyer zu Protokoll, dass man "nur leise gesungen" habe, weil er davon ausgehen würde, dass der Börnsener Sieg in eine Niederlage umgewertet und der ETSV damit Primus der Klasse bleiben wird. Grund: „Börnsen hat viermal außerhalb der Halbzeitpause gewechselt. Erlaubt sind für die fünf Auswechslungen aber nur drei Zeitfenster neben der Halbzeit“, so Beyer in der „BZ“.

Schiri trägt erneut falschen Wechsel ein

Der langjährige Oberliga-Recke und SVB-Interimscoach Patrik Papke beschwichtigt sofort: "Alle Wechsel waren rechtens!" Foto: Bode

Dabei handelt es sich jedoch ganz offensichtlich um einen Irrtum. Oder anders gesagt: Erneut sorgt ein falscher Eintrag eines Schiedsrichters im Spielberichtsbogen für unnötige Aufregung – wie bereits beim Oberligaspiel zwischen Concordia und Curslack, als der Unparteiische einen in der Halbzeit getätigten Wechsel der Gäste in der 49. Minute eintrug. Als wir Patrik Papke um ein Statement zum Vorfall fragten, entgegnete dieser überrascht: „Da handelt es sich auf jeden Fall um einen Fehler“, ehe er ausführte: „Wir haben nämlich in der ersten Halbzeit gar nicht gewechselt. Ich hatte mich direkt nach dem Spiel auch schon darüber gewundert, dass es dort so steht“, sprach er darauf an, dass Referee Ugur Eroglu in der 17. Minute offenbar etwas wahrnahm, was gar nicht da war.

Papke: "Alle Wechsel waren in der zweiten Halbzeit und auch komplett rechtens"

Denn: Im offiziellen Spielbericht taucht dort ein Wechsel auf. Benjamin Vermehren soll für Jannik Wöhl in die Partie gekommen sein. Da die Hausherren zudem in der 62. Minute, nach 74 Zeigerumdrehungen sogar doppelt, und zudem in der 82. Spielminute wechselten, würde es sich um einen Protestgrund aus Sicht des ETSV Hamburg handeln. Aber: „Alle Wechsel waren in der zweiten Halbzeit und auch komplett rechtens“, beschwichtigt Interimscoach Papke. Man habe auch schon Kontakt zum Verband aufgenommen. „Der Fehler soll behoben werden.“ Also: „Weiterhin drei Punkte für Börnsen!“, so Papke.

In nahezu die gleiche Kerbe springt Börnsens Liga-Managerin Gesa Fenn, die den halben Tag über mit dem Klären des Spielberichts beschäftigt war. „Ich hatte Kontakt mit dem Schiedsrichter. Es ist falsch eingetragen worden und wird korrigiert. Alle Wechsel waren regelkonform.“

Huremovic: "Selbst wenn, dann würden wir keinen Protest einlegen!"

ETSV-Trainer Jassi Huremovic sieht Börnsen als sportlichen Sieger - und betont: "Wir legen keinen Protest ein!"

Als wir bei ETSV-Coach Jassi Huremovic nachhorchten, erklärte er uns: „Ich bin auch der Meinung, dass sie nur in der zweiten Halbzeit gewechselt haben. Und selbst dann, wenn dem nicht so wäre und Börnsen fünfmal in vier verschiedenen Wechselfenstern gewechselt hätte, würden wir keinen Protest einlegen!“ Eine klare Aussage. „Wir haben das Spiel verloren. Das muss man so akzeptieren. Es wäre einfach nicht fair, weil die Jungs super gekämpft haben“, zeigte er sich als absolut fairer Verlierer. Auch seinen Mannen könne er „nichts vorwerfen, außer die Tatsache, dass sie die Tore nicht gemacht haben“, Abschließend betonte Huremovic noch einmal: „Das Spiel hat Börnsen gewonnen und da wird es von unserer Seite auch nichts am ‚Grünen Tisch‘ geben!“

Autor: Dennis Kormanjos

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