Regionalliga Nord

„Wollten ein Ausrufezeichen hinter den Flensburg-Sieg setzen – das ist uns nicht gelungen“

06. Oktober 2020, 22:36 Uhr

Rettete zu Beginn kurz vor der Linie und erzielte dann den Führungstreffer vom Punkt: Drochtersens Nico von der Reith. Archivfoto: KBS-Picture.de

Bei zwei Strafstößen in der Schlussphase bewies Moritz-Broni Kwarteng Nerven aus Stahl und sorgte mit seinem „Elfer-Doppelpack“ für den Auswärtscoup des HSV II beim bis dato verlustpunktfreien Primus Weiche Flensburg (2:1). Der Kapitän der „Rothöschen“ war es auch, der den Führungstreffer gegen die SV Drochtersen/Assel auf dem Fuß hatte. Doch Nico von der Reith stand mit seiner Kopfball-Rettung einem Torerfolg im Weg (5.). Letzterer war es auch, der gegen in der Folge immer weniger Gefahr ausstrahlende und fehlerbehaftete Hausherren den Gast unter der Leitung von Neucoach Lars Jagemann auf die Siegerstraße brachte (alle Highlights im LIVE-Ticker)...

Der bis dato beste Liga-Torschütze Robin Meißner zeigte sich im Abschluss diesmal unglücklich. Foto: KBS-Picture.de

Er sank zu Boden, blickte gen Himmel und streifte die Kapitänsbinde ab: Die Enttäuschung stand „Momo“ Kwarteng direkt nach dem Abpfiff deutlich ins Gesicht geschrieben. Auch sein Trainer musste den Auftritt – vor allem in der ersten Halbzeit – zunächst einmal sacken lassen. „Wo wir uns an die eigene Nase fassen müssen: Dass wir die Aggressivität von Anfang an an den Tag legen. Das war in Flensburg deutlich besser. Deshalb geht‘s auch in Ordnung, dass wir das Spiel verlieren“, zog Pit Reimers ein ernüchterndes Fazit. „Wir können mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden rein. Wir hatten Schwierigkeiten, ins Spiel reinzukommen. Drochtersen war griffiger und hatte mehr vom Spiel – deshalb war die Führung auch verdient“, so Reimers, der jene Szene, die zum Gegentor führte, allerdings nicht beurteilen konnte. Jannes Wulff wurde gleich von zwei Gegenspielern in die Mangel genommen, bekam den Pfiff – während Nico von der Reith die Verantwortung übernahm und Leo Oppermann vom Elfmeterpunkt verlud (32.). Das 0:1!

"Es sollte heute einfach nicht sein"

„Brust raus“, forderte HSV II-Keeper Oppermann kurz vor der Pause – nachdem seine Vordermannen in der Offensive nichts Zwingendes zustande brachten. Erst unmittelbar vor dem Pausenpfiff, als Robin Meißner aus 15 Metern nur haarscharf am rechten Pfosten vorbei zielte (45.), gaben die Reimers-Rackerer ein Lebenszeichen von sich. Peter Beke (52.) und der soeben eingewechselte Tobias Fagerström (65.) hatten im zweiten Abschnitt den Ausgleich auf dem Fuß beziehungsweise Kopf. „Ich hatte das Gefühl, dass wir mit mehr Leben und Aggressivität aus der Kabine gekommen sind“, befand Reimers. „Wir waren druckvoller und bis zum 0:2 die klar bessere Mannschaft. Wenn einer reinfällt, können wir das Spiel vielleicht noch komplett drehen. Aber es sollte heute einfach nicht sein“, urteilte er – und sprach den zweiten Gegentreffer bereits an.

"Mit dem 0:2 war das Spiel entschieden"

HSV II-Coach Pit Reimers hofft nach dem enttäuschenden Auftritt seiner "Rothöschen" auf eine Reaktion in Lübeck. Foto: KBS-Picture.de

Mit einem herrlichen 22-Meter-Schlenzer überlistete Alexander Neumann den Hausherren-Fänger Oppermann und sorgte für immer verdutzter drein blickende Gastgeber (76.), die nach dem 7:0 gegen Heide und dem Triumph beim Spitzenreiter auf den Boden zurückgeholt wurden. „Mit dem 0:2 war das Spiel entschieden, auch wenn wir nochmal alles probiert haben“, konstatierte Reimers. Bezeichnend für die Darbietung der HSV-U21 war die letzte Aktion des Spiels, als der bis dato beste Torschütze Robin Meißner nach einer Stafette über Herdi Bukusu und Kwarteng völlig freistehend weit über das von Patrick Siefkes gehütete D/A-Gehäuse jagte (90. +3). „Wir hatten uns vorgenommen, ein Ausrufezeichen hinter die drei Punkte von Flensburg zu setzen. Das ist uns nicht gelungen. Deshalb sind wir enttäuscht. Aber das Schöne ist, dass wir am Samstag schon das nächste Spiel in Lübeck und gleich die Möglichkeit, es besser zu machen, haben. Und das wollen wir machen“, bilanzierte ein enttäuschter Reimers.

Autor: Dennis Kormanjos

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