Oberliga

„Wollen den Gegnern das Leben weiter so schwer wie möglich machen“

23. Oktober 2020, 08:00 Uhr

Carsten Henning hat mit dem Bramfelder SV sechs Punkte in fünf Spielen geholt. Letzte Saison waren es zehn Zähler in 24 Partien. Foto: noveski.com

Die Erleichterung war Spielern und Verantwortlichen ins Gesicht geschrieben, „dass wir endlich mal einen Sieg eingefahren haben“, hatte Carsten Henning allen Grund zur Freude. Denn der 3:2-Sieg über den TSV Buchholz 08 war der erste dreifache Punktgewinn seit dem 15. November 2019. Damals, vor fast genau einem Jahr, bezwangen die Mannen von der Ellernreihe den USC Paloma mit 2:1 und mussten in der Folge eine schier ewig lang andauernde Durststrecke - inklusive der langen Corona-Unterbrechung – hinnehmen.

Nikolaos Christodoulos (re.) kehrte aus der Landesliga vom SV Bergstedt zu seinem Jugendverein zurück und überzeugt mit vollem Einsatz. Foto: noveski.com

Obwohl der Triumph gegen die Nordheider der erste in dieser Saison war, überzeugte der BSV schon in den Wochen davor. Nach der vorigen Katastrophen-Spielzeit, die zum Zeitpunkt des Corona-bedingten Saisonabbruchs mit lediglich zehn errungenen Zählern abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz endete, musste sich der BSV bis dato nur dem Team, gegen das man – bis zum vergangenen Samstag – das letzte Mal gewonnen hatte, dem USC Paloma, geschlagen geben (0:3). Ansonsten trotzte die Elf von Trainerduo Carsten Henning und Mirko Schulz dem ambitionierten Aufsteiger VfL Lohbrügge ebenso ein 1:1-Unentschieden ab, wie auch dem Hamburger Meister TuS Dassendorf sowie den starken Saselern.


 „Ich glaube einfach, es ist auch ein Stück weit die Tatsache, dass wir letztes Jahr nichts geholt haben und es nun allen, durch die für uns glücklichen Umstände, in der Liga geblieben zu sein, beweisen können, dass wir mitspielen und mithalten können“, hat die abgelaufene Serie durchaus Spuren hinterlassen. Allerdings man hat daraus an der Ellernreihe auch Lehren gezogen.

"Haben uns bewusst in der Breite besser aufgestellt"

Henning (re.) leitet die Geschicke in Bramfeld zusammen mit Trainer-Partner Mirko Schulz (li.). Foto: noveski.com

„Wir haben den Kader bewusst in der Breite besser aufgestellt und super Leute sowie Typen dazu bekommen – nicht nur auf, sondern auch abseits des Platzes. Das stimmt uns positiv“, so Henning, der inzwischen auch – im Gegensatz zur Saison 2019/20 – den einen oder anderen Ausfall kompensieren kann. Gegen Buchholz musste das Trainer-Gespann beispielsweise die verletzten Steven Pagenkop, Ranjodh Chahal, Tom Bober, Cedric Stoppel, Justin Sadownik, Simon Marklin und den urlaubenden Christian Westphal ersetzen. Kapitän Robin Polzin sammelte nach seiner Verletzungspause von der Bank kommend die ersten Minuten. Dementsprechend „wichtig“ seien die Erfolgserlebnisse „für die Spieler – und es freut uns als Trainerteam natürlich auch, dass die anderen Jungs in die Bresche springen“, befindet Henning.

Ist mehr möglich? "Mit der Vorgeschichte völlig absurd"

Dennis Facklam (re.) stieß vom SC Condor an die Ellernreihe und führte den BSV beim Buchholz-Sieg als Kapitän aufs Feld. Foto: noveski.com

Auch wenn man in den bisherigen fünf Partien erst einmal als Verlierer vom Platz ging, bleibt man in Bramfeld weiter äußerst demütig – und greift tief in die Floskel-Kiste: „Wir wollen und werden weiter von Spiel zu Spiel gucken und Spaß haben.“ Sich mit mehr zu beschäftigen, „wäre für uns mit der Vorgeschichte ja völlig absurd“, meint Henning. Vielmehr wolle man „als Team noch weiter zusammenwachsen“, denn „immerhin haben wir auch zehn neue Leute. Da gilt es, jeden bei Laune zu halten“, weiß das Bramfelder Urgestein um die Aufgabe des Trainerteams. Über andere Dinge „denke ehrlicherweise nicht nach. Wir wollen für uns gut spielen und den Gegnern das Leben so schwer wie möglich machen“, berichtet Henning – und verrät abschließend: „Wir haben für uns ein paar Prinzipien aufgestellt, wo wir hinwollen und was wir machen wollen. Momentan sind wir auf einem guten Weg.“

Autor: Dennis Kormanjos

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