Testspiel

„Aller guten Dinge sind drei“ bei Comeback nach zwei Jahren und vier Monaten…

"Comebacker" Jon Pauli (Mi.) im Kopfballduell mit ETSV-Verteidiger Quinlan Graham. Foto: noveski.com

„Wir waren sehr glücklich darüber, dass wir noch ein Testspiel gegen einen Gegner auf gutem Niveau machen konnten, weil die Vorbereitung echt wild war“, so Jonas Struckmann, Co-Trainer des Eimsbütteler TV, nach der Partie gegen den klassentieferen, aber sehr ambitionierten ETSV Hamburg (alle Highlights im LIVE-Ticker). „Wir waren sehr froh, dass wir einen Gegner gefunden haben, der das unter der Woche macht“, dankte Struckmann einerseits den Eisenbahnern – und blickte zugleich auf das Regionalliga-Spiel am kommenden Samstag beim 1. FC Phönix Lübeck, mit drei Spielen mehr in der Hinterhand als die Konkurrenz und zumindest virtueller Tabellenführer, voraus. Wenn das Wetter denn mitspielt...

Es hätte das 2:0 für den ETSV sein können - aber Vincent Boock (li.) schoss am verwaisten Gehäuse vorbei. Foto: noveski.com

Seinen letzten Einsatz hatte er am 15. Oktober 2021 – damals noch in der Landesliga. Seither setzten ihn Verletzungen immer wieder außer Gefecht, so dass er fast zweieinhalb Jahre zum Zuschauen verdammt war und den Durchmarsch seines Eimsbütteler TV in die Regionalliga nur in passiver Funktion miterleben konnte. Nun aber ist Jon Pauli zurück. Bei der 1:3-Niederlage im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres bei der U23 des FC St. Pauli feierte Pauli nach ewig langer Leidenszeit sein Comeback. Im Test gegen den ETSV Hamburg stand der 25-Jährige in den zweiten 45 Minuten auf dem Platz – und trug entscheidend zum Sieg bei.

82 Zeigerumdrehungen waren am „Loki“ vorüber, als Pauli bei eisiger Kälte das Auge für den startenden Henry Koeberer hatte. Mit ordentlich Tempo zog der Linksfuß am etwas zögerlichen Mauro Alcaraz vorbei, umkurvte den Keeper der Eisenbahner und schoss zum 2:1 für den Nord-Regionalligisten ein. „Uns war wichtig, dass jeder auf Spielzeit kommt. Das haben wir gut geschafft. Jeder hat mindestens 45 Minuten bekommen“, erklärte Struckmann, der den noch immer berufsbedingt in Indonesien weilenden Khalid Atamimi abermals vertrat.

Eisenbahner mit druckvollem Beginn

Der Schuss von Noel Denis (re.) wurde noch entscheidend abgefälscht - der Ausgleich für den ETV. Foto: noveski.com

„Es war ein Test und so sind wir das auch angegangen. Es war nicht so, dass in der ersten Halbzeit die erste Mannschaft und in der zweiten die zweite gespielt hat, sondern es war wild gemischt, damit wir einfach in unsere Abläufe kommen. Wir haben uns Handlungsziele vorgenommen, die wir vernünftig umgesetzt haben – bis auf eins, wo wir im Abschlusstraining vielleicht nochmal ranmüssen. Aber letztendlich war das ein gelungener Test“, bilanzierte der 30-Jährige, dessen Mannen nur schleppend in die Partie kamen und schon nach 90 Sekunden ins Hintertreffen gerieten. Eine Ecke von Vincent Janelt auf den ersten Pfosten verlängerte Yannick Siemsen per Kopf zur Führung für den Oberligisten (2.).

Der Favorit kam in der Anfangsphase kaum mal aus der eigenen Hälfte raus, konnte nicht für Entlastung sorgen. Die Algan-Elf drückte auf den zweiten Treffer. Fabio Parduhn wurde nach toller Vorarbeit von Vedat Düzgüner gerade noch von Samuel Olayisoye geblockt (5.), ehe Vincent Boock nach einem völlig verunglückten Abschlag von ETV-Torsteher Enes Özmen, dessen mutiges Spiel von hintenraus ein ums andere Mal gehörig in die Hose ging, das komplett verwaiste Gehäuse aus 18 Metern verfehlte (7.). „Vinnie, war schwierig?“, fragte Berkan Algan seinen Schützling, der mit einem Lächeln eingestand und entgegnete: „Nein, der muss rein!“

Denis egalisiert - ETSV kann Geschenke nicht annehmen

Mauro Alcaraz (li.) riskiert nach Henry Koeberers Lattenknaller gegen den nachsetzenden Jon Pauli Kopf und Kragen. Foto: noveski.com

Statt 0:2 aus Hausherren-Sicht hieß es nur wenige Augenblicke später 1:1. Niklas Bär verzog zunächst noch um Haaresbreite (8.). Dann aber fand Noel Denis‘ abgefälschter 17-Meter-Schuss den Weg ins rechte untere Toreck (9.) – 1:1. Die größte Chance, um seinen ETV in Front zu bringen, vergab Henok Tewolde nach einem herrlichen Angriff über Denis und Malik Yago, als er freistehend aus kürzester Distanz an Alcaraz hängenblieb (24.). Auf der Gegenseite kam der ETSV immer wieder nach verunglückten Özmen-Abschlägen zu Möglichkeiten: Erst verzog Düzgüner (30.), dann scheiterte Boock am diesmal stark reagierenden Özmen (39.). Aber auch Alcaraz zeigte seine Klasse: Keine 20 Sekunden nach Wiederanpfiff blieb er Sieger gegen den blank vor ihm aufgetauchten Dominik Akyol (46.).

Aller guten Dinge sind drei

Christian Stark (Mi.) drint in den Strafraum ein und wird von Malik Yago gelegt. Der fällige Pfiff blieb aber aus. Foto: noveski.com

Es ging weiter hin und her. Christian Stark vergab ziemlich kläglich für die Eisenbahner (64.) und hätte kurz vor Ultimo nach einem Einsteigen von Yago noch einen Elfmeter bekommen können (86.). Auf der anderen Seite trat der spätere Siegtorschütze Koeberer nun immer wieder in Erscheinung. Von Pauli in Szene gesetzt, feuerte er das Spielgerät von halblinks noch am Knick vorbei (69.), ehe Alcaraz seinen Distanzkracher ziemlich unorthodox noch an die Latte lenkte (72.). Aber aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. „Wir haben uns ein paar Dinge vorgenommen – auch in Bezug auf das Wochenende“, wollte Struckmann aber nicht ins Detail gehen, konstatierte jedoch abschließend: „Wir sind gut in die Sachen, die wir uns vorgenommen haben, reingekommen.“